Presse
  •  

Bevölkerungsentwicklung in Stuttgart stagniert

28.01.2020 Aktuelles
"Nach der jüngsten Fortschreibung des Statistischen Amts ist Stuttgart im Jahr 2019 nur um 234 Personen gewachsen. Damit lag der Einwohnerzuwachs deutlich unter dem Niveau des Vorjahrs mit plus 2700 Personen", sagt Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amts der Landeshauptstadt Stuttgart, zur Einwohnerentwicklung. Am 31. Dezember 2019 waren, so Schwarz, 614.599 Einwohner in Stuttgart mit Hauptwohnung gemeldet.

Erstmals seit zehn Jahren gibt es Wanderungsverluste. Im Jahr 2019 zogen 1099 Personen weniger nach Stuttgart zu, als im selben Jahr fort. Damit hatte Stuttgart erstmals seit 2009 wieder einen negativen Wanderungssaldo. 2018 lag der Wanderungsgewinn noch bei plus 1637. Die Zahl der Zuzüge sank im Vergleich zum Vorjahr um 1421 auf 48 912, während die Fortzüge um 1315 auf 50.111 stiegen.

Einen deutlichen Anteil am Einwohnerzuwachs Stuttgarts hatte immer noch die Auslandszuwanderung. Allerdings zogen im Jahr 2019 mit plus 1972 per Saldo erneut weniger Personen direkt aus dem Ausland nach Stuttgart als im Vorjahr (plus 2371). Wie seit je her verzeichnete Stuttgart 2019 Wanderungsverluste mit den fünf umliegenden Landkreisen der Region. Während die Zahl der Zuzüge aus dem Umland nach Stuttgart ungefähr auf Vorjahresniveau blieb, lag die Zahl der Fortzüge von Stuttgart in das Umland über dem Vorjahreswert.

Dadurch erhöhte sich der Wanderungsverlust an das Umland auf minus 4329 (2018: minus 3097). Aus den übrigen Regionen Baden-Württembergs kamen mit plus 1823 weniger Personen nach Stuttgart als noch 2018 (plus 2336). Zu diesem Personenkreis zählen auch Migranten, die aus dem Ausland über eine der Landeserstaufnahmestellen nach Stuttgart kamen. Die Wanderungsgewinne aus den anderen Bundesländern sind in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. 2019 zeigte Stuttgart dabei erstmals seit Mitte der 1990er-Jahre wieder einen Wanderungsverlust mit dem restlichen Bundesgebiet (minus 285).

Hohes Geburtenplus gleicht Wanderungsverluste aus

Im Laufe des Jahres wurden insgesamt 6613 Kinder geboren (2018: 6534). Die Geburtenzahlen stiegen zwischen 2012 und 2016 deutlich und sind seitdem weiterhin stabil geblieben. Die Zahl der Sterbefälle fiel im Vergleich zum Vorjahr etwas und lag mit 5280 (2018: 5471) weiterhin auf niedrigem Niveau.

Die Zahl der Geburten überstieg somit die der Sterbefälle um 1333 (2018: plus 1063) deutlich, so dass durch den Beitrag der natürlichen Entwicklung die Bevölkerungsverluste aus dem Wanderungsgeschehen kompensiert wurden.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung steigt. Aufgrund von Wanderungsbewegungen, natürlicher Bevölkerungsentwicklung und Staatsangehörigkeitswechseln stieg der Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung im Laufe des Jahres leicht auf 25,7 Prozent. Die Zahl der Einwohner mit deutscher Staatsangehörigkeit ging um 531 Personen zurück, während die Zahl der Ausländer um 765 zunahm.

Den höchsten prozentualen Bevölkerungsanstieg zeigen im Jahr 2019 die Stadtbezirke Birkach und Stuttgart-West mit etwas über einem Prozent. Damit gehörte Stuttgart-West (plus 563) gemeinsam mit Ost (plus 403) zu den Bezirken, die mit Abstand absolut die meisten Einwohner hinzugewannen. Hingegen verlor Stuttgart-Süd 374 Einwohner und war damit im letzten Jahr der Stadtbezirk mit dem höchsten Einwohnerrückgang sowohl absolut, als auch bezogen auf seine Bevölkerungszahl (minus 0,8 Prozent).

Weitere Informationen zur Einwohnerentwicklung Stuttgarts und seiner Stadtbezirke und Stadtteile finden sich unter www.stuttgart.de/statistik-infosystem sowie unter www.stuttgart.de/statistikatlas.