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Symbol für 200 Jahre Getreideforschung: Ein eigens entwickeltes Jubiläumsbrot zum 200-jährigen Bestehen der Universität Hohenheim ist nun erhältlich

Vom Hungerbrot zum Jubiläumsbrot: Bei einer Backaktion hat die Universität Hohenheim gezeigt, welche Unterschiede zwischen den Broten früherer Zeiten und der Backkunst im Jahr 2018 bestehen.
Original-Hungerwecken und das neue Jubiläumsbrot der Universität HohenheimBrotgeschichte: Zwei Original-Hungerwecken aus dem Jahr 1817 und das neue Jubiläumsbrot der Universität Hohenheim. Foto: Universität Hohenheim/Angelika Emmerling
Es ist ein Symbol, das 200 Jahre Getreideforschung in sich vereint: Das Jubiläumsbrot der Universität Hohenheim. Die Familienbäckerei Treiber aus Steinenbronn und Hohenheimer Getreidewissenschaftler haben das Jubiläumsbrot gemeinsam entwickelt. Mit einer Backaktion im Holzbackofen der Universität Anfang Fe­bruar fiel der Startschuss für den Verkauf des Brotes in den 32 Treiber-Filialien.

Katharina Fischer, Geschäftsführerin der Bäckerei Treiber, erklärte die Besonderheiten: "Das Hohenheimer Jubiläumsbrot ist ein handwerklich hergestelltes Vollkornbrot aus Dinkel, Weizen, Roggen und Emmer. Außerdem enthält es Natursauerteig und eiweißreichen Biertreber."

Davon konnten Menschen vor 200 Jahren nur träumen. "In der Gründungszeit der Universität Hohenheim aßen die Leute alles, was ihren Magen füllte", erläuterte Professor Bernd Hitzmann, Getreidewissenschaftler in Hohenheim. "Nach dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, der damals in weiten Teilen der Welt für Missernten sorgte, hat man Brot mit allem gestreckt, was sich unter den Teig mischen ließ."

Wie das aussah, zeigte Dieter Speidel, Alumnus der Universität. Er brachte aus Familienbesitz zwei Original-Hungerwecken aus dem Jahr 1817 mit. ­Arrangiert in einem kleinen Kästchen hinter Glas, mit der Inschrift "Anno 1817 haben diese 2 Creuzer Weken 2 1/2 Loth gewogen". Professor Hitzmann hat für die Backaktion mit seinem Team Hungerbrote nachgebacken, angelehnt an überlieferte Rezepte: "Moos oder Heu muten wir allerdings niemandem zu. Wir haben uns auf Zutaten beschränkt, die lebensmittelrechtlich zugelassen sind." Also Fasern aus Stroh, Spelzen und Holz.

Essbar ist das durchaus, stellten die Aktions-Teilnehmer fest. Gebacken wurden die Hungerbrote im historischen Holzbackofen. Sie duften gut und schmecken im ersten Moment auch nicht schlecht. Erst nach einer Weile erahnt man das Problem der Hungerzeit: "Die Fasern machen zwar satt, doch sie enthalten keinerlei Vitamine und Nährstoffe", so Hitzmann.

Das Jubiläumsbrot ist montags, mittwochs und freitags in den?Filialien der Bäckerei Treiber erhältlich. Zu erkennen ist es an der roten Jubiläums-Banderole. Weitere Infos zum Jubiläumsjahr unter www.uni-hohenheim.de/jubilaeum2018.