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Zukunft des ÖPNV im Fokus

Mehr als 100 Verkehrsexperten aus Baden-Württemberg folgten der Einladung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zum 9. Stuttgarter ÖPNV-Forum. Bei der Veranstaltung im Haus der Architekten stand vor allem die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs in Baden-Württemberg im Fokus.
Außerdem ging es darum, welche Herausforderungen Betreiberwechsel auf der Schiene mit sich bringen und wie neue Mobilitätsformen, etwa autonomes oder on-demand-Fahren einzuordnen sind.

S-Bahn Verkehr in und um StuttgartVergrößernDie Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr sollen ausgebaut werden, um noch mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Foto: VVSDie Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr sollen ausgebaut werden, um noch mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Foto: VVS

Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Aufsichtsratsvorsitzender des VVS, machte deutlich, dass die Zeiten für den ÖPNV im Land gut seien, jedoch noch mehr investiert werden müsse, um die Fahrgaststeigerungen fortzusetzen. "Wir tun alles, um die Infrastruktur auszubauen, um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Wir werden mehr Kapazitäten schaffen, damit die umsteigewilligen Bürger auch mit uns fahren können. Dass man in einer Großstadt alles mit dem Auto anfahren will, ist nicht mehr zeitgemäß", sagte der OB. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den neuen ­VVS-Tarif, "der seinesgleichen suche".

"Gigantische Reform"

Der neue VVS-Tarif reduziert die bisherigen 52 Tarifzonen auf nur noch fünf Ringzonen. Viele Fahrgäste können sich auf Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent freuen. "Der neue VVS-Tarif ist eine gigantische Reform, aber gleichzeitig auch eine große finanzielle Leistung der öffentlichen Hand", so der OB. Kuhn bedankte sich beim Land, das die Reform mit 42 Millionen über sechs Jahre hinweg unterstützt und bei den Landkreisen, die die restlichen Kosten gemeinsam mit der Landeshauptstadt schultern.

Verkehrsminister Winfried Hermann referierte darüber, wie sich der ÖPNV im Land für die Zukunft rüstet, und welche Maßnahmen dazu bereits getroffen worden sind. "Wir haben ein ambitioniertes Ziel, und zwar den ÖPNV-Anteil bis 2030 zu verdoppeln." Dazu seien ein leistungsfähiges Angebot mit einem dichten Takt in den Ballungsräumen und ein verlässliches Grundangebot im ländlichen Raum nötig. Hermann informierte beispielsweise über die Einführung des neuen Metropol-Expresses, mit dem die Ober- und Mittelzentren der Metropolregion Stuttgart ab 2019/20 nahezu durchgehend im 30-Minuten-Takt an die Landeshauptstadt angebunden werden und das Regiobus-Förderprogramm, das die Aufgabenträger bei der Einführung von Schnellbuslinien unterstützt.

Autonomes Fahren

Anschließend ging es um on-demand-Verkehre und autonomes Fahren. Stefanie Haaks, Kaufmännische Vorständin der SSB, präsentierte den Ridesharing-Dienst "SSB Flex", der als Ergänzung zum regulären Linienverkehr fungieren soll, und Bruno Ginnuth stellte das Angebot von CleverShuttle vor. Beide Anbieter sind seit wenigen Wochen auch in Stuttgart aktiv.


Donnerstag, 21.06.2018