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Kampf gegen Coronavirus: Stadt lässt Pflegende vorsorglich testen - OB Kuhn: "Bestmöglicher Schutz der Gesundheit"

24.04.2020 13:30 Aktuelles
Die Landeshauptstadt Stuttgart will den Schutz der Menschen in Alten- und Pflegeheimen vor dem Coronavirus ausbauen. Dazu lässt sie ab kommender Woche alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einmalig auf SARS-CoV-2 testen, die im Wohnbereich der Einrichtungen eingesetzt werden oder in direktem Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern stehen.
Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte am Freitag, 24. April: "Ältere wie Pflegebedürftige sind besonders vor dem heimtückischen Virus zu schützen. Ihnen, wie auch den Menschen, die sie pflegen und deswegen mit ihnen notwendigerweise in Kontakt kommen, wollen wir bestmöglichen Gesundheitsschutz bieten."
 
Die Bürgermeisterin für Soziales und Gesellschaftliche Integration Dr. Alexandra Sußmann, bekräftigte: "Uns ist es wichtig, unsere rund 60 Alten- und Pflegeheime in Stuttgart gut durch diese schwierige Phase zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen."
 
Der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, führte aus: "Das Virus effektiv einzudämmen gelingt am besten, wenn man weiß, wo es sich aufhält. Wir haben bislang vorrangig Menschen der kritischen Infrastruktur testen lassen. Die Alten- und Pflegeheime sollen durch die Tests Sicherheit erlangen, wie sie ihr Personal und die Bewohner noch besser schützen können." Sollten ein oder mehrere Mitarbeiter positiv getestet werden, wird die Testung innerhalb der Einrichtung ausgeweitet. Ehehalt weiter: "Damit kann dann die Heimleitung die richtigen Maßnahmen für Teilbereiche oder auch die ganze Einrichtung treffen. Wir beraten dann auch gerne."
 
Das Gesundheitsamt rechnet mit etwa 10.000 erforderlichen Tests, diese nehmen etwa zwei Wochen in Anspruch. Die Kosten werden geschätzt auf 370.000 Euro. Die Stadt strebt eine Kostendeckung über das Land (gemäß § 25 Infektionsschutzgesetz) an.
 
Aktuell gibt es in Stuttgart rund 1.300 bestätigte Infektionsfälle, davon sind 1.050 Menschen wieder genesen, 46 sind mit festgestellter Covid-19-Erkrankung verstorben, 14 davon lebten in Alten- und Pflegeheimen.