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Coronavirus: Mittlerweile elf Infektionsfälle in Stuttgart - Professor Ehehalt: "Ziel bleibt, die Infektionsketten zu unterbrechen. Hygieneregeln unbedingt einhalten"

08.03.2020 Gesundheit
In Stuttgart sind bis Sonntag, 8. März - 16 Uhr, elf mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) infizierte Personen erfasst. Acht davon sind Heimkehrer aus Südtirol oder haben einen Bezug zu Südtirol, teilte die Stadt mit. In angeordneter häuslicher Isolation befinden sich etwa 80 Personen. Bei allen Fällen konnten die erforderlichen Maßnahmen schnell getroffen werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte am vergangenen Freitag auch Südtirol zum Risikogebiet erklärt.

Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts Stuttgart, sagte am Sonntag, 8. März: "Das RKI hat in seinem Erregersteckbrief mitgeteilt, dass die Inkubationszeit im Mittel bei fünf bis sechs Tagen liegt, allerdings bei einer Spannweite von einem Tag bis 14 Tagen. Das bedeutet, dass man auch in der zweiten Woche nach Rückkehr aus einem Risikogebiet wie Südtirol noch erkranken kann." (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html)
 
Die Unterbrechung der Infektionsketten, so Ehehalt weiter, sei weiterhin von überaus großer Bedeutung, weshalb die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts auch für Stuttgart nach wie vor sinnvoll und wichtig seien. Diese Empfehlungen lauten: Personen, die sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, sollten - unabhängig von Symptomen - unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit für die Dauer von 14 Tagen seit der Rückkehr aus dem Risikogebiet zu Hause bleiben. Beim Auftreten von akuten Symptomen sollten sie die Regeln für richtiges Husten und Niesen (in die Armbeuge) sowie eine regelmäßige und gute Händehygiene beachten und mit Hinweis auf die Reise einen Arzt telefonisch kontaktieren. (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html).

Hygieneregeln einhalten

Professor Ehehalt rät ungeachtet dessen allen dringend die wichtigsten Hygieneregeln einzuhalten: "Die Übertragung des Virus kann sehr schnell durch Niesen oder Anhusten erfolgen und von Hand zu Hand weitergegeben werden."

Deshalb gelte insbesondere:

  • Auf Händeschütteln ganz verzichten.
  • Niesen und Husten in die Armbeuge oder in Papiertaschentücher, die sofort entsorgt werden.
  • Möglichst nicht die Augen reiben oder ins Gesicht fassen.
  • Regelmäßig und gründlich die Hände waschen.

"Wer sich an diese einfachen aber effektiven Hygienehinweise hält, kann seinen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten", so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Eine Vielzahl von Informationen, Hinweisen und Links ist auf der städtischen Website www.stuttgart.de/coronavirus gebündelt, die regelmäßig aktualisiert wird.

Hinweise für Veranstalter

Was öffentliche Veranstaltungen anbelangt, hatte die Verwaltung am Freitag, 6. März darauf hingewiesen, dass bei der aktuellen Lage im Grundsatz zunächst jeder Veranstalter selbst für die Durchführung einer Veranstaltung verantwortlich ist und anhand der vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Kriterien mögliche Optionen prüfen muss. Die Kriterien und Empfehlungen des RKI zeigen auf, welche Maßnahmen bei Großveranstaltungen Orientierung geben können, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Sie sind zu finden auf der Internetseite www.rki.de unter "Infektionsschutzmaßnahmen" oder auf www.stuttgart.de/coronavirus.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Professor Ehehalt, rät Veranstaltern generell, sich an die Empfehlungen des RKI zu halten. Ehehalt: "Das ist eine sehr gute Orientierung für Veranstalter, egal wie groß ihre Veranstaltungen sind. Die Empfehlungen zu befolgen hilft, Veranstalter zu sensibilisieren, welchen Beitrag sie selbst zur Eindämmung des Coronavirus leisten können und sollten."

Dem Robert-Koch-Institut zufolge kann das Risiko auf Übertragung je nach Zusammensetzung der Teilnehmer, des Orts oder der Art der Veranstaltung steigen. Dazu liefert das RKI auf seiner Website eine Liste mit Anhaltspunkten. Auch Maßnahmen, um das Risiko einer Übertragung zu verringern, sind aufgelistet, beispielsweise eine angemessene Belüftung, Information über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes oder Einschränkungen für den Teilnehmerkreis.
 
Die Stadt bittet wegen der hohen Belastung des Gesundheitsamtes, sich zunächst mit den Kriterien und Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Veranstalter zu befassen. Sollten danach noch Fragen offenbleiben, können Veranstalter beim Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Beratung erfragen. Das Amt ist für solche Anfragen erreichbar unter gesundheitsamt@stuttgart.de.

Einschränkungen sonstiger Dienste im Gesundheitsamt

Das Amt weist darauf hin, dass es derzeit nur noch zwingend erforderliche Aufgaben erfüllt. Zu Einschränkungen kommt es bei Einschulungsuntersuchungen, Zahnärztlichen Untersuchungen, der Strategischen Gesundheitsförderung, der HIV/STI-Sprechstunde und bei Trinkwasseruntersuchungen.