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Mehr Grün in der Stadt: Treffpunkt Rotebühlplatz erhält Fassadengarten

24.04.2020 Umwelt
Wo der Platz für Bäume und Pflanzen begrenzt ist, wächst das Kreative: Innovative Ansätze können die Luft- und Lebensqualität steigern. So auch in der Stuttgarter Innenstadt: Der Treffpunkt Rotebühlplatz bekommt eine grüne Fassade. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte sich für den Erwerb des vertikalen Gartens des Hohenheimer Startups Visioverdis eingesetzt. Am Donnerstag, 23. April, haben die vorbereitenden Arbeiten am Gebäude begonnen.

Kuhn sagte am Freitag, 24. April: "Die Stadt wird im Sommer heißer, der Klimawandel ist voll in Stuttgart angekommen. Daher müssen wir zur Kühlung an allen Orten und ganz besonders an den heißen Stellen der Stadt mehr Grün ausbringen. Das geht auch in der Vertikalen! Mich freut besonders, dass wir für den Fassadengarten eines Stuttgarter Start-Ups eine so prominenten und geeigneten Standort am Rotebühlplatz gefunden haben."
 
Begrünte Fassaden wirken als Lärmdämpfer, binden Kohlenstoffdioxid, verbessern die Luftqualität und haben im Sommer eine kühlende Wirkung für ihre Umgebung wie auch für das Gebäude, an dem sie sich befinden. Zwischen Gräsern, grünen Stauden und Feuernelken wachsen drei Ligusterbäumchen waagerecht in dem vertikalen Garten des Hohenheimer Startups. Die Bäume rotieren fortlaufend. So verändert sich für die Pflanzen die Schwerkraft- und Lichtwahrnehmung und sie wachsen horizontal. Der Fassadengarten ist mit LAN, Wasser- und Stromleitung verbunden, sodass die Pflanzen automatisch versorgt werden. Sensoren steuern die Bewässerung und Rotation.
 
GraviPlant nennt Visioverdis die Idee, um Großstädte mit wenig Raum zu begrünen. Dr. Alina Schick, Gründerin und Geschäftsführerin von Visioverdis, sagte: "Das botanische Potential der Pflanzen wird oft vergessen. GraviPlants sind omnipotent, also echte 'Allrounder’: Im Vergleich zu Klimaanlagen, benötigen sie weniger Energiekosten, bezwecken neben der Fassadenkühlung aber auch Luftreinigung, fungieren als Feinstaubfilter und haben einen ästhetischen Anblick."
 
Bis März 2020 fand sich die Installation auf dem Campus der Universität Hohenheim. Nun wird die 8,50 Meter lange und 3,50 Meter hohe Garteninstallation in rund zwölf Metern Höhe am Treffpunkt Rotebühlplatz freihängend installiert. Die Arbeiten sollen Anfang Mai abgeschlossen werden. Für Anschaffung und Aufbau investiert die Stadt rund 120.000 Euro. Die Wartung der Installation wird voraussichtlich an einen externen Dienstleister vergeben.

Programm für mehr Grün in der Stadt

Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger können selbst für mehr Grün in der Stadt sorgen und dafür auf Unterstützung der Stadt zurückgreifen. Die Stadt fördert die Begrünung von Fassaden, Dächern und versiegelten Hofflächen. Außerdem unterstützt sie bei der Gründung und des Betriebs urbaner Gärten. Dafür hat sie 2014 das Kommunale Grünprogramm ins Leben gerufen, das das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung verantwortet.
 
Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0711/216-20325 oder der E-Mail urbanes.gruen@stuttgart.de melden. Förderrichtlinien und -anträge können unter www.stuttgart.de/gruenprogramm sowie www.stuttgart.de/urbanegaerten heruntergeladen werden.