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Laure M. Hiendl und Matthias Kranebitter erhalten den 65. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2020

21.02.2020 Kultur
Der 65. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2020 geht an Laure M. Hiendl und Matthias Kranebitter. Laure M. Hiendl wird für "Ten Bullets Through One Hole" für zwei Stimmen, Live-Elektronik und Live-Video aus dem Jahr 2018 mit dem 1. Preis ausgezeichnet, Matthias Kranebitter für "pitch study no.1 / contra violin" für Violine und Stereo Playback aus dem Jahr 2016 mit dem 2. Preis.

Laure M. Hiendl und Matthias Kranebitter erhalten 65. KompositionspreisVergrößernDie Preisträger: Laure M. Hiendl (links, Foto: Martin W. Maier) und Matthias Kranebitter (Foto: privat).Die Preisträger: Laure M. Hiendl (links, Foto: Martin W. Maier) und Matthias Kranebitter (Foto: privat).
Die Jury hat entschieden, die Preise entsprechend mit 7.000 und 5.000 Euro zu dotieren. Für den Kompositionspreis hatten 94 Teilnehmende insgesamt 173 Werke eingereicht. Die ausgezeichneten Kompositionen werden beim Preisträgerkonzert im Rahmen von ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart im Februar 2021 aufgeführt.

Mitglieder der Jury waren Björn Gottstein (Vertreter des Südwestrundfunks), Prof. Martin Schüttler (Vertreter der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart), Annesley Black (Komponistin), Prof. Markus Hechtle (Komponist), Samir Odeh-Tamimi (Komponist), Monika Pasiecznik (Musikwissenschaftlerin) und Boglárka Pecze (Ensemble Trio Catch, Klarinettistin). Den Vorsitz hatte der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer.

Der Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart ist Deutschlands ältester Preis für Komponistinnen und Komponisten Neuer Musik. Er ist aktuell mit 12.000 Euro dotiert und kann in einem oder in zwei Teilen vergeben werden. Ziel des Wettbewerbes ist es, Komponist*innen zu fördern und ihnen und der zeitgenössischen Musik den Weg ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu ebnen.

Zu den Preisträgern

Laure M. Hiendl arbeitet in den Zwischenbereichen von Konzertmusik, Performance, Musiktheater und Installation. Instrumente und Stimmen werden in Hiendls Arbeiten oft im Verhältnis zu Elektronik und digitalen Prozessen gesetzt und untersuchen dabei das Raum-Zeit-Körper-Verhältnis in Musik als ein immer schon theatrales, performatives und politisches Ereignis. Hiendls Arbeiten wurden bei verschiedenen Festivals und Institutionen gezeigt, wie Bergen Assembly/Parliament of Bodies (Bergen), Ultraschall (Berlin), 3hd Festival (Berlin), Impuls (Graz), Musica Electronica Nova (Breslau), Sacrum Profanum (Krakau), Installakcje Festival (Warschau), The Kitchen (New York), Akademie der Künste (Berlin) von Ensembles wie dem International Contemporary Ensemble (New York), Ensemble KNM Berlin, JACK Quartet (New York), Zafraan Ensemble (Berlin). Laure M. Hiendl promoviert derzeit an der Columbia University in New York bei George E. Lewis über queeres Komponieren.

Matthias Kranebitter thematisiert in seiner Musik Aspekte unserer Mediengesellschaft mit ihrer Informationsflut. Seine Kompositionen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Dichte und Heterogenität aus. Matthias Kranebitter bezieht unterschiedlichste (un)musikalische Materialien zur Enthierarchisierung und Relativierung von Dogmen und Tabus mit ein und arbeitet verstärkt mit Elektronik und neuen Medien. Seine Arbeiten wurden unter anderem mit dem Gustav-Mahler-Kompositionspreis 2006 (1. Preis), dem 1. Preis der Project Holland Symfonia Gaudeamus Music Week Amsterdam 2009, dem Impuls Kompositionspreis Graz 2013, dem Publicity Award der Austro Mechana 2013 und dem Förderungspreis der Stadt Wien 2014 prämiert. Matthias Kranebitter arbeitet mit Ensembles wie dem belgischen Nadar Ensemble, Decoder Ensemble Hamburg, Ensemble Mosaik Berlin, Talea Ensemble New York, Ensemble Phace und Klangforum Wien zusammen. Er ist Mitbegründer des Unsafe+Sounds Festivals und künstlerischer Leiter des Black Page Orchestras.

Mehr unter: www.stuttgart.de/kompositionspreis