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Salome (nach Oscar Wilde / Einar Schleef)

Theater / Aufführung, Premiere / Eröffnung
Beim Evangelisten Markus wird die Geschichte von Johannes dem Täufer so erzählt: die judäische Prinzessin Salome fordert für ihre Mutter Herodias von König Herodes den Kopf des Propheten. Nach der Erzählung im Evangelium wurde der Stoff in unzähligen Versionen bearbeitet.

Am bekanntesten sind Oscar Wildes Tragödie von 1891 und die darauf basierende Oper von Richard Strauss. Darin ist verschmähte Liebe das Motiv von Salomes' Forderung nach dem Kopf des Täufers.

Einar Schleef nannte "Salome"" eine Sauerei, selbst in der harmonischsten Übertragung" und schuf mit seiner eigenen Bearbeitung ein Drama, das die Abgründe menschlichen Verhaltens noch zugespitzter beschreibt. Der erste Satz seines dem Stück vorangestellten Vorwortes lautet: "Das männliche Christentum braucht das weibliche Opfer, es ist dessen Fundament. Unterm Kreuz Christi windet sich die Schlange. Salome ist der letzte weibliche Widerstand. Er wird gebrochen."

In dem Text geht es vor allem um zwei Prinzipien, die sich unversöhnlich gegenüber stehen - das Prinzip von Askese und religiöser Ekstase, das Johannes verkörpert und das Prinzip radikaler Liebesverwirklichung, für welches Prinzessin Salome steht. Beide scheuen den Tod nicht: In Jerusalem sitzt Johannes der Täufer als Gefangener des Königs Herodes Antipas in einer alten Zisterne, weil er in seinen Predigten dessen Heirat mit Herodias, der Frau seines Bruders, als Blutschande anprangert. Herodias fordert daraufhin seinen Tod. Antipas aber fürchtet Johannes, den er für einen Propheten Gottes hält und versucht dies zu verhindern. Salome hört bei einem Fest fasziniert die Stimme des Gefangenen, der die Ankunft des Messias verkündet. Sie wünscht ihn zu sehen und verfällt ihm mit dem ersten Blick. Leidenschaftlich begehrt sie den Propheten, seinen Leib, sein Haar, seine Lippen, aber dieser weist sie brüsk zurück und fordert sie auf, ihr Leben zu ändern. Herodes lässt Johannes töten, als Salome als Lohn für ihren Tanz den Kopf des Propheten auf einer Silberschüssel fordert. Als er ihr gebracht wird, küsst sie ihn und hält mit ihm Zwiesprache. Eine merkwürdige Ambivalenz bestimmt diese Szene: "Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes." Salome bestreitet, dass Gottsehen und erkennen, eine Frau sehen und erkennen nicht zusammen gehe. Salome wollte von Jochanaan gesehen werden - in ihrer Liebe, in ihren sexuellen Ansprüchen, auch in ihrer Entschiedenheit. Doch er hat sie nicht angesehen in seiner Fixierung auf das Transzendente, das kommende Reich Gottes, die Religion. Religion meint hier auch Politik. Jede Form von Theorie und Ideologie. Alles, was nicht Liebe ist. In dieser Religion verschanzen sich die Männer und der Untergang ist eine Frage der Zeit.

Regie: Sebastian Baumgarten

Vergrößern© Schauspiel Stuttgart© Schauspiel Stuttgart

Termine

  • Do., 10.05.2018 19:30 Uhr
  • So., 13.05.2018 19:30 Uhr
  • Do., 17.05.2018 19:30 Uhr
  • Fr., 01.06.2018 19:30 Uhr
  • Sa., 23.06.2018 19:30 Uhr
  • Mi., 27.06.2018 19:30 Uhr

Veranstaltungsort

Die Staatstheater Stuttgart - Schauspielhaus
Oberer Schloßgarten 6
70173 Stuttgart
S-Mitte

Telefonischer Vorverkauf Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr
+49 711 202090
Gruppenbestellungen Oper, Konzert, Junge Oper und Ballett
+49 711 2032-330
Gruppenbestellungen Schauspiel
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