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Coronavirus: Gesundheitsamt weist auf die Wichtigkeit der korrekten Anwendung der Mund-Nasen-Bedeckungen hin

12.06.2020 11:40 Aktuelles
In der aktuellen Corona-Krise ist das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen überall dort verpflichtend, wo viele Menschen zusammenkommen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann - zum Beispiel beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr.

Durch die Mund-Nasen-Bedeckungen kann laut Robert-Koch-Institut das Risiko einer Ansteckung anderer mit dem Virus verringert werden. Beim richtigen Umgang damit sind jedoch wesentliche Dinge zu beachten. Darauf weist das städtische Gesundheitsamt hin.

Professor Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, sagte am Freitag, 12. Juni: "Ich sehe immer wieder Personen, die ihre Maske nachlässig tragen. Manche ziehen sie nur über den Mund und manche auch nur alibimäßig übers Kinn. Beides ist nicht korrekt und hilft auch nicht. Die Maske muss über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen." Auch sollten die Mund-NasenBedeckungen nicht ständig angefasst und auch nicht in die Hosen-, Jacken- oder Handtasche geknüllt werden. Denn so können sich nach Einschätzung von Experten Erreger, Pilze oder Bakterien breitmachen. Ehehalt rät: "Wenn die Mund-NasenBedeckung durchnässt ist, sollte sie abgenommen und gegebenenfalls ausgetauscht werden." Neben der sachgemäßen Anwendung sei es laut dem Leiter des Gesundheitsamts auch unerlässlich, die weiteren Vorgaben und Hygienevorschriften zu befolgen: "Die einfachen Mund-Nasen-Bedeckungen schützen in erster Linie nicht deren Träger, sondern die Mitmenschen. Man darf sich damit nicht in Sicherheit wiegen. Sie sind kein Ersatz für Abstand halten, Hände waschen und in die Armbeuge husten und niesen."

Funktionsweise verschiedener Masken

Es gibt verschiedene Maskenarten, mit denen Mund und Nase bedeckt werden. Sie haben jeweils einen bestimmten Zweck und eine bestimmte Schutzfunktion. Im Grunde genommen unterscheidet man im Wesentlichen zwischen dem einfachen, behelfsmäßigen Mund-Nasen-Schutz als Spuckschutz, dem medizinischen MundNasen-Schutz in Form von OP-Masken und den Halbmasken mit und ohne Filter wie die FFP2-Maske und die FFP3-Maske.

Einfacher Mund-Nasen-Schutz (Spuckschutz, Community Masken):

Charakteristisch für den einfachen - oft selbstgemachten - Mund-Nasen-Schutz, dem sogenannten Spuckschutz oder auch "Community Maske" genannt, ist, dass er einen gewissen Schutz für die Umgebung bietet. Er bildet eine Barriere und hält so eigene Tröpfchen zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen zurück. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt für die Nutzung des einfachen, der Allgemeinheit dienenden Mund-Nasen-Schutzes unter anderem folgende Regeln:

  • Die gängigen Hygienevorschriften, insbesondere die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI, www.rki.de) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, www.infektionsschutz.de) sind weiterhin einzuhalten.
  • Auch mit Mund-Nasen-Schutz sollte der von der WHO empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter, besser zwei Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.
  • Beim Anziehen eines Mund-Nasen-Schutzes ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Hände sollten vorher gründlich mit Seife gewaschen werden.
  • Die Außenseite des gebrauchten Mund-Nasen-Schutzes ist potenziell erregerhaltig. Um eine Kontaminierung der Hände zu verhindern, sollte diese möglichst nicht berührt werden.
  • Nach Absetzen des Mund-Nasen-Schutzes sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20 - 30 Sekunden mit Seife).
  • Der Mund-Nasen-Schutz sollte nach dem Abnehmen in einem Beutel o.Ä. luftdicht verschlossen aufbewahrt oder (falls dies das Material zulässt) sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Der Mund-Nasen-Schutz sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Beachten Sie eventuelle Herstellerangaben zur maximalen Zyklusanzahl, nach der die Festigkeit und Funktionalität noch gegeben ist.

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske):

Der medizinische Mund-NasenSchutz dient ebenfalls hauptsächlich dem Schutz des Gegenübers. Er wird beispielsweise als OP-Maske bei medizinischen Eingriffen eingesetzt, um zu verhindern, dass möglicherweise infektiöse Tröpfchen aus der Atemluft des Behandelnden in offene Wunden eines Patienten gelangen. Für den Träger selbst bietet der medizinische Mund-Nasen-Schutz nur bedingt Schutz gegenüber erregerhaltigen Tröpfchen.

Filtrierende Halbmasken (FFP 2 und FFP 3):

Die filtrierende Halbmaske dient vor allem dem Arbeitsschutz im medizinischen und pflegerischen Bereich, wobei die Filterfunktion bei FFP 3-Masken höher ist. Für die Versorgung von COVID-19Patienten sind FFP 2-Masken in der Regel ausreichend. Die FFP-Masken haben also eine Filterfunktion und schützen vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Bei korrektem Sitz sind sie kaum durchlässig. Es gibt Masken ohne Ausatemventil und Masken mit Ausatemventil. Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete Luft als auch die ausgeatmete Luft und bieten daher sowohl für den Träger als auch für das Gegenüber einen Schutz. Masken mit Ventil erleichtern das Atmen, aber filtern nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt.
 
Weitere Hinweise zum Unterschied zwischen einem einfachen, selbst hergestellten Mund-Nasen-Schutz für die Allgemeinheit und Spezial-Masken für medizinische und pflegerische Dienste sowie zu deren Handhabung gibt es auf der Homepage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte unter https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzm asken.html.
Weitere Informationen zum Corona-Virus sowie die aktuellen Infiziertenzahlen in der Stadt Stuttgart gibt es unter www.stuttgart.de/corona.