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Hereinspaziert, hereinspaziert! Stuttgart lädt zum Historischen Volksfest auf den Schlossplatz ein

Mit einem "Historischen Volksfest" mitten im Herzen Stuttgarts feiert die Landeshauptstadt im kommenden Herbst ein einzigartiges Doppeljubiläum: 200 Jahre Cannstatter Volksfest und das 100. Landwirtschaftliche Hauptfest. Auf dem Schlossplatz wird deshalb vom 26. September bis 3. Oktober 2018 an die Gründung des größten Festes des Landes im Jahre 1818 durch den württembergischen König Wilhelm I. und seiner Frau Katharina erinnert.

"Wir freuen uns, dieses so bedeutsame Jubiläum inmitten der einmaligen Kulisse zwischen Königsbau und Neuem Schloss feiern zu können", sagt Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft. Was am 28. September 1818 als landwirtschaftliches Fest mit einem kleinen Rummel begann, ist 200 Jahre später eines der größten Volksfeste weltweit. "Diese Entwicklung steht auch stellvertretend für die unserer Region in den vergangenen zwei Jahrhunderten", erläutert Kroll.

Plakat 200 Jahre Cannstatter Volksfest AusschnittVergrößern

Kirmesrummel mit historischen Attraktionen "anno dazumal"

Das Historische Volksfest 2018 möchte die 200-jährige Geschichte aufgreifen und in vielfältiger Form lebendig werden lassen. "Die Besucher dürfen sich auf einen historischen Schausteller-Rummel mit zahlreichen Überraschungen freuen", sagt Andreas Kroll. So waren es in den ersten Jahrzehnten vor allem die Gaukler, Quacksalber, Seiltänzer oder Drehorgelspieler die für beste Unterhaltung auf dem Wasen sorgten und dies auch anlässlich des großen Jubiläums nun in der Innenstadt machen. Während die weltberühmte Seiltänzerfamilie "Geschwister Weisheit" das Publikum in die Anfänge der Seiltanzkunst entführt, wartet eine Gauklertruppe um den bekannten Feuerbacher Quacksalber und "Wunderarzt" Max Matheis alias Dr. Marrax mit vielen Zaubertricks, Kunststücken und Attraktionen wie Feuerspucken auf. Nicht fehlen darf ein weiterer Klassiker: In der Illusionsschaubude ("Revue der Illusionen") erwarten die Gäste Darbietungen wie die "Frau ohne Kopf", die "Dame ohne Unterleib" oder die "Schwebende Jungfrau". Ebenso mit von der Partie ist der berühmte "Vogel Jockel" mit seinem Plättchen zur Vogelstimmen-Imitation.

"Hurra, hurra! Der Kasperle ist da" - darauf dürfen sich die Jüngsten beim Historischen Volksfest freuen. "Kasperl und der Räuber im Blaubeerwald" heißt das von Andreas Kilger inszenierte und dargebotene Kasperstück mit originalen typischen Jahrmarktszenen des 19. Jahrhunderts. Ein Erlebnis für alle Generationen ist zudem der "Original Floh-Circus" der Schaustellerfamilie Robert Birk. Eigentlich im Herbst nur auf dem Oktoberfest zu bewundern, können die Stuttgarter dieses einmalige Erlebnis der Fußball spielenden oder Sprintduelle führenden echten Flöhe auf dem Schlossplatz bestaunen. Zudem machen viele weitere kleinere Belustigungsgeschäfte wie die "Nostalgische Schießbude", Schiffschaukeln, die Kraftmesser "Hau den Lukas" oder eine knapp 120 Jahre alte Hutwurfbude das Historische Volksfest zu einem perfekten Ausflugsziel für die ganze Familie. Letztere ist ein besonders authentisches Stück Volksfestgeschichte, stand diese doch bis in die 1960er-Jahre regelmäßig auf dem Wasen.

Zum Mitfahren laden zahlreiche traditionsreiche Fahrgeschäfte ein, die im 20. Jahrhundert auf vielen Rummelplätzen zu sehen waren. Zu den Attraktionen dabei gehören ein altes Riesenrad aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts mit einer Höhe von rund 15 Metern, eine nostalgische Berg- und Talbahn, ein Schwanenflieger - ebenfalls mit Wasen-Vergangenheit - ein Spiegelkabinett aus den 1920er- sowie ein Autoskooter aus den 1930er-Jahren. Ein besonderer Blickfang ist auch die von 1926 stammende Raupenbahn, die ihren Namen einer besonders trickreichen Erfindung zu verdanken hat. Da es früher von Seite der Kirche nicht gern gesehen war, wenn sich Paare öffentlich küssten, war Einfallsreichtum gefragt. So fuhr gegen Ende einer jeden Fahrt automatisch für wenige Sekunden ein Planendach über die Sitze, wodurch darunter für einen kurzen Moment Zweisamkeit garantiert war und bis heute ist. Von außen sieht die Bahn dann wie eine Raupe aus.

Ein vergnügliche wie lehrreiche Reise durch die Volksfestgeschichte

Musikalisch ist auf dem Schlossplatz einiges geboten. Jeder Tag steht dabei ganz im Zeichen einzelner Trachten- und Brauchtumsgruppen. Es gibt beispielsweise den Tag der Schäferlaufstädte Bad Urach und Markgröningen, den Tag der Fahnenschwinger oder den der Region Stuttgart. Die Gruppen unterhalten das Publikum mit Auftritten im Musikpavillon an der Königstraße und kleineren Umzügen über den Festplatz. So bekommt der ganze Schlossplatz eine authentische und lebhafte Atmosphäre. Durch Laienschauspieler, die in traditionsreiche Figuren des Landes schlüpfen und die Besucher mit ihren Erzählungen aus vergangenen Tagen überraschen, wird die Geschichte lebendig. Dazu gehören unter anderem König Wilhelm I., seine Frau Königin Katharina, seine Maîtresse Amalie von Stubenrauch oder der schwäbische Bauer.

Ein traditioneller Krämermarkt mit Lederwaren, Bürsten, Pinseln und vielem mehr sowie ein Handwerkermarkt mit traditionellen Betrieben wie einer "Alten Seilerei" oder einem Papiermacher ergänzen das Unterhaltungsprogramm. Zudem zeigt eine Ausstellung historischer Schaustellerwagen und Maschinen wie die "reisenden Familien" damals gelebt haben und vor allem wie sie unterwegs waren. Und natürlich kommen die kulinarischen Gesichtspunkte nicht zu kurz: Eine Waffelbäckerei, ein historischer Oberleitungswagen mit Süßwaren, Imbisse mit Getränken und Speisen der jeweiligen Zeit wie Most, Apfelsaft, Dinnede oder Sauerkraut bieten den Gästen alles was das Herz begehrt.

Doch selbstverständlich soll das Jubiläum auch dazu dienen, der Bevölkerung die Entstehungsgeschichte sowie die Entwicklung des "Landwirtschafthlichen Festes zu Kannstadt" näher zu bringen. Der Schlossplatz im Herzen der Stadt bietet dafür ideale Voraussetzungen. In der Platzmitte erinnert die Jubiläumssäule, die 1841 zu seinem 25-jährigen Regierungsjubiläum gestiftet wurde, an den Volksfestbegründer Wilhelm I.. Deren Sockel soll nach dem Vorbild der Fruchtsäule, dem Wahrzeichen des Volksfestes auf dem Cannstatter Wasen, festlich und mit vielen landwirtschaftlichen Produkten geschmückt werden. "Damit können wir insbesondere den Erntedank und den Bezug zur Landwirtschaft, die mit dem Volksfest eng verbunden ist, entsprechend würdigen und darstellen", so Kroll weiter.

Rund um die Jubiläumssäule rückt ein "lehrreicher wie vergnüglicher Gang" die Landwirtschaftsgeschichte des Landes, vom Ausbruch des Vulkans Tambora 1815 bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, in den Mittelpunkt. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der Landesbauernverband in Baden-Württemberg, das Deutsche Landwirtschaftsmuseum und die Universität Hohenheim unterstützen und entwickeln dieses Projekt mit. Die Besucher dürfen sich dabei auf wahre Schätze wie den "Goldenen Pflug" oder einen der ältesten erhaltenen Unimogs, den U5, freuen. Nicht weniger spannend soll die Geschichte des Cannstatter Volksfestes in einem ehemaligen "Karussell-Zelt" erzählt werden - ergänzt durch eine Video-Präsentation des SWR. Der SWR bringt die Geschichte des Volksfestes zudem in die heimischen Wohnzimmer und auf die Kinoleinwand. Am Sonntag, 23. September, 20.15 Uhr, strahlt er den 90-minütigen Dokumentarfilm "Sommer ohne Sonne - 200 Jahre Cannstatter Volksfest" aus. Dieser ist während des Historischen Volksfestes auch in einem Innenstadtkino zu bestaunen.

Traditionszelt mit zünftiger Musik, traditionellen Speisen und Jubiläums-Bier

Was wäre ein solches Jubiläum ohne Festzeltstimmung, kulinarische Leckerbissen und ein Festbier? Auch das gehört zur Tradition des Cannstatter Volksfestes. "Wir werden im Ehrenhof des Neuen Schlosses ein Festzelt ganz im Stil vergangener Tage aufbauen, das neben landestypischer Musik und Tänzen auch gastronomische Überraschungen aus alten Kochbüchern bieten wird", macht Andreas Kroll Lust auf mehr. Als Festwirt konnte Marcel Benz gewonnen werden, der das Landtagsrestaurant Plenum betreibt und bereits einen ersten Einblick in seine Speisekarte gibt. Neben dem heutigen Klassiker, dem Göckele, dürfen sich die Gäste unter anderem auf einen Ochsenmaulsalat, eine geschäumte Sauerampfer-Suppe, das schwäbische Traditionsgericht "Gaisburger Marsch", eine Schlachtplatte oder Bratwurst mit Sauerkraut freuen. Die "Naschkatzen" verwöhnt das Team um Marcel Benz mit gebackenem Ofenschlupfer, "Armer Ritter" oder Roter Grütze.

Zum Ausschank kommt beim Historischen Volksfest ein ganz besonderer Gerstensaft. "Es freut uns, dass die Familienbrauerei Dinkelacker und Stuttgarter Hofbräu gemeinsam ein spezielles Jubiläumsbier brauen und damit als Stuttgarter Brauereien dem Volksfest auf diese Weise ihre Ehre erweisen." Das Ergebnis soll eine naturtrübe Bierspezialität sein, die sich vom bisherigen Angebot beider Unternehmen deutlich unterscheidet und nur auf dem Historischen Volksfest zu genießen sein wird. Bereits im Juli wird das Festbier eingebraut. Die Besucher dürfen sich dann auf ein kräftiges und süffiges Geschmackserlebnis freuen. Das Jubiläumsbier wird in speziellen 0,5l-Steinkrügen ausgeschenkt.

Während der acht Festtage spielen im Traditionszelt ausgewählte Volksmusikgruppen auf, die sich der überlieferten, authentischen Volksmusik aus Württemberg und Schwaben verschrieben haben. Echt, urig, handgemacht. Das Musikrepertoire wurde extra in Zusammenarbeit mit dem "AK Volksmusik" des Landesmusikrates Baden-Württemberg aus dessen Forschungsarchiv ausgewählt und versetzt die Besucher des Traditionszeltes in das Flair des 19. Jahrhunderts. Wirtshausmusik, Wirtshauslieder, und am Samstag, 29. September, ein großes Ballorchester mit Tanzmusik aus der Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert sind auf der Festzeltbühne zu Gast. Auf dem Cannstatter Volksfest wurde seit jeher viel gesungen, so dass einzelne Wirte sogar Liederbücher aufgelegt haben. Klar, dass es auch im Traditionszelt ein "Liederbüchle" geben wird und die Musikanten die Gäste zum Singen animieren. Ein Tanzboden lädt zudem zum Tanzen ein.

Dinkelacker und Stuttgarter Hofbräu brauen Bierspezialität zum Jubiläum ein

Die großen Stuttgarter Brauereien, Familienbrauerei Dinkelacker und Stuttgarter Hofbräu, brauen gemeinsam eine besondere Bierspezialität ein. Grund dafür ist das Historische Volksfest, das vom 26. September bis 3. Oktober auf dem Stuttgarter Schlossplatz stattfindet. Ursprung und Tradition stehen im Mittelpunkt des Jubiläumsevents. Aus diesem Grund haben sich die Braumeister der Familienbrauerei Dinkelacker und Stuttgarter Hofbräu dazu entschlossen, ihre Kompetenzen zusammenzuführen. Das Ergebnis soll eine ganz besondere, naturtrübe Bierspezialität sein, die sich vom bisherigen Angebot beider Unternehmen deutlich unterscheidet.

Bereits im Juli wird das Festbier eingebraut. Die Besucher dürfen sich dann auf ein kräftiges und süffiges Geschmackserlebnis freuen. Bei einer Stammwürze von ca. 13 Prozent und einem Alkoholgehalt von mehr als 5,5 Prozent sind sich die Braumeister sicher, dass das köstliche Bier die Erwartungen der Stuttgarter Bierliebhaber übertreffen wird. "Unser Ziel ist es, ein Bier zu brauen, das man schon zu Zeiten von König Wilhelm I. an die Bevölkerung ausgeschenkt hätte", so formulieren die beiden Brauereichefs Bernhard Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung bei der Familienbrauerei Dinkelacker, und Martin Alber, Sprecher der Geschäftsleitung von Stuttgarter Hofbräu, ihr gemeinsames Vorhaben. Das historische Volksfestbier der Stuttgarter Brauereien wird exklusiv und einmalig beim Jubiläumsfest auf dem Schlossplatz in einem ganz besonderen Steinkrug ausgeschenkt.

www.historisches-volksfest.de

(Quelle: in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft mbH & Co. KG)

Donnerstag, 03.05.2018