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Geschichte des Killesbergs - Neuer Band der Veröffentlichungsreihe des Stadtarchivs erschienen

11.05.2020 13:50 Bildung
Der Höhenpark Killesberg ist nicht nur in Zeiten der Pandemie ein beliebtes stadtnahes Erholungsgebiet, ein Identifikationspunkt der Bürger sowie ein über Stadt und Region hinaus bekanntes Gartendenkmal.
Die Geschichte des Killesbergs birgt viele spannende Aspekte. Auf dem ehemaligen Steinbruch- und Freizeitgelände entstand 1939 eine Reichsgartenschau, die städteplanerische Gesichtspunkte einbezog, auch ein Tierpark war geplant. Der soeben erschienene und reich bebilderte Band 113 der Veröffentlichungen des Stadtarchivs Stuttgart "Killesberg. Reichsgartenschau - Gartendenkmal - Gedenkort" enthält Beiträge von namhaften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie unmittelbar Beteiligten. Er ist das Ergebnis einer Ausstellung und Tagung des Stadtarchivs sowie des Garten-, Friedhofs- und Forstamts anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums 2014.

Die viel besuchte Gartenschau war eine scheinbar unpolitische Manifestation der sogenannten NS-Volksgemeinschaft. Aber 1941 und 1942 errichtete die Gestapo dort Sammellager für die Deportation jüdischer Menschen aus Südwestdeutschland - der Killesberg wurde damit zum Ort der schrecklichen "Aussonderung" aus der Gemeinschaft. Mit den Erinnerungszeichen der Jahre 1962 und 2013 ist der Killesberg heute ein wichtiger Gedenkort.
Bald nach dem Krieg setzte die Stadt zwar die Gartenschau-Tradition auf dem Killesberg fort - und baute zugleich auf Kosten des Parks einen stets wachsenden Messe- und Veranstaltungsstandort aus, zuletzt noch in großem Ausmaß bereits während der Vorbereitungen für die IGA 93, die dann zugleich das Ende des Messestandorts und deren Verlagerung auf die Fildern einleitete.

Der vorliegende Band geht dieser wechselvollen Geschichte des Killesbergs nach. Welche stadtgeschichtliche Funktion besaß der zur 3. Reichsgartenschau 1939 konzipierte Park, wie ist er in der Geschichte der Freiraumplanung einzuordnen? Welche Folgen hatte der fortgesetzte Ausbau eines Messe- und Veranstaltungszentrums seit den 1950er-Jahren? Wie kam es zur Ausweisung als Gartendenkmal und welche Perspektiven ergeben sich heute aus dieser Entwicklung?

Der neue Band versammelt Beiträge von namhaften Wissenschaftlern und direkt Beteiligten. Killesberg. Reichsgartenschau - Gartendenkmal - Gedenkort. Hrsg. Roland Müller. Verlag Regionalkultur 2020. ISBN 987-3-95505-185-3; 19,90 Euro (nur im Buchhandel). https://verlag-regionalkultur.de/in-vorbereitung/1182/killesberg