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Vesperkirche öffnet ihre Türen: Vom 14. Januar bis 3. März warme Mahlzeiten, Gespräche und Kultur

In der Leonhardskirche wird bedürftigen Menschen jetzt wieder sieben Wochen lang ein Zuhause auf Zeit geboten. Während der Aktion Vesperkirche gibt es dort vom 14. Januar bis zum 3. März Verpflegung, Gemeinschaft und Zugang zu medizinischer Hilfe. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr.
VesperkircheGemeinsam an gedeckten Tischen: Über 600 Mittagessen werden in der Vesperkirche täglich ausgegeben. Foto: Thomas Wagner
Der Tag in der Leonhardskirche am Leonhardsplatz beginnt mit Kaffee und Tee. Wer eine Nacht im Freien hinter sich hat, erhält Decken und kann sich auf den Kirchenbänken schlafen legen. Ab 11.30 Uhr wird ein warmes Mittagessen ausgegeben. Am Nachmittag gibt es kostenlose Vesperbeutel. Um 16.15 Uhr schließt die Kirche mit einer Andacht.

Während der Vesperkirchenzeit werden zahlreiche Dienstleistungen geboten: In der Magdalenenkapelle können die Besucherinnen und Besucher Ärzte konsultieren. Friseure stellen ihre Dienste zur Verfügung, und für die vierbeinigen Freunde der Gäste sind Tierärzte im Einsatz. Manche der täglich bis zu 1000 Besucher nutzen auch Gesprächs- und Beratungsangebote.

Sonntags steht "Kultur in der Vesperkirche" auf dem Programm. Unter anderem treten die Stuttgarter Philharmoniker, der Knabenchor Collegium Iuvenum, der Akademische Chor und das Orchester der Universität Stuttgart, die Band rahmenlos & frei sowie Groove Inclusion auf. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. So können auch Menschen mit schmalem Geldbeutel Kultur vom Feinsten genießen.

Ermöglicht wird die Vesperkirche durch den Einsatz von über 840 Ehrenamtlichen, von Diakoninnen und Diakonen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Die rund 260 000 Euro, die jedes Jahr für die Durchführung benötigt werden, kommen durch Spenden zusammen.

"Wir wissen, dass mit diesem Angebot die Probleme der Vesperkirchengäste nicht gelöst, bestenfalls auf Zeit gelindert werden. Aber wir setzen das Thema Armut mit ­seinen zahlreichen Facetten wie Wohnungsnot, Einsamkeit und Ausgrenzung auf die Tages­ordnung unserer Stadtgesellschaft", sagt Dekan Klaus Käpplinger. Man sei ein Tropfen auf einem ganz heißen Stein.

Die Stuttgarter Vesperkirche gibt es seit 1995. Gegründet wurde sie von dem inzwischen verstorbenen Diakoniepfarrer Martin Friz. In ganz Baden-Württemberg kümmern sich mittlerweile rund 30 Vesper­kirchen um Bedürftige.

Weitere Infos zur Vesperkirche in der Leonhardskirche finden sich im Internet unter www.vesperkirche.de.