Reiseverkehr mit Heimtieren

Bestimmungen für den Reiseverkehr mit Heimtieren

Für den Reiseverkehr mit Heimtieren wie Hunden, Katzen und Frettchen gelten zur Vermeidung von Tollwut strenge Vorschriften, die aber von Land zu Land unterschiedlich sein können. Deshalb ist es wichtig, sich vor Reiseantritt gründlich über die bestehenden Regelungen für die verschiedenen Reiseländer zu informieren.
Innerhalb der EU und für die Rückreise aus Nicht-EU-Ländern gelten die Verordnungen (EU) 576/2013 und 577/2013.
Tiere, die nicht den Anforderungen dieser Verordnungen entsprechen, müssen auf Kosten des Halters in das Herkunftsland zurückgeschickt oder kostenpflichtig in amtlicher Quarantäne untergebracht werden. Bei einem entsprechenden Krankheitsverdacht ist sogar die Tötung zulässig!

Wertvolle Tipps zur Urlaubsplanung mit Tieren erhalten Sie auch auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Angaben zu den Vorgaben von Nicht-EU-Ländern erhalten Sie bei Konsulaten, Botschaften oder auf den offiziellen Internetseiten der jeweiligen Reiseländer.

Reiseverkehr zwischen den EU-Mitgliedstaaten

  1. Jedes Tier muss auf der Reise von einem EU-Heimtierpass begleitet werden. Diesen stellen in Baden-Württemberg alle praktizierenden Tierärzte aus.
  2. Die Tiere müssen entweder mit einer deutlich lesbaren Tätowierung oder einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Seit  3. Juli 2011 ist nur noch die Kennzeichnung der Tiere durch Mikrochip zulässig.
  3. Die Tiere müssen eine gültige Tollwutimpfung vorweisen.
    Die Einfuhr nicht gegen Tollwut geimpfter Tiere ist nicht zulässig!
    Für Welpen kann es hiervon je nach Mitgliedsstaat Ausnahmen geben. Informationen hierzu erhalten Sie von den Amtstierärzten oder auf der EU-Website.
    Die  Einfuhr nicht gegen Tollwut geimpfter Welpen nach Deutschland ist nicht möglich!
  4. Innerhalb der EU ist die Tollwutimpfung gültig, wenn sie bei einem Tier, das frühestens mit 12 Wochen geimpft wurde, mindestens 21 Tage zurückliegt und innerhalb des vom Tierarzt im Heimtierauspass eingetragenen Zeitraums liegt. Wiederholungsimpfungen müssen vor Ablauf der Gültigkeit erfolgen und gelten dann lückenlos weiter. Achtung: Nicht-EU-Länder geben teilweise andere Fristen vor!
  5. Sollten Sie mit mehr als fünf Heimtieren verreisen, ist ein zusätzliches amtliches Zeugnis erforderlich.

Wiedereinreise in die Bundesrepublik Deutschland nach einem Aufenthalt in einem Drittland (nicht EU-Mitgliedstaat)

Nach einem Aufenthalt in einem Nicht-EU-Land gelten je nach Tollwutsituation in dem betreffenden Land unterschiedliche Anforderungen:

  1. Jedes Tier muss auf der Reise von einem EU-Heimtierausweis begleitet werden. Die EU-Heimtierpässe stellen in Baden-Württemberg alle praktizierenden Tierärzte aus.
  2. Die Tiere müssen entweder mit einer deutlich lesbaren Tätowierung oder einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Seit  3. Juli 2011 ist die Neukennzeichnung  der Tiere nur noch mittels Mikrochip zulässig.
  3. Die Tiere müssen eine gültige Tollwutimpfung vorweisen (siehe oben).
    Die Einfuhr nicht gegen Tollwut geimpfter Tiere ist nicht zulässig!
  4. Um gültig zu sein, muss die Erstimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen. Wiederholungsimpfungen müssen entsprechend den Vorgaben des Impfstoffherstellers durchgeführt und vom Tierarzt im Heimtierpass bestätigt werden.
  5. Für Drittländer, z.B. Schweiz, Norwegen, Island, die den Mitgliedstaaten gleichgestellt sind und für im Anhang II der EU-Verordnung 577/2013 gelistete Drittländer mit kontrollierter Tollwutsituation gelten keine zusätzlichen Anforderungen.
  6. Für die Rückreise aus nicht in Anhang II gelisteten Drittländern mit unzureichender Kontrolle der Tollwutsituation muss zusätzlich zu den Anforderungen (Heimtierausweis, Kennzeichnung, gültige Tollwutimpfung) die Wirksamkeit der Tollwutimpfung durch eine Titerbestimmung vor der Ausreise aus Deutschland von einem zugelassenen Labor bestätigt werden. Hierzu wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Sollte dieser Nachweis vergessen werden, darf das Tier erst nach erfolgter Titerbestimmung und einer Wartezeit von mehreren Monaten wieder einreisen!

Einfuhrbedingungen für die Ersteinreise aus Drittländern nach Deutschland

  1. Abweichend von den oben genannten Punkten muss vom Amtstierarzt des Herkunftslandes eine Bescheinigung nach Anhang IV der VO (EU) 577/2013 ausgestellt werden. Dort werden im Wesentlichen die Dinge bescheinigt, die sonst im Heimtierpass stehen. Zusätzlich muss die zum Zeugnis gehörende Haltererklärung ausgefüllt sein.
  2. Sollte eine Titerbestimmung erforderlich sein, müssen noch Wartezeiten von mehreren Monaten eingeplant werden. Jungtiere dürfen danach frühestens mit 7 Monaten einreisen!
  3. Achtung: Diese Bedingungen gelten nur für eigene Tiere, die nach Einreise nicht verschenkt, vermittelt, verkauft oder anderweitig abgegeben werden. Sollte dies vorgesehen sein, sind zusätzliche Vorgaben zu erfüllen. Bitte fragen Sie nach!

Achtung Hundebesitzer!

Manche Länder schreiben Maulkorb- und Leinenpflicht vor.
Das Mitbringen mancher als gefährlich eingestufter Hunderassen ist in einigen Ländern verboten. Da die Einstufung der Rassen innerhalb Deutschlands und auch in den anderen Staaten sehr unterschiedlich gehandhabt wird, sollten vorher entsprechende Auskünfte eingeholt werden.
Hunde der Rassen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bull Terrier sowie deren Mischlinge dürfen nicht nach Deutschland verbracht oder eingeführt werden. Eine Rückkehr eines deutschen Hundes aus dem Urlaub ist aber möglich.

Andere Tierarten als Hunde, Katzen und Frettchen

Für andere Tierarten (Ziervögel, Kaninchen, Schildkröten etc.) gibt es zurzeit keine einheitlichen Regelungen. Bitte fragen Sie im Einzelfall nach. Bitte beachten Sie, dass Sie im Fall artgeschützter Tiere evtl. noch zusätzliche artenschutzrechtliche Dokumente und Nachweise benötigen, um die Sie sich frühzeitig bemühen sollten. Auskünfte hierzu erteilt das Amt für Umweltschutz.

Voraussetzungen für ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis

  • Zum Termin mitzubringen sind die Tiere, bei Hunden, Katzen und Frettchen der Impfpass und, falls erforderlich, die Ergebnisse vorgeschriebener Laboruntersuchungen.
  • Die Tollwutimpfung muss bis zur Wiedereinreise gültig sein, bei Erstimpfung oder Unterbrechung der Impfkette darf sie nicht weniger als 21 Tage zurückliegen.
  • Falls das Reiseland keine speziellen Formulare vorschreibt, genügt für Hund und Katze in der Regel der Europäische Heimtierausweis.
  • Bei Ländern mit besonderen Vorschriften muss sich der Tierhalter die entsprechenden zweisprachigen Vordrucke des jeweiligen Landes zusenden lassen, insbesondere, wenn ein Zeugnis in der Landessprache erforderlich ist.
Bitte vereinbaren Sie unbedingt vorab einen Termin für die Ausstellung des Gesundheitszeugnisses.
Die Kontakdaten finden sie oben in der rechten Navigationsleiste (Mehr zum Thema) unter der Adresse.

Für die Ausstellung eines Zeugnisses werden Gebühren erhoben, die beim Termin in bar kassiert werden.
Die Höhe der Gebühren finden sie oben in der rechten Navigationsleiste (Mehr zum Thema).

Weitere Informationen
Weitere Informationen erhalten Sie bei ihrem Haustierarzt oder der Dienststelle Veterinärwesen im Amt für öffentliche Ordnung, sowie bei den jeweiligen Botschaften und Konsulaten der Reiseländer sowie auf deren offiziellen Internetseiten.
Die Bestimmungen der EU können Sie auf der offiziellen Seite der European Commission ausführlich nachlesen