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Willkommenspaten gesucht - Einführungsseminar für Interessierte am Mittwoch, 4. März

24.02.2020 Soziales
Die erste Zeit in einer neuen Stadt ist mit vielen Herausforderungen verbunden und deshalb nicht immer einfach. Aus diesem Grund gibt es in Stuttgart seit fünf Jahren Willkommenspaten. Das sind Bürgerinnen und Bürger, die Neustuttgartern aus dem Ausland, wie zum Beispiel der Koreanerin Yoonjee Seo, 36 Jahre alt, helfen, hier Fuß zu fassen. Elisabeth Eising ist von Anfang an als Willkommenspatin dabei und hat seither schon etliche Neuankömmlinge unterstützt. Früher war sie Arzthelferin, zog drei Kinder groß, nun übt sie mit Seo regelmäßig Deutsch, damit diese die Deutschprüfung besteht und sich dann um einen Job in der Mobiltelefonbranche bewerben kann.
Für neu Angekommene sucht die Stadt weitere Willkommenspaten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die den Neubürgern ehrenamtlich zur Seite stehen möchten, sind zum Einführungsseminar am Mittwoch, 4. März, um 17.30 Uhr im Stuttgarter Rathaus, Kleiner Sitzungssaal eingeladen. Anmeldung bei Claudia Grimaldi, claudia.grimaldi@stuttgart.de, oder telefonisch über 216-80392.

Damit die Integration funktioniert und aus Fremden Fachkräfte und nette Nachbarn werden, hat die Stadt 2014 ein Welcome Center eröffnet. Hier finden Menschen Unterstützung, um einen passgenauen Deutschkurs oder eine Arbeitsstelle zu finden. Falls die Erstberatung dort nicht reicht, können Neubürgerinnen und Neubürger am Willkommenspaten-Programm teilnehmen. Projektleiterin Claudia Grimaldi (Abteilung Integrationspolitik) hat ein sicheres Händchen bei der Vermittlung der Tandems. Wichtig seien das gleiche Geschlecht, gemeinsame Hobbys und idealerweise der Beruf. "Wenn beide Seiten aneinander interessiert und offen sind für die unbekannte Kultur, kann fast nichts schiefgehen", so Grimaldi.

Auch Rentner Claus Gerke und Ali Alabada, ein Arzt aus dem Irak, haben sich so gefunden. Der frühere Logistiker Gerke hilft Alabada beim medizinischen Deutschtest und sucht für den 30-Jährigen Praktika. "Wenn man sich engagieren und Menschen helfen kann, tut das gut. Ich lerne als Willkommenspate viele Menschen kennen und kann mein Wissen sinnvoll einbringen."

"Die Willkommenspaten engagieren sich gerne bei der Begleitung der Neubürger, denn aus der Patenschaft wird oftmals Freundschaft", sagt Grimaldi. "Ich bringe die Menschen zusammen und sie entscheiden dann selbst, wie oft sie sich treffen und wie lange." Eising war für viele Monate auch Türöffner für das syrische Brüderpaar Diaa und Ahmet (31) Alaloh, die auf Umwegen 2015 nach Stuttgart gefunden haben. Der 29-Jährige Diaa war durch die Kriegswirren an Rücken und Bein verletzt, er studierte Medizin in Syrien. In Stuttgart musste das Brüderpaar von vorne beginnen. Tatkräftig unterstützt von Elisabeth Eising, konnten sie nach der Sammelunterkunft in eine Wohnung umziehen. Außerdem wurde gemeinsam Deutsch gepaukt. Inzwischen studiert Diaa im 7. Semester Medizin und Ahmet Zahnmedizin. An Weihnachten sind die syrischen Brüder immer bei Familie Eising zu Gast, um das Fest gemeinsam zu feiern.