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Garten-, Friedhofs- und Forstamt bekämpft die Raupen des Eichenprozessionsspinners

14.04.2020 Aktuelles
Ende April wird das Garten-, Friedhofs- und Forstamt wieder gegen die Raupen des Eichenprozessionspinners (EPS) in der Stadt und in Grünanlagen vorgehen. Die Bekämpfung ist notwendig, da einige Menschen allergisch auf die Haare der Raupen reagieren.

In diesem Jahr werden rund 2.100 Eichen behandelt. Der Schwerpunkt liegt im Außenbereich von Schulen, Schwimmbädern, Kindergärten, in stark frequentierten Straßen sowie in Grün- und Sportanlagen. Die Behandlung der Blätter erfolgt bei trockener und windstiller Witterung, beginnend mit dem Blattaustrieb im April und dauert bis Ende Mai. Unmittelbar nach der Behandlung können die Baumflächen wieder betreten werden.
 
Seit 2009 hat das Garten-, Friedhofs- und Forstamt gute Erfolge mit der vorbeugenden Spritzung von Eichen mit einer wässrigen Neemöl-Lösung erzielt. Für Mensch und Tier ungefährlich, wird mit dieser Bekämpfungsmethode die fressende EPS-Raupenpopulation stark reduziert. Mit dem einmaligen Spritzen verschwinden nicht alle Raupen des Eichenprozessionsspinners. Später auftretende Gespinstnester werden durch Absaugen mit einem Spezialstaubsauger entfernt. In naturnahen Gebieten wie Waldflächen, Natur- und Landschaftsschutzgebieten erfolgt keine Bekämpfung der Raupen. Empfindliche Personen sollten deshalb beim Betreten dieser Gebiete auf eine möglichst komplette Hautbedeckung an Hals und Armen achten und Flächen mit befallenen Eichen in den Monaten Juni bis August weitgehend meiden.
 
Der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner ist eine Schmetterlingsart aus Südeuropa, deren Raupen unangenehme Brennhaare haben. Im Spätsommer legt er seine Eier auf den Zweigen der Eichen ab. Aus diesen schlüpfen Ende April bis Anfang Mai des Folgejahres Jungraupen, die sich von den frisch ausgetriebenen Eichenblättern ernähren.
 
Auf Futtersuche wandern die Raupen häufig in langen Prozessionen (daher der Name Eichenprozessionsspinner) über Stämme und Äste, auch auf andere Eichen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen giftige Brennhaare. Diese können bei empfindlichen Menschen stark juckende, entzündliche Reaktionen der Haut, der Augen oder/und der Atemwege auslösen.

Der Eichenprozessionsspinner im Wald

Im Wald wird aus ökologischen Gründen auf die Bekämpfung grundsätzlich verzichtet. Auch ist es technisch nicht möglich, im Wald an allen Bäumen die Nester mechanisch anzugehen und diese abzusaugen. Die Eichenprozessionsspinner-Raupen zählen neben den Zecken, dem Fuchsbandwurm und dem Hantavirus zu den sogenannten "waldtypischen Gefahren". Es wird dringend davon abgeraten, befallene Waldgebiete aufzusuchen. Im letzte Jahr waren vor allem die Waldbereiche Fasanengarten bei Weilimdorf und die Waldebene Ost betroffen.

Hinweise zum Umgang mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners:

  • Der beste Schutz vor den Brennhaaren ist das Meiden betroffener Gebiete.
  • Schauen Sie die Eichen aufmerksam an unter denen Sie Ihren Liege- oder Picknickplatz einrichten wollen, ob sich dort Nester des Eichenprozessionsspinners befinden.
  • Raupen und Nester nicht berühren!
  • Empfindliche Hautbereiche wie Nacken, Hals und Unterarme schützen.
  • Die Bekämpfung der haarigen Raupen sollte Fachleuten überlassen werden. Laien gefährden ihre Gesundheit.
  • Achtung Hundehalter: Auch Hunde können allergisch auf die Brennhaare reagieren. Achten Sie beim Spaziergang auf Ihren Vierbeiner.

Bei Kontakt mit Raupenhaaren:

  • Sofort die Kleidung wechseln, heiß duschen und Haare waschen.
  • Die Kleidung waschen (über 40°C, Eiweiß degeneriert).
  • Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika, die auch bei Insektenstichen Verwendung finden.
  • Bei Auftreten allergischer Symptome sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hier bitte von sich aus auf den (möglichen) Kontakt mit Raupenhaaren hinweisen.
Weitere Informationen finden sich in dem Flyer "Haarige Plage - Was Sie über den Eichenprozessionsspinner wissen sollten"