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"Stuttgart verliert einen äußerst produktiven Architekten" - Zum Tod von Roland Ostertag

Der Architekt Roland Ostertag ist am 11. Mai 2018 in Stuttgart im Alter von 87 Jahren gestorben.
Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte dazu: "Stuttgart verliert einen äußerst produktiven Architekten und Stadthistoriker, einen bedeutenden Bürger. Ohne ihn hätten wir kein Bosch-Areal, keine Gedenkstätte Hotel Silber, kein Zeichen der Erinnerung. Das Engagement von Roland Ostertag für Stuttgart, seine Häuser und seine Geschichte kannte keine Grenzen. Wir verlieren einen sympathischen Menschen, mit dem die Unterhaltung immer fruchtbar und inspirierend war."

'Stuttgart verliert einen äußert produktiven Architekten' - Zum Tod von Roland OstertagRoland Ostertag ist am 11. Mai in Stuttgart verstorben. Der gebürtige Ludwigsburger wurde 87 Jahre alt. Foto: Zeichen der Erinnerung e.V.
Von 1951 bis 1956 studierte Ostertag Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart und machte sich 1957 als Architekt selbständig. Er hat über 120 Preise gewonnen und viele Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben und für Gutachten erhalten. 1987 erhielt er den Deutschen Architekturpreis. 2015 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen.

Zu seinen Bauwerken gehören unter anderem die Wirtschaftsoberschule in Reutlingen und das Landratsamt Backnang sowie zahlreiche Rathäuser. Ostertag war seit 2004 Vorsitzender des Vereins "Zeichen der Erinnerung". Nach über 60 Jahren erreichte er es, dass die noch vorhandenen Spuren (Schienen, Prellböcke, Schotter) im Nordbahnhof, von wo aus Tausende Württemberger Juden, Sinti und Roma von 1941 bis 1945 in die Konzentrationslager und damit in den sicheren Tod deportiert wurden, zu der Gedenkstätte "Zeichen der Erinnerung" umgestaltet wurden.
Dienstag, 15.05.2018