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Stadtdirektor Wolfgang Schanz geht in den Ruhestand

31.03.2020 Personalien
Stadtdirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Schanz geht Ende März in den Ruhestand. Als Leiter des Tiefbauamts Stuttgart und Erster Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Stuttgart (SES) war Wolfgang Schanz für zahlreiche Großprojekte des Tiefbaus und der Stadtentwässerung verantwortlich.
Wolfgang Schanz hat an der Universität Stuttgart Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Siedlungswasserwirtschaft studiert. Mit Abschluss der Großen Staatsprüfung trat er 1984 beim Tiefbauamt in den Dienst der Stadt Stuttgart ein. Nach Stationen in der Klärwerksplanung war Wolfgang Schanz von 1986 bis 1990 persönlicher Mitarbeiter des damaligen Tiefbauamtsleiters Erich Schurr und bekam mit dieser Aufgabe einen umfassenden Einblick in alle Belange des kommunalen Tiefbaus einer Großstadt. Schanz war durch den Vorsitz von Schurr bei der ATV - Abwassertechnischen Vereinigung (heute DWA) in Baden-Württemberg mit der Geschäftsführung des Landesverbands betraut.
 
Weitere Stationen führten Schanz als Leiter zur Abteilung Klärwerke und Kanalbetrieb, wo er für alle betrieblichen Belange der Stadtentwässerung verantwortlich war. In diese Zeit fiel auch die Gründung des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Stuttgart 1995 als einem der ersten Stuttgarter Eigenbetriebe. Mit der Form des Eigenbetriebs ließ sich der Anfang der neunziger Jahre absehbare notwendige Investitionsbedarf von nahezu 500 Millionen Euro in den folgenden Jahren unabhängig von der schwierigen städtischen Haushaltslage darstellen. 2005 hat Wolfgang Schanz die Grundlage für das bis heute bestehende und ständig aktualisierte und zertifizierte Qualitäts- und Umweltmanagementsystem gelegt.
 
2007 wählte der Stuttgarter Gemeinderat Schanz zum Leiter des Tiefbauamts und Erstem Betriebsleiter der Stadtentwässerung Stuttgart. Mehr als 100 neue Maßnahmen und umfangreiche Sanierungsprojekte konnten in seiner gut 13 Jahre dauernden Amtszeit umgesetzt und bis auf wenige Großprojekte wie die Erschließung des Neckarparks, die Verbindung B10/Leuze im Zuge des Straßenbauprojekts Rosensteintunnel oder die U6-Stadtbahnbrücke über die Autobahn 8 fertiggestellt werden.
 
Zu den Projekten gehörten unter anderem Tunnelstrecken für die Stadtbahn, Brücken und zahlreiche weitere Ingenieurbauwerke im Zuge der U6-Strecke zum Fasanenhof, der U15 durch Zuffenhausen sowie der U12 zwischen Aubrücke, Hallschlag und im Europaviertel. Insgesamt wurden acht unterirdische Stadtbahnhaltestellen aus Gründen des Brandschutzes umgebaut und mit Aufzügen barrierefrei zugänglich gemacht.
 
Für das Bahnprojekt Stuttgart 21 erhielt das Tiefbauamt 2007 die organisatorische Zuständigkeit für die Belange des Großprojekts. 2008 wurde ein Projektteam eingerichtet, in dem auf städtischer Seite Wissen und Kompetenz zum Bahnprojekt gebündelt sind. Im Zuge des Bahnprojekts wurden die Stadtbahntunnel im Bereich der Heilbronner Straße, des Kurt-Georg-Kiesinger-Platzes und im Bereich der Haltestelle Staatsgalerie umgebaut. Diese sind heute weitgehend fertiggestellt.
 
Zu den zahlreichen Einzelmaßnahmen, die in der Amtszeit von Wolfgang Schanz realisiert worden sind, zählen Altlastensanierungen, unter anderem im Schoch-Areal, die BMX-Weltcupstrecke, Brücken am Vier-Burgen-Steg, der Reger- und der Probststraße sowie am Hagelsbrunnen/Rohr, Brückensanierungen, die Digitalisierung verkehrstechnischer Anlagen, die Umrüstung auf sparsame Straßenbeleuchtung, der Ausbau von Radrouten und Radverbindungen, das Parkraummanagement, der Bau von Tiefgaragen zum Beispiel am Kursaal, Rossbollengässle, Friedrich-Eugens-Gymnasium und am Rathaus, Tunnelsanierungen, die Umgestaltung der Königstraße vom Bahnhof bis zum Wilhelmsbau oder die Überwege über Hauptstätter- und Konrad-Adenauer-Straße. Die Liste umfasst auch die Renaturierung und Sanierung von Gewässern (Feuerbach, Feuersee), Bau und Sanierung von zahlreichen Brunnenanlagen sowie zahlreiche Maßnahmen in den Stadtbezirken. Der Gesamtumfang der Maßnahmen betrug in dieser Zeit rund zwei Milliarden Euro - die Stadtbahnmaßnahmen nicht mitgerechnet.
 
Bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA), Abwasser und Abfall war Wolfgang Schanz Mitglied zahlreicher Fachgremien, Lehrer der Kläranlagen- und Kanalnachbarschaften, Mitglied des Vorstands und des Präsidiums sowie 14 Jahre Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg. Daneben war er Mitglied des Prüfungsausschusses für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst Baden-Württemberg. Um die Jahrtausendwende war er mehrfach in China und hielt dort Vorträge im Rahmen eines Förderprogramms des Bundesministeriums für Forschung und Bildung in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart.
 
Wolfgang Schanz war neben den technischen Belangen der Arbeit seines Amts und der SES stets wichtig, dem Gemeinderat sowie den Bürgerinnen und Bürgern Sinn und Nutzen der Projekte zu vermitteln sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seines Amtes bei ihren Aufgaben zu fördern und zu unterstützen.