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25 Jahre Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung: Projekte kommen Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern zugute

18.02.2020 Aktuelles
Die Stadt Stuttgart hat im Jahr 1994 eine Jahrhunderterbschaft von ca. 120 Millionen DM (entspricht rund 61 Millionen Euro) einschließlich Immobilien von den Brüdern Rudolf Schmid und Hermann Schmid erhalten. Zusammen mit der daraufhin gegründeten Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung wurden zwischen 1998 und 2002 fünf soziale Einrichtungen in Stuttgart errichtet. Am 8. Dezember 2019 feierte die Stiftung ihr 25-jähriges Bestehen.

Aus diesem Anlass hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn die beiden Testamentsvollstrecker der Stiftung, Edgar Kurz und Werner Krieger, am Dienstag, 18. Februar, ins Rathaus eingeladen. Zusammen mit dem Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, Thomas Fuhrmann und der Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Dr. Alexandra Sußmann, sprachen sie über die Stiftung und deren Bedeutung für die Stadt.

25 Jahre Rudolf Schmid und Hermann Schmid StiftungVergrößernDie beiden Testamentsvollstrecker Edgar Kurz (Mitte) und Werner Krieger (2.v.r.) der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung besuchten Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann und Bürgermeister Thomas Fuhrmann im Rathaus. Foto: Max Kovalenko/Stadt StuttgartDie beiden Testamentsvollstrecker Edgar Kurz (Mitte) und Werner Krieger (2.v.r.) der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung besuchten Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann und Bürgermeister Thomas Fuhrmann im Rathaus. Foto: Max Kovalenko/Stadt Stuttgart
Oberbürgermeister Fritz Kuhn würdigte diesen bedeutenden Nachlass und räumt der Stiftung einen wichtigen Stellenwert ein: "Die Stadt Stuttgart verdankt den Brüdern Rudolf Schmid und Hermann Schmid wichtige soziale Einrichtungen, die erst durch ihre großzügige und einzigartige Unterstützung verwirklicht werden konnten. Mit Weitblick haben sie nicht nur an die Entwicklung der Stadt, sondern vor allem auch an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger gedacht. Wir sind stolz, dass zwei so eindrucksvolle Persönlichkeiten in Stuttgart gelebt haben und bedanken uns auch bei den Testamentsvollstreckern, Edgar Kurz und Werner Krieger, für die lange und kooperative Zusammenarbeit."

Projekte kommen Stuttgarter Bürgern zugute

Zweck der Stiftung ist die Förderung der Jugend- und Altenhilfe sowie die Förderung der Erziehung im Stadtgebiet. Errichtet wurde sie aus den Nachlässen des am 3. Oktober 1994 verstorbenen Rudolf Schmid und seines bereits am 17. April 1992 verstorbenen Bruders Hermann Schmid.

Edgar Kurz, Hermanns Neffe, arbeitete fast 30 Jahre mit den Brüdern zusammen. Er kennt daher wie kaum ein anderer die beiden Stifter und erklärt: "Es war den Brüdern ein großes Anliegen, ihr umfangreiches Vermögen über eine Stiftung der Stadt Stuttgart als Alleinerbin zukommen zu lassen, damit es für den Bau von Alten-, Wohn- und Pflegeheimen verwendet wird." Am 8. Dezember 1994 entstand mit Beschluss des Gemeinderats eine rechtlich unselbstständige Stiftung. "Die Brüder wollten etwas hinterlassen, das für die Ewigkeit ist und bleibt. Sie schätzten Industrielle wie Robert Bosch, und das Robert-Bosch-Krankenhaus war für sie ein Vorbild. Die Namen der beiden Stifter werden durch die Stiftung in Stuttgart permanent mit Leben gefüllt", so Kurz weiter.

Auf die korrekte Namensnennung der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung legen die Testamentsvollstrecker deshalb großen Wert. Krieger ergänzt: "Die Brüder waren schon immer äußerst sparsam und haben ihr Geld unter anderem in Grundstücke investiert. Ursprünglich war geplant, nur ein einziges Altenheim zu bauen. Es war aber schnell klar, dass noch mehr Mittel zur Verfügung stehen."

Noch zu Lebzeiten von Rudolf Schmid haben die Testamentsvollstrecker und ein Vertreter der Stadt deshalb mit ihm vereinbart, dass die Mittel auch für andere Einrichtungen verwendet werden dürfen, die den Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. "Vor allem die damalige Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch hat viele Ideen eingebracht. Diese haben wir dann Stück für Stück verwirklicht", sagt Krieger. Auf ihre Anregung hin wurde auch die Idee der Generationenhäuser geboren - damals ein Novum in der Altenpflege. 2002 nahmen die beiden Generationenhäuser Heslach und West der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung ihren Betrieb auf. Beim Bau der Einrichtungen achteten die Testamentsvollstrecker auf eine sorgfältige Planung bis ins kleinste Detail "und zwar so, dass wir auch selber einziehen würden", so Kurz.

Besonders hervorzuheben ist das Generationenhaus Heslach, in dem erstmalig in Stuttgart 50 stationäre Pflegeplätze für die Junge Pflege eingerichtet wurden. Bis heute ist es die landesweit größte Einrichtung ihrer Art. Zuvor wurden bereits zwei weitere Häuser der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung, das Haus Rohrer Höhe und die Kindertagesstätte Pfennigäcker, fertiggestellt. Die Begegnungsstätte in der umgebauten Schloss-Scheuer in Stammheim nahm 2001 den Betrieb auf. Insgesamt wurden in die genannten Projekte rund 48 Millionen Euro investiert. Die Testamentsvollstrecker sind stolz auf diese fünf Einrichtungen: "Das sind alles Vorzeigeprojekte, die der Stadt und ihren Einwohnern zugutekommen."

Weitere Neubauten sind in Zukunft nicht vorgesehen. Allerdings beteiligt sich die Stiftung mit Zuschüssen auch an anderen Projekten. "Wenn wir ein Vorhaben unterstützen, muss es zum Gedanken der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung passen", erläutert Werner Krieger. Dazu gehören wichtige Einrichtungen wie das Jugendhaus in Heslach und das Kinderschutzzentrum, die mit 1,2 Millionen Euro beziehungsweise 2,7 Millionen Euro durch die Stiftung gefördert wurden. Vor allem das Kinderschutzzentrum hätte ohne diesen Zuschuss wohl bis heute keine neuen und dringend benötigten größeren Räumlichkeiten erhalten.

Finanzierung der Stiftung sichergestellt

Edgar Kurz und Werner Krieger überwachen als Testamentsvollstrecker die sachgemäße Verwendung der Stiftungsmittel mit großer Sorgfalt, die nur nach ihrer Weisung eingesetzt werden dürfen - beide können jederzeit ein Veto einlegen. Sie sind an der erfolgreichen Umsetzung der Projekte maßgeblich beteiligt und kümmern sich um die realisierten Projekte mit großem Interesse und Engagement.

Der paritätische Stiftungsrat beschließt die Umsetzung geplanter Projekte. Er besteht aus den Testamentsvollstreckern, Bürgermeister Fuhrmann und Bürgermeisterin Dr. Sußmann. Bei größeren Volumina entscheidet der Verwaltungsausschuss. Den Vorsitz hat das Referat Soziales und gesellschaftliche Integration mit seiner Bürgermeisterin.

Das Stiftungsvermögen wird von der Kämmerei der Stadt Stuttgart verwaltet. Die laufenden Kosten der Stiftung werden durch die Mieteinnahmen aus den Grundstücken finanziert. "Wir haben insgesamt über fünf Millionen Euro für sonstige Zwecke, wie Renovierungen, Personalkosten oder Zuschüsse, aufgewendet", sagt Krieger. Kurz erklärt: "Dadurch haben wir Geld, zum Beispiel für erforderliche Umbauten oder Renovierungen, zur Verfügung."

Dass zum Beispiel eine Renovierung nicht ausgeführt wird, weil Geld fehlt und das Haus somit seinen Standard nicht mehr halten kann, wollen die Testamentsvollstrecker, denen die Stiftung sehr am Herzen liegt, unbedingt vermeiden. Das falle sonst auf die Stiftung und die Namen der Brüder zurück. Von den insgesamt 34 Stiftungen der Landeshauptstadt Stuttgart ist die Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung eine der bedeutendsten Stiftungen mit dem zweithöchsten Bilanzvolumen von zirka 29 Millionen Euro.

Von Zeitschriften und Versicherungen zum großen Erfolg

Die Brüder Rudolf Schmid und Hermann Schmid sind im Stuttgarter Westen aufgewachsen und lebten später in Degerloch. Rudolf wurde 1897 geboren, sein Bruder Hermann sieben Jahre später. Bereits während der Schulzeit halfen sie im väterlichen Unternehmen, einem 1899 gegründeten Buch- und Zeitschriftenvertrieb, aus. Hermann Schmid absolvierte eine Feinmechanikerlehre bei der Firma Bosch.

Als Vater Josef Schmid 1924 starb, übernahm er das Unternehmen und kümmerte sich intensiv um den Außendienst. Bruder Rudolf, gelernter Bank- und Versicherungskaufmann, wurde Teilhaber, übernahm die kaufmännischen Aufgaben und brachte die Versicherungssparte ein. Zuerst wurden diese noch in Kombination mit Zeitschriftenabonnements angeboten, später richteten die Brüder eine Generalagentur für drei namhafte Versicherungen ein: die Stuttgarter Versicherung, die Nürnberger Versicherung und die Hanse-Merkur.

Im Jahr 1959 wurde ein großer Neubau in der Immenhofer Straße 22 eingeweiht, der auch heute noch der Firmensitz ist. Heute zählt das Unternehmen mit einem leistungsfähigen Innen- und Außendienst zu den großen Geschäftspartnern der Stuttgarter Versicherung und der Nürnberger Versicherung.