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Klimaschutz: Verwaltung informiert zum Aktionsprogramm "Weltklima in Not - Stuttgart handelt" - Photovoltaik-Fassade am Rathausturm geplant

15.05.2020 14:30 Umwelt
Die Umsetzung des Aktionsprogramms "Weltklima in Not - Stuttgart handelt" von Oberbürgermeister Friz Kuhn kommt gut voran. Am Freitag, 15. Mai, berichtete die Verwaltung im Ausschuss für Klima und Umwelt zum aktuellen Stand und informierte über anstehende Projekte.

OB Kuhn sagte: "Der Klimaschutz darf in Stuttgart keine Pause haben. Klar ist, dass wir während der Corona-Pandemie auch viele andere wichtige Aufgaben bewältigen müssen. Dennoch kommen wir mit unseren Zielen im Aktionsprogramm gut voran. Sobald es wirtschaftlich und personell wieder vollumfänglich möglich ist, werden wir unsere Aktivitäten im Klimaschutz weiter steigern."

Die Landeshauptstadt Stuttgart arbeitet in enger Abstimmung mit ihren Beteiligungsgesellschaften wie zum Beispiel den Stadtwerken Stuttgart oder der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft an dem Ziel, bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden. Derzeit sind weitere Förderprogramme in Arbeit, die Bürgerinnen und Bürgern zukünftig noch mehr bei der Nutzung von erneuerbaren Energien und bei der Gebäudesanierung unterstützen werden. Hierzu zählt unter anderem das städtische Förderprogramm zur energetischen Modernisierung von Wohngebäuden. Das Energiesparprogramm wird auf ein Budget von 75 Millionen Euro erweitert. Damit soll die energetische Modernisierung von Gebäuden für Bürgerinnen und Bürger sowie zukünftig auch Wohnungsunternehmen und -baugesellschaften gefördert werden. Ziel bei der Förderung ist die mieterfreundliche Steigerung der Sanierungsrate.

Auch die Energieberatung und die Erstellung von Quartierskonzepten wird im Rahmen des Aktionsprogramms nochmals ausgeweitet. Dafür wird unter anderem die Finanzierung des Energieberatungszentrums Stuttgart e.V. erhöht. Er bietet Gebäudeeigentümern in Stadtteilen mit hohem energetischen Verbesserungspotenzial kostenlose Energieberatungen an. Parallel wird der Anteil an Stadtgrün und Wasserflächen derzeit massiv ausgebaut, zum Beispiel durch Baumpflanzungen oder Maßnahmen zur gezielten Kühlung der 20 heißesten Punkte im Stadtgebiet.

Stadt treibt Ausbau der Solastrom-Erzeugung voran

OB Kuhn hat einen Fokus des Aktionsprogramms auf den Ausbau der erneuerbaren Energien und insbesondere der Solarenergienutzung in Stuttgart gelegt. Die Landeshauptstadt Stuttgart ist mittlerweile wesentlicher Treiber für den Ausbau der Solastrom-Erzeugung (Photovoltaik) in Stuttgart: Ganze 56 Prozent der im letzten Jahr neu installierten Leistung an Photovoltaik wurde entweder von der Landeshauptstadt selbst oder durch die Stadtwerke Stuttgart realisiert. Damit konnte eine enorme Steigerung beim Ausbau der erneuerbaren Energien durch Solarenergienutzung erreicht werden, die Stadt ist für mehr als die Hälfte davon verantwortlich.

Weitere Meilensteine werden nun angegangen. Bis 2025 sollen alle städtischen Schulen, sofern dies technisch möglich ist, mit Solarenergieanlagen ausgestattet werden. Auch Fassaden sollen künftig zur Solastrom-Erzeugung genutzt werden: So soll die Ost- und Süd-Fassade des Stuttgarter Rathausturms mit einer großflächigen Photovoltaikanlage bestückt werden. Das Vorhaben kann über das stadtinterne Contracting finanziert werden, der Gesamtinvest beträgt rund 243.000 Euro. Die Installation soll bis Herbst dieses Jahres umgesetzt werden. Die Details der Gestaltung wird die Verwaltung den Gemeinderäten vorstellen.

"Wenn wir die städtischen Potenziale heben wollen, müssen wir nicht nur Dächer, sondern auch Fassaden teilweise mit Solaranlagen ausstatten. Die Turm-Anlage wird die bereits bestehenden Dachanlagen des Rathauses ergänzen und weitere 43.000 Kilowattstunden Strom jährlich erzeugen", so Dr. Jürgen Görres, Leiter der städtischen Energieabteilung. Damit würde man jährlich weitere 22 Tonnen CO2 einsparen.

Aktionsprogramm "Weltklima in Not - Stuttgart handelt"

Ziel des 200 Millionen Euro starken Aktionsprogramms ist es, die Aktivitäten im Klimaschutz zu steigern und bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein. Deswegen will die Stadt den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 bis 2030 um 65 %, bis 2040 um 80 % und bis 2050 um 95 % senken, bis 2030 keine Energie mehr aus Kohle nutzen, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2025 auf 30 % steigern sowie bis 2050 eine vollständige nachhaltige Energieversorgung erreichen. Dazu nutzt die Stadt einen Klimaschutzfonds, der mit den Haushaltsüberschüssen des Jahres 2018 gefüllt wird.

Das Geld ist als zusätzliches Budget zu den bereits im Haushalt vorgesehenen Mitteln zu Energie- und Klimaschutz vorgesehen. Damit ist eine schnellere Umsetzung der Energie- und der Verkehrswende möglich. Zugleich soll das Programm für mehr Grün und für mehr Wasser in der Stadt sorgen und für ein nachhaltiges Nutzerverhalten werben. Die Ziele des Aktionsprogramms Klimaschutz "Weltklima in Not - Stuttgart handelt" voranzutreiben und erfolgreich umzusetzen ist Aufgabe aller Referate und Ämter der Stadtverwaltung. Über Fortschritte und den Sachstand bei der Umsetzung des Aktionsprogramms berichtet die Verwaltung jährlich.