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2017 mit einem guten Ergebnis für die SSB

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG schließt das Jahr 2017 mit einem Defizit von 19,1 Millionen Euro ab. Mit diesem Ergebnis kommt die SSB nahe an das in der letzten Aufsichtsratssitzung 2017 prognostizierte Ergebnis von rund 20 Millionen Euro und übertrifft den ursprünglichen Wirtschaftsplanansatz von 22,5 Millionen Euro.

"Das Ergebnis sieht zwar auf den ersten Blick gut aus, darf aber über die angespannte wirtschaftliche Zukunft der SSB nicht hinwegtäuschen. Das gute Ergebnis wurde nicht erreicht, weil wir einiges einsparen konnten, sondern weil sich Maßnahmen, vor allem im Infrastrukturbereich, verzögert haben" erklärt Stefanie Haaks, die Kaufmännische Vorständin der SSB. "Aber der Jahresabschluss 2017 ist auch Grund, stolz zu sein, denn wir haben wieder einen Fahrgastrekord im VVS erreicht und damit entsprechend steigende Fahrgeldeinnahmen" stellt Stefanie Haaks fest. Dr. Sabine Groner-Weber, Arbeitsdirektorin der SSB, ergänzt: "Und das wiederum ist der tollen Leistung unserer Belegschaft zu verdanken". Bei den Fahrgeldeinnahmen trägt der Berufsverkehr 2017 einen Anteil von 38,4 Prozent und ist damit stärkstes Segment der Einnahmenfelder.

Die Möglichkeiten der SSB, Projekte durch Fördergelder zu finanzieren, haben sich 2017 verbessert. "Wir sehen mittlerweile wieder mehr Möglichkeiten, den notwendigen Ausbau des ÖPNV in Stuttgart mit Hilfe öffentlicher Mittel voranzubringen" erklärt der Technische Vorstand und Vorstandssprecher Wolfgang Arnold. "Dies wird sich in Form von mehr Planungssicherheit in unserer mittelfristigen Finanzplanung des nächsten Wirtschaftsplanes widerspiegeln" bestätigt die Kaufmännische Vorständin Stefanie Haaks. Bund und Länder haben 2017 die Fortsetzung der GVFG-Zuschüsse (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) beschlossen. Allerdings werden diese Mittel bis 2019 nicht aufgestockt werden.

Das Land Baden-Württemberg hat ein befristetes Förderprogramm zur Ersatzbeschaffung und Ertüchtigung von Stadtbahnfahrzeugen aufgelegt. 2017 bis 2019 stehen dafür jeweils 20 Millionen Euro landesweit zur Verfügung. 2017 nutzte die SSB Mittel aus einer Sonderförderung im Rahmen des Landesbusförderungsprogramms für die Beschaffung von 25 emissionsarmen Bussen. Die SSB hofft außerdem, bei einigen Projekten aus dem Fonds "Nachhaltige Mobilität in der Stadt" gefördert werden zu können. Er wurde 2017 auf dem Berliner "Dieselgipfel" um eine Milliarde Euro aufgestockt. Der Stuttgarter Gemeinderat hat der SSB im Sommer 2017 72,5 Millionen Euro aus dem Haushaltüberschuss 2016 der Stadt Stuttgart für drei konkrete mittelfristige Projekte als Zuschuss zugesprochen: die Beschaffung 20 zusätzlicher Stadtbahnen, den Ersatz der Zahnradbahnfahrzeuge und den Bau eines vierten Stadtbahnbetriebshofes. 


2018 und in den folgenden Jahren wird die SSB vor allem Stadtbahnaus- und -neubauvorhaben, Fahrzeuge und Instandhaltung in erheblichem Umfang finanzieren müssen.  Als Ergebnis der bundesweiten Tarifverhandlungen wurde auch bei der SSB eine strukturelle Angleichung der Entgeltgruppen umgesetzt und im März 2017 eine lineare Erhöhung des Tarifs um 2,35 Prozent realisiert.

Die Mitarbeiterzahl der SSB ist von 3182 auf 3234 gestiegen, grob zehn Prozent davon arbeiten in Teilzeit. Die SSB hat einen Anteil von 517 Mitarbeiterinnen. "Angesichts des anspruchsvoller werdenden Arbeitsmarktes in und um Stuttgart erproben wir neue Wege der Personalgewinnung. Dazu gehört zum Beispiel eine neue Kampagne, um die SSB als Arbeitgeber für viele Berufe auch außerhalb des Fahrdienstes bekannt zu machen. Eine Ausbildung bei der SSB eröffnet vielfältige Berufswege" kommentiert die Arbeitsdirektorin Dr. Sabine Groner-Weber.

Blick auf 2017

Die Generalüberholung von 76 Stadtbahnfahrzeugen ist 2017 abgeschlossen worden und die Teilsanierung von 18 Fahrzeugen des Typs DT 8.4 hat begonnen. Alle neuen 20 Stadtbahnen der zweiten Tranche der jüngsten Fahrzeuggeneration sind mittlerweile bei der SSB im Einsatz. 2017 hat das Land Baden-Württemberg die gesamte Bus-Ersatzbeschaffung der SSB von 25 Fahrzeugen mit insgesamt 1,6 Millionen Euro gefördert. 15 Solobusse mit der Abgasnorm Euro VI, davon acht Diesel-Parallelhybrid-Busse und zehn Gelenkbusse XL Capacity, im Wert von rund 8,9 Millionen Euro haben die Stuttgarter Straßenbahnen für ihre Busflotte erworben, um ältere Busse mit der Abgasnorm Euro III ersetzen zu können. Die Förderquote für die SSB-Busse lag 2017 damit bei 18 Prozent. In den Jahren zuvor bewegte sich die Förderquote der SSB bei etwa zwei Prozent. Rund 12 Prozent der SSB-Busflotte haben Ende 2017 einen innovativen Antrieb. Das ist die höchste Quote im süddeutschen Raum. 

Am 14. Dezember 2017 hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt den Öffentlichen Dienstleistungsauftrag an die SSB, den Öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart bis 2040 zu erbringen, beschlossen.

Am 9. Dezember 2017 wurden die letzten Neu- und Ausbaustrecken der U12 in Betrieb genommen. Sie befährt seither ihren vollständigen Linienweg zwischen Dürrlewang und Remseck Neckargröningen. Durch den Einsatz von 80 Meter langen Zügen wurde die Kapazität der U12 an Werktagen fast verdoppelt; die Fahrzeit zwischen Remseck und der Stuttgarter Innenstadt wurde verkürzt. Seit Oktober 2017 fährt die Linien U19 dauerhaft zwischen Neugereut und Neckarpark und entlastet damit die U2 auf dem gemeinsamen Abschnitt.

Aktuelle Themen

1868 ging die erste Pferdebahn in Stuttgart in Betrieb. Die SSB feiert 2018 ihr 150-jähriges Bestehen. Drei Publikationen sind aus diesem Anlass entstanden: "Menschen beweg(t)en Menschen" von Dr. Nikolaus Niederich, "Sechs historische SSB-Spaziergänge" von Claudia Lorenz, und "Die Stuttgarter Straßenbahnen wimmeln" von Tina Krehan. Die SSB hat bereits gemeinsam mit Fahrgästen, Stuttgartern und europäischen Kollegen bei der Straßenbahner EM fröhlich gefeiert und auch im Kollegenkreis an zwei Abenden auf dem Wasen. Mit dem Buseum ist eine mobile Ausstellung zur Geschichte der SSB in den Stuttgarter Stadtteilen unterwegs. Am 28. Juli kommen zwei weitere Ausstellungen hinzu: Sowohl der Schauplatz Charlottenplatz als auch das neu gestaltete Straßenbahnmuseum in Bad Cannstatt werden eröffnen. Am 29. Juli plant das Museum einen Corso mit historischen Fahrzeugen. 

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 bedient die SSB die Innenstadt mit einem modifizierten Liniennetz der Stadtbahn, dem Netz 2018. Dieses Angebot hat sich betrieblich bewährt und wird von den Fahrgästen sehr gut angenommen. Die Bauarbeiten bei der S21-Folgebaumaßnahme an der neuen Haltestelle Staatsgalerie und im Tunnelabschnitt zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof kommen voran. Ihre enge Verzahnung mit den Bauarbeiten der Deutschen Bahn am neuen Hauptbahnhof macht sie zu sehr komplexen Infrastrukturmaßnahmen.

Seit dem 1. Januar 2018 setzt die SSB in der Stuttgarter Innenstadt nur noch ihre emissionsärmsten Busse ein. Das bedeutet, dass alle Busse die Diesel-Norm Euro VI erfüllen oder über innovative Antriebe verfügen. Die Bauarbeiten zur Verlängerung der U6 zum Flughafen haben bereits begonnen. Die SSB verfolgt die Verbesserung und den Ausbau ihrer digitalen Angebote. Nach ihrer Einführung im März 2018 hat die BestPreis App bereits fast 5000 Nutzer gewonnen. Seit dem 1. Juni ist SSB Flex unterwegs. Der Testbetreib soll bis Ende 2019 laufen. Außerdem arbeitet die SSB - voraussichtlich letztmalig - an der Beschaffung neuer stationärer Ticketautomaten. Der Anteil an digital verkauften Fahrscheinen steigt nach wie vor ungebrochen und ist mit einem Onlineanteil von rund einem Drittel im Bundesvergleich Spitzenreiter nach der Deutschen Bahn.

Blick auf die Zukunft

Im Oktober 2018 wird die neue Expressbuslinie X1 starten. Sie soll zum einen ein attraktives Angebot für die Fahrgäste sein und den Abschnitt zwischen Wilhelmsplatz Bad Cannstatt und Stuttgarter Innenstadt entlasten. Zum anderen bietet sie die Möglichkeit, baulich, betrieblich und fahrzeugtechnisch neue Buskonzepte für Stuttgart zu erproben. Auf der X1 werden die Stuttgarter Straßenbahnen neueste emissionsarme und emissionsfreie Busantriebskonzepte testen.

Ab dem Fahrplanwechsel 2018/19 wird die Linie U16 zwischen Giebel und Fellbach fahren und damit zu den Hauptverkehrszeiten die U1 und die U13 verstärken. Derzeit suchen Stadt und SSB gemeinsam nach dem geeignetsten Standort für einen vierten Betriebshof. Aktuell wird ein Standort in Weilimdorf diskutiert, der an der Grenze zur Stadt Ditzingen liegt. Die Ausschreibung für die neuen Fahrzeuge der Zahnradbahn ist in Arbeit, die dritte fakultativ abrufbare Tranche von 20 weiteren neuen Stadtbahnfahrzeugen soll genutzt werden.

Die Verlängerung von Bahnsteigen der U1 für den Betrieb mit 80-Meter-Zügen ist in Planung, ebenso Netzergänzungen, wie eine Verlängerung der Linie U19 zum Mercedes-Benz-Werk. Der VVS bereitet eine Tarifreform für 2019 vor, in der die Tarifzonen vor allem im Bediengebiet der SSB neu strukturiert werden. Die Tarifzonen 10 und 20 sollen zusammengeführt werden.

(Quelle: www.ssb-ag.de)

Dienstag, 26.06.2018