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Statistisches Monatsheft zur Entwicklung der Wirtschaftskraft Stuttgarts

28.04.2020 Wirtschaft
Im Hauptbeitrag des neuen Monatshefts des Statistischen Amts wird über die längerfristige Entwicklung der Wirtschaftskraft Stuttgarts im Vergleich mit den Stadtkreisen Baden-Württembergs berichtet. Untersuchungszeitraum sind die Jahre von 2000 bis 2017.
Die Stadtkreise des Landes Baden-Württemberg erwirtschafteten 2017 rund 28 Prozent des baden-württembergischen Bruttoinlandprodukts. Zur Jahrtausendwende lag dieser Prozentanteil sogar etwas höher (29 Prozent). Das gesamtwirtschaftliche Wachstum fiel damit im Land mit +60 Prozent kräftiger aus als das im Durchschnitt der Stadtkreise mit +52 Prozent. Stuttgart erzielte in dieser Zeit ein Wachstum von 55 Prozent.

An der Entwicklung Stuttgarts besonders auffällig war die starke Wachstumsdynamik des produzierenden Gewerbes, das mit +66 Prozent viel stärker expandierte als in anderen Stadtkreisen des Landes und im Landesdurchschnitt (+64 Prozent). Auf der anderen Seite wuchs in Stuttgart der Dienstleistungsbereich mit +50 Prozent weniger stark als in den meisten Stadtkreisen und im Landesdurchschnitt (+58 Prozent).
 
Der Wirtschaftsstandort Stuttgart konzentriert sich so im Kern auf zwei praktisch gleichstarke Wirtschaftszweige: das verarbeitende Gewerbe und den Wirtschaftszweig Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen, Immobilienwesen mit 29,8 beziehungsweise 29,6 Prozent der Bruttowertschöpfung. Damit löste das Verarbeitende Gewerbe wie Automobil- oder Maschinenbau in Folge seiner größeren Wachstumsdynamik den Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen als führender Wirtschaftszweig im Laufe der letzten 17 Jahre in Stuttgart ab. Im Jahr 2000 umfasste dieser noch 33 Prozent und das verarbeitende Gewerbe 24 Prozent der Stuttgarter Bruttowertschöpfung. Trotz bedeutender Firmen ist der Beitrag zur Bruttowertschöpfung des Bereichs Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation in Stuttgart mit 18 Prozent (2000: 17 Prozent) entsprechend kleiner. Das entspricht genau dem Landesdurchschnitt, ist aber im Vergleich mit den anderen baden-württembergischen Stadtkreisen der niedrigste Wert.
 
Das Monatsheft wird durch einen Bericht zum Thema "Polarisierung der Stuttgarter Wählerschaft" ergänzt. Außerdem wird eine Untersuchung zur Problemwahrnehmung der Stuttgarter Bevölkerung in Abhängigkeit vom Einkommen vorgestellt. Dabei geht es um die Frage: Haben die Bürgerinnen und Bürger laut Bürgerumfrage 2019 einen anderen Blick auf Problemlagen, wenn sie armutsgefährdet sind als die übrige Bevölkerung?
 
Das Monatsheft Nr. 3/2020 ist beim Statistischen Amt, Eberhardstraße 35, 70173 Stuttgart, Telefon 216-98587 im Internet unter www.stuttgart.de/statistikinfosystem oder per E-Mail an komunis@stuttgart.de zum Preis von 4 Euro erhältlich.