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Schutzbedürftige jetzt noch stärker im Fokus - Video-Interview mit dem Leiter des Gesundheitsamts

18.03.2020 18:05 Aktuelles
Das neuartige Coronavirus breitet sich auch in der Landeshauptstadt Stuttgart weiter aus. Oberstes Ziel ist nach wie vor, die Infektionsketten zu unterbrechen. Allerdings steigen die Erkrankungsfälle rasant. Daher werden schutzbedürftige Gruppen jetzt noch mehr in den Fokus genommen.

Der Leiter des Gesundheitsamts, Professor Dr. Stefan Ehehalt, sagte am Mittwoch, 18. März 2020: "Wir testen weiterhin und intensivieren die Tests sogar - nämlich dort, wo es die größte Relevanz gibt. Die Tests werden strukturiert und standardisiert durchgeführt, zum Beispiel bei der Aufnahme von kritisch kranken Patienten im Krankenhaus. Gerade bei diesem Personenkreis werden vermehrt Screening-Untersuchungen gemacht, um abzuklären, ob jemand am Coronavirus erkrankt ist. Genauso geht man bei Patienten mit Anzeichen eines Infekts vor, die im Krankenhaus aufgenommen werden. Hier erfolgt eine Kohortierung auf speziellen Stationen, wo alle Patienten strukturiert getestet werden."

Hinweise für erkrankte Personen

Personen, die Anzeichen eines Atemweginfekts bei sich feststellen, rät Professor Ehehalt: "Leicht erkrankte Personen ohne Risikofaktoren für Komplikationen (zum Beispiel Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können bei Gewährleistung einer ambulanten Betreuung durch einen behandelnden Arzt und bei gesicherter häuslicher Versorgung zuhause bleiben, bis sie wieder ganz gesund sind." In der Regel sei dies der Fall, wenn für die Dauer von zwei Tagen keinerlei Symptome mehr vorhanden sind. Haushaltsangehörige sollten sich in anderen Räumen als die erkrankte Person aufhalten. Falls dies nicht möglich ist, wird laut dem Leiter des Gesundheitsamts die Einhaltung eines Abstands von mindestens einem bis zwei Meter zum Patienten empfohlen. Zudem seien die Hygieneregeln einzuhalten.

Ehehalt weiter: "Schwerer erkrankte Personen wenden sich an ihre Kinder- und Jugendarztpraxis beziehungsweise Hausarztpraxis und besprechen das weitere Vorgehen. Hierbei sollte man vorher dort anrufen und sagen, dass man an einem Atemwegsinfekt erkrankt ist." In Abhängigkeit der klinischen Symptome beziehungsweise weiterer Faktoren erfolge dann gegebenenfalls die weitere Diagnostik und Testung entweder in der Praxis oder in der in Stuttgart neu eingerichteten Fieberambulanz oder im Krankenhaus. Bei Notfällen sollten Patienten in jedem Fall Kontakt mit der Rettungsleitstelle (112) aufnehmen.

Das Video-Interview mit Professor Ehehalt gibt es ab Mittwoch, 18. März, ab circa 19 Uhr auch unter www.stuttgart.de/corona zu sehen.

Notwendige Verhaltensregel in Zeiten des Coronavirus

Generell gilt: Das Coronavirus wird durch direkten Kontakt untereinander verbreitet, insbesondere durch Tröpfchenübertragungen und Händeschütteln. Beachten Sie deshalb unbedingt die Hygieneregeln zum regelmäßigen Händewaschen und zum Niesen in die Armbeuge. Bleiben Sie auf Abstand zu anderen Personen, am besten zwei Meter. Das gilt auch beim Schlangestehen. Vermeiden Sie es dringlich, Menschentrauben zu bilden. Überhaupt sollten Sie soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren und zuhause bleiben. Vermeiden Sie unbedingt Ansteckungsrisiken. Nehmen Sie das Coronavirus ernst. Gehen Sie nicht leichtfertig mit Ihrer Gesundheit und der Ihrer Mitmenschen um. Beachten Sie zwingend alle Verbotsregeln. Nur so kann es gelingen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Ansteckungsketten zu unterbrechen.

Unter www.stuttgart.de/corona informiert die Stadt über das Virus und seine Auswirkungen auf das öffentliche Leben.