Presse
  •  

Coronavirus (SARS-CoV-2): Mittlerweile vier Infektionsfälle in Stuttgart - Ziel bleibt, die Ausbreitung zu verlangsamen - Verschiebung von Veranstaltungen

06.03.2020 Gesundheit

Zusammenfassung zum Coronavirus

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) breitet sich weiter aus: Bis Freitag, 6. März, 18 Uhr sind in Stuttgart vier Infektionsfälle offiziell registriert worden. Das hat das Landessozialministerium bekannt gegeben.

Bei den Erkrankten handelt es sich um
 
  • eine 54-jährige Frau, die im Rahmen eines beruflichen Treffens in Barcelona Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte,
  • einen 43-jährigen Mann, der zum Skifahren in Südtirol war,
  • einen 40-jährigen Mann, der sich zuvor in der Lombardei aufgehalten hat und
  • einen 51-jährigen Mann, der zum Skifahren in Südtirol war.

Nach bisherigen Erkenntnissen besteht kein Zusammenhang zwischen den Infizierten. Bei allen Fällen konnten die Kontaktpersonen schnell ermittelt und die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden.


Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, sagte: "Wir setzen nach wie vor alles daran, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen und die Dynamik einzugrenzen. Mit Hochdruck arbeiten wir sehr sorgsam jede Infektionsmeldung ab." Bei der Einschätzung des Risikos orientiere sich sein Amt an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, so Ehehalt. Zudem stimme er sich fortlaufend mit dem Landesgesundheitsamt ab. Weiterhin ist das Amt mit relevanten Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen oder Kindertagesstätten in engem Austausch.

Stabsgruppe im Rathaus eingesetzt

Die Landeshauptstadt Stuttgart und das Klinikum Stuttgart haben sich auf die Ausbreitung des Coronavirus eingestellt. Seit vergangener Woche trifft sich unter der Leitung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn regelmäßig eine Stabsgruppe, bestehend aus Funktionsträgern der Verwaltung sowie Fachleuten. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 3. März, hatte OB Kuhn gesagt: "Wegen des Coronavirus sind wir besorgt, zugleich behalten wir unsere Zuversicht und handeln besonnen. Wir tun alles, was die Risiken eindämmt."

Vorrangiges Ziel aller Maßnahmen der Stadt Stuttgart bleibt es, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Dazu zählen auch besondere Hygienehinweise wie beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, wodurch jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten kann.

Hinweise für Veranstalter

Was öffentliche Veranstaltungen anbelangt, hat die Verwaltung am Freitag, 6. März darauf hingewiesen, dass bei der aktuellen Lage im Grundsatz zunächst jeder Veranstalter selbst für die Durchführung einer Veranstaltung verantwortlich ist und anhand der vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Kriterien mögliche Optionen prüfen muss. Die Kriterien und Empfehlungen des RKI zeigen auf, welche Maßnahmen bei Großveranstaltungen Orientierung geben können, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Sie sind zu finden auf der Internetseite www.rki.de unter "Infektionsschutzmaßnahmen" oder auf www.stuttgart.de/coronavirus.

Der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamtes, Professor Stefan Ehehalt, rät Veranstaltern generell, sich an die Empfehlungen des RKI zu halten. Ehehalt: "Das ist eine sehr gute Orientierung für Veranstalter, egal wie groß ihre Veranstaltungen sind. Die Empfehlungen zu befolgen hilft, Veranstalter zu sensibilisieren, welchen Beitrag sie selbst zur Eindämmung des Coronavirus leisten können und sollten."

Dem Robert-Koch-Institut zufolge kann das Risiko auf Übertragung je nach Zusammensetzung der Teilnehmer, des Orts oder der Art der Veranstaltung steigen. Dazu liefert das RKI auf seiner Website eine Liste mit Anhaltspunkten. Auch Maßnahmen, um das Risiko einer Übertragung zu verringern, sind aufgelistet, beispielsweise eine angemessene Belüftung, Information über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes oder Einschränkungen für den Teilnehmerkreis.

Die Stadt bittet wegen der hohen Belastung des Gesundheitsamtes, sich zunächst mit den Kriterien und Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Veranstalter zu befassen. Sollten danach noch Fragen offenbleiben, können Veranstalter beim Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Beratung erfragen. Das Amt ist für solche Anfragen erreichbar unter gesundheitsamt@stuttgart.de.

Das Amt weist darauf hin, dass es derzeit nur noch zwingend erforderliche Aufgaben erfüllt. Zu Einschränkungen kommt es bei Einschulungsuntersuchungen, Zahnärztlichen Untersuchungen, der Strategischen Gesundheitsförderung, der HIV/STI-Sprechstunde und bei Trinkwasseruntersuchungen.

Verschiebungen von Veranstaltungen

Die Stadt wird eigene Veranstaltungen fortlaufend auf den Prüfstand stellen. Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes und um dem Risiko der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, kann es zur Verschiebung von Veranstaltungen kommen, bei denen eine Vielzahl von Menschen auf begrenztem Raum zu erwarten ist. Ein wichtiges Kriterium ist zudem, dass die Verschiebung einer Veranstaltung unter inhaltlichen Gesichtspunkten vertretbar ist, sie gut zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen ist und die Verwaltung handlungsfähig bleibt. Wann Veranstaltungen nachgeholt werden, kann noch nicht gesagt werden.

Verschoben werden zum aktuellen Zeitpunkt die Erste Stuttgarter Kinderversammlung, die für den 11. März 2020 im Rathaus geplant war, Sportjugendehrung, die für den 13. März 2020 terminiert war, sowie die Sportlerehrung, die nun nicht am 30. März 2020 in Bad Cannstatt stattfinden wird.
Verschoben wird auch die für den 23. März 2020 geplante Einwohnerversammlung im Stadtbezirk Obertürkheim.


Eine Vielzahl von Informationen, Hinweisen und wichtigen Links ist ab sofort auf der neu eingerichteten städtischen Website www.stuttgart.de/coronavirus zu finden.