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Coronavirus SARS-CoV-2: Stadt und Klinikum "gut gewappnet" für mögliche Infektionsfälle in Stuttgart - OB Kuhn: "Auch wenn die Lage uns besorgt, behalten wir die Zuversicht"

03.03.2020 Gesundheit
Das Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich weiter aus, in Stuttgart gibt es bislang keine Infektionsfälle. Dennoch gehen städtische Experten davon aus, dass das Virus auch Stuttgart erreichen wird. Die Landeshauptstadt und das Klinikum haben sich darauf eingestellt. So trifft sich unter der Leitung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn ein vorbereitender Verwaltungsstab, bestehend aus Funktionsträgern der Verwaltung sowie Fachleuten, seit vergangener Woche regelmäßig. Am Dienstag, 3. März, haben Stadt und Klinikum über die aktuelle Lage informiert und einen Ausblick gegeben.
Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "Wir haben in Stuttgart eine gesteigerte Handlungsbereitschaft. Wir sind wegen des Coronavirus besorgt, zugleich behalten wir unsere Zuversicht. Wir tun alles, was die Risiken eindämmt. Dabei achten wir darauf, die Situation nicht zu verschärfen oder Panik hervorzurufen." Das Hauptziel sei, die Infektionskette zu unterbrechen und die Geschwindigkeit der Ausbreitung zu reduzieren.

Coronavirus Covid-19: Stadt und Klinikum ¿gut gewappnet¿ für mögliche Infektionsfälle in StuttgartVergrößernInformierten über die aktuelle Lage und gaben einen Ausblick (von links): Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Professor Jan Steffen Jürgensen, Medizinischer Vorstand des Klinikum Stuttgarts, und Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport. Foto: Lichtgut/Leif PiechowskiInformierten über die aktuelle Lage und gaben einen Ausblick (von links): Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Professor Jan Steffen Jürgensen, Medizinischer Vorstand des Klinikum Stuttgarts, und Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, sieht jeden Einzelnen in der Verantwortung, die Ausbreitung zu unterbinden: "Jeder kann mithelfen, die Dynamik einzugrenzen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Wichtig sei es, die Hygieneregeln einzuhalten - wie gründliches Händewaschen, in die Armbeuge niesen und husten oder im Krankheitsfall auf Abstand gehen.

Bei der Einschätzung des Risikos orientiere sich sein Amt an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, so Ehehalt. Zudem stimme er sich fortlaufend mit dem Landesgesundheitsamt ab. Weiterhin ist das Amt mit relevanten Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen oder Kindertagesstätten in engem Austausch.

"Im Prinzip verfolgen wir zwei Stränge", berichtete Ehehalt, "zum einen sind wir präventiv tätig und informieren die Bevölkerung, zum anderen leiten wir alles in die Wege, um schnell handeln zu können." Das Amt hat seine Kapazitäten aufgestockt: 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten am Telefon, erreichbar unter der Nummer +49 711 216-59390.

Professor Jan Steffen Jürgensen, Medizinischer Vorstand des Klinikum Stuttgarts, hält es für realistisch und erwartbar, dass es auch in Stuttgart zu Erkrankungen an dem Virus kommen wird. "Unser Hauptziel ist es, die Ausbreitung zu verlangsamen. Denn: Sehr viele Kapazitäten binden im Moment die Influenza und Infektionskrankheiten, die für den Einzelnen zum Teil weitaus bedrohlicher sind."

Dennoch sieht er das das Klinikum Stuttgart als größtes Krankenhaus in Baden-Württemberg "gut gewappnet" für etwaige Infektionsfälle mit SARS-CoV-2. "Die Abläufe sind abgesprochen und praktisch eingeübt." Er verwies auf eine separierte "Corona-Ambulanz" und die dahinterstehende Service-Kette zur Einleitung der Diagnostik. Bislang seien über 300 Personen getestet worden - alle negativ.

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, skizzierte die Möglichkeiten des Infektionsschutzgesetzes, das die Zusammenarbeit der Behörden regelt, um "übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern."

Schairer sagte: "Auf dieser Grundlage können wir ins öffentliche Leben eingreifen und nötige Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen. Das Amt für öffentliche Ordnung entscheidet nach Beratung mit dem Gesundheitsamt und den Verantwortlichen der Verwaltung. Die Maßnahmen sind weitgehend, zugleich wahren wir die Verhältnismäßigkeit."

Aktuelle Informationen zum Thema finden Sie unter www.stuttgart.de/coronavirus, dort sind Links zu den wichtigsten und zuverlässigen Quellen aufgeführt.