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Helden, wie Kinder sie brauchen In Zusammenarbeit mit der Stadt fördert KinderHelden Schülerinnen und Schüler

06.05.2020 Soziales
Lernförderung auf Distanz durch das Coronavirus - nicht einfach, aber machbar. Auch während der Corona-Krise sind die Mentoren der KinderHelden als Ferntandems für die Schülerinnen und Schüler der zwölf Kooperationsschulen im Stadtgebiet da. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Kindern mit erschwerten Startbedingungen. KinderHelden ist Teil des Netzwerks "Stuttgarter Paten für Bildung und Zukunft", das von der Stadt koordiniert wird.
Unter dem Motto "Helden, wie Kinder sie brauchen" legt die gemeinnützige Organisation ihren Fokus auf den Grundschulbereich und den Übergang in die weiterführenden Schulen. Den Schülerinnen und Schülern wird ein ehrenamtlicher Lern-, Lese- und Freizeitbegleiter zur Seite gestellt. Dieser trifft seinen Schützling meist in der Schule oder bei Freizeitaktivitäten. Durch das Coronavirus fallen diese Treffen momentan aus. Daher müssen die Lerntandems Alternativen finden: Telefonieren, Briefe schreiben und das Internet nutzen. Diese Situation trifft Kinder aus sozial schwachen Familien besonders hart. Sie können sich oft den Lernstoff nicht eigenständig aneignen, und die Eltern sind als "Ersatzlehrer" häufig überfordert. Gerade die technische Ausstattung in den Familien zeigt die sozialen Unterschiede auf. "In dieser schwierigen Phase benötigen die Kinder ihre Mentoren als zusätzliche Ansprechpartner, Lernbegleiter und Mutmacher", verdeutlicht Ralph Benz, Geschäftsführer der KinderHelden.
 
Unterstützung erhalten er und sein Team von Yvonne Schütz, stellvertretende Leiterin der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft der Stadt Stuttgart. Zusammen mit KinderHelden wurde kurzfristig das Projekt "DigiTandem" für neue Lerntandems ins Leben gerufen, das Kindern helfen soll, die beim "Homescooling" auf sich selbst gestellt sind. Hierfür werden nun Mentoren gesucht. Das Projekt ist vorerst bis zum Ende der Sommerferien geplant. Daneben werden die Projekte "Ich kann’s!" und "StarkMacher" von der Stadt gefördert.
 
"In unserer Abteilung steht die Bildungsgerechtigkeit im Vordergrund. Daher unterstützen wir gerne Programme, die Benachteiligungen ausgleichen", erklärt Schütz das zehnjährige Engagement der Stadt bei den KinderHelden. Gemeinsam findet ein regelmäßiger inhaltlicher Austausch statt, bei dem Lerninhalte und -ziele festgelegt und immer wieder überprüft werden. "Zusammen stellen wir den Bedarf fest und sprechen darüber, welche Lösungen es dafür gibt und welche Programme sich eignen", erklärt Schütz. "Außerdem prüfen wir, ob die Qualitätsstandards der Stadt eingehalten werden." Beide Projekte - "StarkMacher" und "Ich kann’s!" - wurden bereits zwei Mal mit dem Qualitätssiegel der Stadt für Patenprogramme ausgezeichnet. Während für schulgebundene Projekte wie "Ich kann’s!" eine Empfehlung der Kooperationsschule notwendig ist, wird bei "StarkMacher" schulunabhängig gefördert.
 
Zu den Förderschwerpunkten zählen unter anderem Rechtschreibung und Grammatik, Leseförderung, Freies Reden, Grundrechenarten und Hausaufgaben. Ziel ist die Stärkung im schulischen und persönlichen Bereich, um die Bildungschancen zu erhöhen, die schulischen Leistungen zu verbessern und das Selbstvertrauen zu stärken. Neben der schulischen Förderung ist die gemeinsame Freizeitgestaltung ein wichtiger und gleichwertiger Teil der Projekte. "Viele Kinder kennen die oft auch kostenlosen Freizeitangebote in der Stadt nicht. Die Mentoren können sie heranführen und gemeinsam mit ihnen neue Hobbys entdecken", klärt Ralph Benz auf. So erhalten die Kinder einen Einblick in eine andere Lebenswelt mit neuen Perspektiven.
 
Insgesamt wurden im aktuellen Schuljahr bisher weit über 300 Schülerinnen und Schüler durch die genannten Projekte von der Stadt gefördert. Damit unterstützt sie mehr als drei Viertel aller KinderHelden-Tandems in Stuttgart. Doch damit nicht genug: "Wir planen derzeit gemeinsam ein neues Projekt, das den Übergang von Kindern an das Gymnasium unterstützt und im kommenden Schuljahr starten soll", gibt Ralph Benz einen Ausblick.
 
Zu den zwölf Kooperationsschulen in Stuttgart gehören: Altenburgschule, Carl-Benz-Schule, Martin-Luther-Schule, Wilhelmsschule Untertürkheim, Wilhelmsschule in Wangen, Jakobschule, Schwabschule, Heusteigschule, Fasanenhofschule, Steinbachschule, Hohensteinschule und Pragschule. Für diese Schulen und vor allem für das Projekt "DigiTandem" werden ehrenamtliche Mentoren gesucht, die den Kindern Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Der zeitliche Aufwand eines Mentors beträgt zirka zwei bis drei Stunden pro Woche. Information und Anmeldung unter www.kinderhelden.info.