IVLZ - die nächsten Schritte zu einer umfassenden Mobilitätszentrale

Wie vom Gemeinderat der Stadt Stuttgart 2001 beschlossen, soll die Integrierte Verkehrsleitzentrale (IVLZ) stufenweise weiterentwickelt werden. Vor dem Hintergrund des Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart" wurde die IVLZ als zentrales Element für alle Formen der Mobilität in der Landeshauptstadt definiert und folgende Aufgabenfelder festgelegt:

  • Umwelt: Umweltgerechte und immissionsabhängige Verkehrssteuerung
  • ÖPNV: Beobachtung und Unterstützung des Betriebsablaufs von Bussen und Stadtbahnen
  • Motorisierter Individualverkehr: Erkennen, Steuern und Informieren
  • Fußgänger: Optimale Bedienung des Fußgängerverkehrs und Einsatz der bestehenden Technik für Fußgänger (Anpassung an veränderte Fußgängerströme, Regelung an Haltestellen und Schulwegen, Grünzeitverlängerungen, Verkehrsversuche an Fußgängerampeln)
  • Radverkehr: Steuerung, z.B. Reaktion auf erhöhtes Radverkehrsaufkommen durch dynamische Anpassung von Ampelprogrammen, Verkürzung der Wartezeit an Ampelanlagen und unter Berücksichtigung anderer Verkehrsträger
  • Rettungsdienste: Effektive verkehrstechnische Unterstützung von Rettungseinsätzen
Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel, in den Jahren 2020 und 2021, folgende Maßnahmen umzusetzen:

Maßnahmen aus dem Sofortprogramm "Saubere Luft" der Bundesregierung

Aufbau eines Qualitätsmanagement- und Analysetools für die bestehenden Verkehrsdaten

Aufbau eines digitalen Analyse-Tools zur Qualitätssicherung, Aufbereitung, Auswertung und Veröffentlichung von bei der Landeshauptstadt Stuttgart verfügbaren digitalen Verkehrsdaten, wie zum Beispiel die Daten der 400 Messstellen, der Reisezeiten und des ÖPNV.

 
Digitale Verkehrslagekarte

Zur Unterstützung und Optimierung des operativen Verkehrsmanagements in der Landeshauptstadt Stuttgart wird eine digitale Verkehrslagekarte aufgebaut, die alle verfügbaren verkehrstechnischen Systeme, wie die Ampelanlagen, die Variotafeln, die Leitsysteme, die Verkehrslagedarstellung etc. in einem System bündelt.

 
Echtzeit-Reisezeiten

Aufbau eines Systems zur Verarbeitung und Anzeige digitaler Reisezeitinformationen als Grundlage für die Planung, Auslösung und Evaluierung von umweltsensitiven Verkehrssteuerungsstrategien im Individualverkehr und ÖPNV.

 
Digitales strategisches Netz

Ziel ist die Erstellung eines digitalen strategischen Netzes auf Grundlage des Straßen- und Schienennetzes der Stadt Stuttgart. Stuttgart verfügt derzeit nicht über ein abgestimmtes strategisches Netz. Durch die Aktualisierung und Digitalisierung der bestehenden Teilnetze und die Ergänzung zu einem gesamtstädtischen digitalen strategischen Netz werden die Entwicklung und Aktivierung automatisierter Strategien in der IVLZ unterstützt. Dadurch können emissionskritische Fahrzustände vermindert und der Verkehrsablauf des ÖPNV stabilisiert werden. Das digitale strategische Netz bildet darüber hinaus die Grundlage für die zukünftige Kommunikation von Straßeninfrastruktur und Fahrzeug, insbesondere im Hinblick auf die Weiterentwicklung des teilautomatisierten bzw. autonomen Fahrens.

Digitale Vernetzung verschiedener Datenquellen zur Analyse und Visualisierung des Stuttgarter Stadtverkehrs im Hinblick auf stickoxidkritisches Fahrverhalten.

Systementwicklungsbereiche für Benzin- und Dieselmotoren kennen die physikalischen/chemischen Zusammenhänge zwischen Fahrverhalten und Stickoxidemissionen. Die IVLZ kann über Ampelschaltungen, Beschilderung und Überwachung des Verkehrs direkten oder indirekt Einfluss auf das Fahrverhalten nehmen.

Über die digitale Vernetzung von Informationen aus dem Verkehr mit einer Emissionssimulation sollen das Wissen der Motorentechnik mit der Verkehrssteuerung verknüpft und Strategien erarbeitet werden, um den Stickoxidausstoß der aktuellen Fahrzeugflotte kurzfristig zu reduzieren.

 
Virtuelle Schilder

Aufbau einer neuen Kommunikations-Software zur Übermittlung digitaler, nutzerspezifischer Verkehrsinformationen an jedem beliebigen Ort. Damit wird eine deutlich verbesserte Echtzeit-Information der Verkehrsteilnehmer in Bezug auf aktuelle und prognostizierte Verkehrslagen erreicht.

Erneuerungsmaßnahmen

Erneuerung der Fahrstreifensignalisierung Talstraße

Die bestehende Fahrstreifensignalisierung kann aufgrund ihres Alters nicht mehr zuverlässig betrieben werden. Um die IVLZ wieder in den Stand zu versetzen, den Verkehr in diesem Bereich umfassend zu steuern, ist eine Erneuerung der Anlage erforderlich.

 

Erneuerung des Leitsystems NeckarPark

Das bestehende Leitsystem NeckarPark kann aufgrund seines Alters nicht mehr zuverlässig betrieben werden. Um die IVLZ wieder in den Stand zu versetzen, den Verkehr in diesem Bereich umfassend zu steuern und zu lenken, ist eine Erneuerung der Anlage erforderlich.

 

Erneuerung und Vervollständigung der Verkehrstechnik zur Entfluchtung im NeckarPark

Die im NeckarPark bestehenden Einrichtungen für die Entfluchtung wurden für Volks- und Frühlingsfest provisorisch  eingerichtet. Eine darüberhinausgehende, umfassende verkehrliche Konzeption für den Fall einer Entfluchtung der großen Veranstaltungsstätten fehlt. Es ist das Ziel diverse verkehrstechnische Ausstattungen zu installieren, um im Falle einer Entfluchtung eine umfassende Sperrung des Areals verkehrstechnisch zu unterstützen. Gleichzeitig können diese Systeme auch dauerhaft für das Verkehrsmanagement im Zuge von Veranstaltungen im NeckarPark genutzt werden.

 
Erneuerung der ersten Generation Kameras

In den ersten Jahren der IVLZ wurden 30 Kameras mit analoger Übertragungstechnik gebaut. Diese sind in der Zwischenzeit sehr störanfällig. Für ein betriebssicheres und zukunftsfähiges Verkehrsmanagement ist deshalb die Erneuerung der Kameras mit analoger Technik erforderlich.

 
Erneuerung Leitraumtechnik der IVLZ

Die im Leitraum verfügbare Technik ist veraltet. Es sind Maßnahmen im Leitraum in den Bereichen Möblierung, Beleuchtung, Akustik und Belüftung, sowie erhebliche Maßnahmen im Bereich der Gebäude-Netzwerktechnik erforderlich.

 

Ausbaumaßnahmen

Verkehrsmanagement Bereich Neckar und Lückenschlüsse

Aufbau eines Messstellen- und Kameranetzes zur Analyse des Verkehrsgeschehens in den Stadtbezirken entlang des Neckars. So wird die Möglichkeit geschaffen, über die bestehenden technischen Einrichtungen und gezielte Verkehrsinformationen auch in diesem Bereich aktiv Einfluss auf den Verkehr zu nehmen.

 
Lückenschlüsse Variotafeln im Stadtgebiet

Für den vollständigen Ausbau des Variotafel-Systems werden noch weitere Standorte an wichtigen Verkehrsknotenpunkten und Zufahrtsstrecken benötigt, um die Informationsbereitstellung und Handlungsempfehlungen flächendeckend im gesamten Stadtgebiet sicherstellen zu können.

 
  Personelle Weiterentwicklung
 
  • Ingenieur für das operative Verkehrsmanagement in der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ)
  • Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung und Systemintegration) in der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ)

 
 

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