Plusenergieschule: Die Uhlandschule erzeugt mehr Energie als sie verbraucht

Nach der Sanierung erzeugt die Stuttgarter Uhlandschule mehr Energie als sie verbraucht. Sie ist damit ein Gebäude, das bereits heute klimaneutral ist. Die Sanierung ist ein Vorzeigemodell auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung, da es bisher in Deutschland und Europa kein Projekt gibt, das den kompletten Strom- und Wärmebedarf der Schule auf dem eigenen Grundstück mit ausschließlich regenerativer Energie deckt. Es zeigt, wie die Energiewende im urbanen Raum erfolgreich zu gestalten ist: Der Energieverbrauch muss in den Bereichen Wärme und Strom drastisch reduziert werden und der verbleibende Energiebedarf wird mit auf dem Schulgrundstück verfügbaren erneuerbaren Energien (Sonnenenergie und Erdwärme) gedeckt.

Die Stadt zeigt: klimaneutral funktioniert schon heute

Stuttgart hat sich das Ziel gesetzt, in Zukunft ohne Atomkraft und Kohle auszukommen und bis zum Jahr 2050 klimaneutrale Landeshauptstadt zu sein. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sind im Wesentlichen drei Schritte notwendig. Erstens: Der Energieverbrauch soll gegenüber 1990 halbiert werden. Zweitens: Die Energie soll so effizient wie möglich genutzt werden und dabei - das ist der dritte Punkt - aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Durch dieses Vorgehen sollen bis 2050 letzten Endes 95 % der Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 eingespart werden. Am Beispiel der Sanierung einer bestehenden Schule wurde aufgezeigt, dass diese Vision an einem einzelnen Gebäude heute schon möglich ist.

Plusenergieschule Uhlandschule 2Die Photovoltaik-Module an der Fassade der Uhlandschule dienen der zusätzlichen Stromerzeugung. Foto: Olaf Rohl, Saint-Gobain

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Uhlandschule ganzheitlich energetisch verbessert. Gebäudehülle und Anlagetechnik wurden saniert, innovative Wärmedämmung eingebaut und Lüftungskonzepte mit Wärmerückgewinnung umgesetzt. Sonnenenergie und Erdwärme decken den verbliebenen Bedarf für Strom und Wärme vollständig lokal auf dem Grundstück. In der Jahressumme erzeugt die Grund- und Werkrealschule nach der Sanierung mehr Energie, als sie verbraucht. Die Messergebnisse der ersten Betriebsjahre zeigen, dass ein Jahresplus von über 40.000 kWh/a erzielt wurde. Damit wurde die Erreichung des Projektziels eindrucksvoll bestätigt und tatsächlich nachgewiesen.

Plusenergieschule EnergieversorgungDie Plusenergieschule nutzt die Energie aus der Sonne und Erdwärme.

Mit dem Umbau der Uhlandschule zeigt die Landeshauptstadt gemeinsam mit ihren Partnern (Saint-Gobain Gruppe, Robert Bosch GmbH, Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), dass eine ganzheitliche und tiefgreifende Sanierung zum klimaneutralen Gebäude möglich ist. Dieses Projekt dient als Vorbild für Sanierungen in den kommunalen Einrichtungen in Stuttgart, aber auch für private Bauvorhaben und Sanierungen von Wohnbaugesellschaften bzw. anderen Institutionen. Auch die Schüler erfahren praktischen Klimaschutz. Durch den Besuch einer Großzahl von Gruppen wird dieses Vorzeigeprojekt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Dabei erntet das Projekt viel Lob und Anerkennung der Besucher.

Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BmWi)

Die Finanzierung des 20,5 Mio. €  teuren Projekts erfolgte überwiegend über Mittel der Landeshauptstadt Stuttgart, Mittel der Schulentwicklung des Landes Baden-Württembergs und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Förderkennzeichen 0327430J). Die Industriepartner Robert Bosch GmbH und die Unternehmens­gruppe Saint-Gobain haben mit Sach- und Geldspenden das Projekt unterstützt.

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