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Coronavirus: Mehr Platz für Infizierte und zur Quarantäne - Stadt mietet Schutz-Unterkünfte

26.03.2020 14:55 Aktuelles
In Stuttgart sind inzwischen 565 (Stand: 26. März 2020, 14 Uhr) gemeldete Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, teilte die Stadt am Donnerstag, 26. März, mit. Drei Menschen sind an den Folgen der Viruserkrankung verstorben (Stand: 26. März, 14 Uhr). Um die Kliniken weiter zu entlasten, eine gute medizinische Betreuung zu sichern und die Lage von isolierten Erkrankten zu verbessern, schafft die Stadt jetzt vorsorglich über 300 Plätze zur Unterbringung und Betreuung. Die gemieteten Gebäude sind über mehrere Stadtbezirke verteilt und werden von verschiedenen Hilfsdiensten im Auftrag der Stadt betrieben.

Die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Dr. Alexandra Sußmann erklärte: "Wir schaffen Schutz-Unterkünfte. Sie bieten Erkrankten einen Schutzraum zur Genesung." Sußmann weiter: "Sie können genutzt werden von Menschen, die sich als Verdachtsfälle in häusliche Isolation begeben müssen, oder von Erkrankten mit mildem Verlauf, deren Quarantäne angeordnet wurde, aber nicht in der eigenen Wohnung möglich ist. Auch können wir hier vorübergehend Patienten betreuen, die nicht im Krankenhaus versorgt werden müssen, sich aber auch nicht zu Hause versorgen können." Die Menschen seien an den Orten in Einzelzimmern untergebracht und würden so lange wie nötig professionell mit Pflege und Essen versorgt. Für sie gelten strenge Regeln der Quarantäne, deren Einhaltung überwacht würde. Die Zuweisung erfolge nach Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.

Die erste Einrichtung nimmt am Freitag, 27. März, ihren Betrieb auf. Das Deutsche Rote Kreuz kümmert sich dann in Stuttgart-Mitte um Quarantänefälle aus dem Kreis von Geflüchteten und von wohnungslosen Menschen. Das Gebäude bietet 34 Plätze. Wenn der Bedarf steigt, so könnten Schutz-Unterkünfte in Stuttgart-Wangen (40 Plätze), in Stuttgart-Ost (90 Plätze) zur Unterbringung allgemeiner Quarantänefälle genutzt werden. Zwei weitere Objekte böten 165 Plätze. Der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, Thomas Fuhrmann unterstrich: "Wir haben intensiv nach Objekten gesucht, die den Patienten besten Schutz bieten. Wichtig war uns, dass die Rahmenbedingungen und die Konditionen stimmen. Denn wir brauchen Flexibilität, um bei steigenden Infektionen handlungsfähig zu bleiben."