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Einzigartiger Ansatz bei Mobiler Jugendarbeit

Stuttgart hat einen neuen Standort der Mobilen Jugendarbeit in der Stadtbibliothek. Und ein Konzept, das bundesweit einzigartig ist: Das Projekt im Europaviertel wird partnerschaftlich von der Mobilen Jugendarbeit (MJA) und der Bibliothek geleitet.
Die Mitarbeitenden sind drei Streetworker sowie eine bibliothekarische Fachkraft. Sie kooperieren eng mit dem Milaneo, mit Sicherheitskräften und Polizei. In der Bibliothek gibt es Jugendkultur-Angebote sowie jeden Donnerstag einen offenen Jugendtreff, der als Rückzugsort dient, aber auch zum Spielen und Spaß haben einlädt. Die sozialen Fachkräfte sind mit Streetwork im Viertel unterwegs. Außerdem kommt jeden Freitag der Bus mit Biss der MJA auf den Mailänder Platz.

Europaviertel, MilaneoVergrößernDas Europaviertel ist bei Jugendlichen beliebt. Foto: Max KovalenkoDas Europaviertel ist bei Jugendlichen beliebt. Foto: Max Kovalenko
Präsent sein, wo die Jugendlichen sind

Die Mobile Jugendarbeit bleibt damit ihrem Prinzip treu, dort präsent zu sein, wo sich junge Menschen aufhalten. Inzwischen ist das häufig nicht mehr in dem Quartier, wo sie wohnen, sondern zum Beispiel im Europaviertel, wo das Einkaufszentrum Milaneo zum Schlendern und Konsumieren einlädt, und eine abwechslungsreiche Gastronomie um Gäste wirbt. Gleichzeitig bietet der Mailänder Platz Jugendlichen eine Bühne, um sich zu präsentieren und die Stadtbibliothek wird als Ort der Ruhe gerne zum "Chillen" genutzt.

Weil all dies jedoch nicht immer ohne Konflikte abläuft, gab es von April bis Juni 2016 ein Pilotprojekt der MJA, dessen Erfolg nicht nur die Beteiligten, sondern auch die wissenschaftlichen Begleiter beeindruckt hat. Dank der Kooperation aller Beteiligten - von der Stadtbibliothek über das Milaneo bis hin zu Security und Polizei - hat das Projekt positive Potenziale, die für die weitere Entwicklung des Europaviertels genutzt werden sollen. Auch verschiedene Geldgeber - Stiftungen, Anrainer und die Stadt - haben die Ergebnisse des Pilotprojekts davon überzeugt, dass ein Folgeprojekt sinnvoll ist.

Projekt mit vielen Angeboten

Seit 1. März machen Simon Fregin als Projektleiter, zwei weitere soziale Fachkräfte und ein Bibliothekar den Jugendlichen Angebote. Angedacht sind neue Veranstaltungsformate wie eine Sprachwerkstatt, Lesungen von Autoren und Schülern, Poetry Slam, Book-Upcycling, Kunst-Ausstellungen von Jugendlichen für Jugendliche oder digitale Schreibwerkstätten. Geplant ist aber auch, Schüler bei ihren Prüfungsvorbereitungen zu unterstützen, indem sie bei Schulungen die Recherche nach Informationen lernen. "Bei unseren Angeboten werden wir intensiv mit den Anliegern sowie mit anderen Stuttgarter Kultur- und Bildungseinrichtungen kooperieren", erklärt Elke Brünle, stellvertretende Direktorin der Stadtbibliothek. Und Simon Fregin betont: "Gemeinsam mit der Stadtbibliothek machen wir uns auf den Weg, eine neue Form der Jugendsozialarbeit zu gestalten."

Stadt unterstützt die Arbeit

Die Kosten für die zunächst zweijährige Projektlaufzeit bis Ende Februar 2020 liegen bei etwa 395 000 Euro. Die Stadt Stuttgart unterstützt das Projekt durch den Projektmittelfonds Zukunft der Jugend mit 100 000 Euro. Robert-Bosch-Stiftung, Vector-Stiftung und LBBW haben jeweils 50 000 Euro gegeben. Auch die Anrainer Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft und die Sparkassenakademie unterstützen das Projekt finanziell und 2000 Euro Preisgeld des Innovatio-Sozialpreises zählen ebenfalls zum Budget. Die letztlich noch fehlenden 120 000 Euro sowie die Finanzierung der jugendbibliothekarischen Stelle hat der Stuttgarter Gemeinderat bewilligt.

Die Mobile Jugendarbeit in Stuttgart wird von der Evangelischen Gesellschaft sowie dem Caritasverband für Stuttgart getragen.

Informationen zur Mobilen Jugendarbeit gibt es unter www.mobile-jugendarbeit-stuttgart.de.


Donnerstag, 21.06.2018