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Erster Bürgermeister Mayer überreicht das Verdienstkreuz am Bande an Karl Kästle

17.12.2019 Aktuelles
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat auf Vorschlag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Karl Kästle verliehen. Erster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer überreicht das Verdienstkreuz an Karl Kästle am Dienstag, 17. Dezember, um 18.30 Uhr im Großen Sitzungssaal, drittes Obergeschoss des Rathauses.
Erster Bürgermeister Mayer überreicht das Verdienstkreuz am Bande an Karl KästleErster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer überreicht das Verdienstkreuz an Karl Kästle. Foto: Thomas Hörner/Stadt Stuttgart
Karl Kästle, am 9. Juni 1940 in Stuttgart geboren, hat sich seit Mitte der Sechzigerjahre um die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Lateinamerika verdient gemacht und diesem Anliegen besonders viel Zeit gewidmet. Er engagiert sich bis heute unter anderem im Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreis (DKF). Auch in der katholischen Kirchengemeinde St. Michael in Sillenbuch sowie in der "Lätitia Kaufmannsgilde Stuttgart" ist Karl Kästle engagiert.

1984 war Karl Kästle eines der Gründungsmitglieder der DKF, Niederlassung Stuttgart, und leitete diese bis 2002. Kästle war im DKF von 1996 bis 2005 Vizepräsident, von 2001 bis 2006 Geschäftsführer und von 2001 bis 2008 Kassenwart. Bis heute ist er als Kassenwart im Vorstand der Niederlassung Stuttgart aktiv. Kästle kümmerte sich als Chronist des DKF darum, die Gründung und Entwicklung des Freundeskreises zu dokumentieren.

1989 initiierte er das Vereinsmagazin "Kolumbien aktuell" und war bis zur 70. Ausgabe im Jahr 2006 dessen erster Redakteur. Das Magazin steht auf der Internetseite des Vereins online und wirkt nicht nur für die Mitglieder identitätsstiftend, sondern informiert auch eine größere Öffentlichkeit über die Arbeit und Aktivitäten des DKF.

Der DKF fördert neben der Integration kolumbianischer Staatsbürger in Deutschland eine Reihe sozialer und karitativer Projekte in Kolumbien, bei deren Planung, Organisation und Durchführung Karl Kästle Herausragendes geleistet hat. Beispiele sind der Neubau einer Schule 1989 in Nueva Lerida nach einer Naturkatastrophe und die Erweiterung der Schule 2012.Zum 25-jährigen Bestehen einer 2014 vom DKF errichteten Schule in Armenia, Kolumbien, finanzierte Kästle die Herausgabe eines Sonderhefts aus eigenen Mitteln.

Im Projekt "Luz Dary" werden mehr als vierzig verwaiste Mädchen in einem Internat betreut und die Kosten für deren Schulbesuch, die Schulkleidung und die Verpflegung übernommen. Gleichzeitig werden Kinder aus Vertriebenenfamilien unterrichtet und verpflegt.

Im Rahmen des Projekts FUNRECAM wurden 2008 unter anderem mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit (SEZ) Baden-Württemberg dreißig afrokolumbianische Frauen aus der Region um die Hafenstadt Buenaventura zu Genossenschaftsberaterinnen ausgebildet. Die SEZ unterstützte 2016 und 2017 auch das Projekt "Sport gegen Aggression und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen" in Cali.

Um die Kenntnisse über Kolumbien und Deutschland, das gegenseitige Verständnis und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bürgern beider Länder zu fördern, führte Kästle zahlreiche Reisegruppen nach Kolumbien. Er konnte den Reisegästen die Verhältnisse in Kolumbien aufzeigen und ihnen das Land näherbringen. In der 2004 gegründeten und dem DKF nahestehenden "Beca Konder-Stiftung" ist Karl Kästle als stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes für die gesamte Verwaltungstätigkeit einschließlich der Buchhaltung verantwortlich. Die Stiftung unterstützt pro Semester 50 kolumbianische Studentinnen und Studenten, um ihnen ein Studium in Kolumbien zu ermöglichen.

In Kooperation mit der "Beca-Konder-Stiftung" verwaltet Karl Kästle darüber hinaus 77 Schulpatenschaften des DKF-Projekts "Lidias Kinder". Seit 1993 ist Kästle im Arbeitskreis der lateinamerikanischen Vereine engagiert. Er war 1997 Gründungsmitglied und Mitglied des ersten Vorstandes. Er initiierte und verantwortete als Redakteur das Vereinsmagazin "Lateinamerikanischer Bote", das bis 2010 zwei bis drei Mal jährlich erschien, organisierte zahlreiche Veranstaltungen der lateinamerikanischen Vereine Baden-Württembergs und unterstützte diese mit Rat und Tat.

Ohne sein Engagement würde der Arbeitskreis lateinamerikanischer Vereine mit heute 22 Tanzgruppen und Vereine wohl nicht existieren. Kästle verstand es, die unterschiedlichen Auffassungen, Ziele und Interessen zusammenzubringen und hat den Verein, der die Kultur Lateinamerikas der Öffentlichkeit nahebringen möchte, entscheidend geprägt.

Auch in der katholischen Kirchengemeinde St. Michael in Sillenbuch ist Karl Kästle engagiert. Von 1978 bis 1999 war er aktives Mitglied und Chronist des Kirchenchors, seit 1975 ist er aktives Mitglied im Kirchen-Ausschuss "Mission, Entwicklung, Frieden", der sich für die kirchliche und soziale Zusammenarbeit der Kirchengemeinde mit katholischen Organisationen in Kolumbien einsetzte.

Von 1981 bis 2000 gehörte Kästle dem Kirchengemeinderat von St. Michael an, wobei er vor allem im Verwaltungsausschuss der Kirchengemeinde tätig war und sich dabei für die Unterstützung der Armen und Benachteiligten in Kolumbien einsetzte.

Im Jahr 1987 wurde der Ausschuss "Mission, Entwicklung, Frieden" in "Arbeitskreis Weltkirche" umbenannt, den Kästle bis 2013 leitete. Der Arbeitskreis unterstützt viele Projekte in Lateinamerika, so ein Bootsprojekt in Brasilien für einen Missionar im Amazonasgebiet und ein Kirchenbau-Projekt in Valparaiso, Chile, ein Projekt von Franziskanern in Armenvierteln in Popayan und Cali, Kolumbien.

Der Arbeitskreis Weltkirche hat unter Federführung von Karl Kästle seit 1990 rund 190.000 Euro an Spenden gesammelt, die an die verschiedenen Projekte in Lateinamerika weitergeleitet wurden. Die kolumbianischen Kirchengemeinden der katholischen Kirche in Cali sowie in Sincelejos sind nicht zuletzt aufgrund des engagierten Einsatzes von Kästle Partnergemeinden von St. Michael.

In der "Lätitia Kaufmannsgilde Stuttgart" ist Karl Kästle ehrenamtlich in besonderer Weise engagiert. Von 1978 bis 2003 war er Mitglied im Lätitia-Sängerchor, in der Kaufmannsgilde war er von 1981 bis 1989 Beisitzer im Ausschuss. 1989 wurde er zweiter Gilde-Vorsitzender, von 1998 bis 2007 war er erster Gilde-Vorsitzender, seit 2011 ist Kästle Beisitzer im Ausschuss.

Die Lätitia Kaufmannsgilde ist eine Gemeinschaft von Frauen und Männern aus kaufmännischen oder technischen Berufen, Beamten und Angestellten, die eine Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung im Sinne der kirchlichen Sozialllehre vertritt und sich für die Erhaltung der christlichen Familie, die Anliegen der Jugend und des Alters einsetzt.