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Über Stuttgart scheint die Sonne

Ob auf dem Bezirksrathaus in Untertürkheim, der Jörg-Ratgeb-Schule in Neugereut, der Kita Osumstraße in Plieningen oder auf der Rathauspassage mitten im Zentrum - auf den Dächern von über 90 städtischen Liegenschaften werden Sonnenstrahlen zu Energie.
Stuttgart ist eine sonnige Stadt. Im Durchschnitt scheint beispielsweise in Stuttgart-Mitte rund 1700 Stunden im Jahr die Sonne. Eine Energiequelle, die auf immer mehr der oft großflächigen Dächer städtischer Liegenschaften auch zur Stromerzeugung genutzt wird.

Die Stadt Stuttgart spart durch die Solaranlagen 590 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein.VergrößernDie Stadt Stuttgart spart durch die Solaranlagen 590 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Foto: Karl SemleDie Stadt Stuttgart spart durch die Solaranlagen 590 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Foto: Karl Semle
Beitrag zum Klimaschutz und Haushaltsentlastung

Die Zahl der Photovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Gebäude wächst stetig. Bisher sind es 91 Anlagen. 55 betreibt die Stadt selbst, bei den anderen 36 gibt es externe Betreiber. Außerdem sind derzeit 18 weitere Anlagen in der Planung und 25 in der Prüfung. "Unsere Anlagen erzeugen zuverlässig erneuerbaren Strom und leisten somit einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Entlastung des städtischen Haushalts", sagt Jürgen Görres, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft beim Amt für Umweltschutz. Bei der Realisierung der Anlagen kooperiert die Stadt eng mit den Stadtwerken, die in ihrem Auftrag die Photovoltaikanlagen auf den städtischen Dächern errichten.

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Im Jahr 2017 erzeugten alle städtischen Photovoltaik-Anlagen gemeinsam über eine Million Kilowattstunden Strom. Das entspricht immerhin circa 0,5 Prozent des städtischen Stromverbrauchs. Und spart eine große Menge CO2 pro Jahr, insgesamt sind es 590 Tonnen.

Spitzenreiter ist die Uhlandschule

Spitzenreiter bei der Stromerzeugung ist die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Uhlandschule in Stuttgart-Rot. Die Gesamtschule wurde auf Plusenergie-Niveau saniert, erzeugt also mehr Strom, als sie verbraucht. Mit einer Gesamtleistung von rund 230 Kilowattpeak (kWp) ist sie die leistungsfähigste und größte städtische Photovoltaik-Anlage. Im Jahr 2017 hat sie rund 200 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, also rund ein Fünftel der Menge, die von ­allen städtischen Photovoltaikanlagen gemeinsam erzeugt wurde.

Doch nicht nur in Rot, sondern über ganz Stuttgart verteilt gibt es zahlreiche Anlagen, große wie kleine, die zur Stromerzeugung und damit zur Senkung des CO2-Ausstoßes beitragen. Vier Beispiele unterschiedlicher Größe stellen wir in der Folge vor.

Bezirksrathaus erzeugt mehr Strom als erwartet

Auf dem roten Ziegeldach des Neubaus des Bezirksrathauses in Untertürkheim gibt es seit Ende 2016 eine Photovoltaikanlage. Sie ist 57 Quadratmeter groß, die Kosten betrugen 19 000 Euro. Die installierte Leistung liegt bei 9,86 Kilowattpeak. Nach dem ersten vollen Betriebsjahr 2017, das ohne einen einzigen Ausfalltag vonstatten ging, ist die Bilanz der Photovoltaikanlage äußerst positiv. Der Ertrag ist mit 10 693 Kilowattstunden um rund zehn Prozent höher als erwartet. Zu 70 Prozent wird der Strom im Gebäude genutzt und deckt so einen großen Anteil des Strombedarfs im Bezirksrathaus. Die restlichen rund 30 Prozent des von der Anlage erzeugten Stroms werden in das öffentliche Netz eingespeist.

Solarzellen auf dem Dach der RathauspassageVergrößernSolarzellen auf dem Dach der Rathauspassage. Foto: Martin JanottaSolarzellen auf dem Dach der Rathauspassage. Foto: Martin Janotta
Bienen und Sonne auf der Rathauspassage

Die Rathauspassage 2 ist ein Verwaltungsgebäude in Stuttgart-Mitte, direkt angrenzend an das Rathaus. Hier sind unter anderem das Haupt- und Personalamt und die Abteilung Kommunikation untergebracht. Auf dem Dach des Gebäudes leben nicht nur die Rathausbienen, sondern dort befindet sich auch seit 2011 eine Photovoltaikanlage von 120 Quadratmetern Größe, die damals 54 300 Euro brutto gekostet hat. Die installierte Leistung der Anlage beträgt 18 Kilowattpeak. Die Anlage erzeugt zuverlässig Strom ohne Ausfalltage, im Jahr 2017 waren es insgesamt 14 903 Kilowattstunden. Hauptsächlich dient der Strom zum Verbrauch im Gebäude selbst. Überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Vom Schuldach komplett ins öffentliche Netz

Auf dem Gelände der Jörg-Ratgeb-Schule in Neugereut befinden sich drei Schularten - Gymnasium, Realschule und Werkrealschule - unter einem Dach. Und auf diesem Dach wird eine Menge Solarstrom erzeugt. Die Photovoltaikanlage der Jörg-Ratgeb-Schule hat eine Fläche von 1017 Quadratmetern, die installierte Leistung beträgt 137 Kilowattpeak. Im Jahr 2017 hat die Anlage insgesamt 121 725 Kilowattstunden Strom erzeugt. Einen Ausfalltag gab es nicht. Besonders an der Anlage der Jörg-Ratgeb-Schule ist, dass der erzeugte Strom vollständig ins öffentliche Netz eingespeist wird. Die Anlage wurde im Jahr 2010 auf dem Schuldach installiert, sie hat damals rund 670 000 Euro gekostet.

Unten spielende Kinder, oben Photovoltaik

Die Kindertagesstätte Osumstraße 64-66 im Stadtbezirk Plieningen wurde im Jahr 2015 saniert. Dabei wurde für rund 180 000 Euro eine Solaranlage auf dem Dach installiert. Anfangs gab es noch zweimal Ausfalltage, mit Hilfe einer automatischen Anlagenüberwachung konnte das Problem gelöst werden, und die Anlage läuft mittlerweile reibungslos. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita Osumstraße hat eine Fläche von 317 Quadratmetern und eine installierte Leistung von 50 Kilowattpeak. Im Jahr 2017 hat sie insgesamt 32 714 Kilowattstunden Strom erzeugt. Der überwiegende Teil davon wurde im Gebäude selbst genutzt, überschüssiger Strom in das öffentliche Netz eingespeist.    

Der Solaratlas

Mit dem Solaratlas der Stadtwerke Stuttgart können Bürgerinnen und Bürger im ersten Schritt das Solarpotenzial für ihr Dach ganz einfach selbst ermitteln. Der interaktive Plan enthält vielfältige Informationen, zum Beispiel über die Dachform, die Gebäudenutzung sowie die Aktualität der eingesetzten Daten. Das Solarpotenzial wird auf einen Blick durch vier unterschiedliche Farben sichtbar gemacht: Rot und Orange stehen für eine sehr gute beziehungsweise gute Eignung; blaue und lila Flächen sind nur bedingt oder auch gar nicht geeignet.

Der Solaratlas ist in Kooperation mit dem Stadtmessungsamt der Landeshauptstadt Stuttgart sowie dem Landesministerium für Umwelt und Natur in Baden-Württemberg entstanden. Die Stadtwerke stellen den Solaratlas allen Stuttgarter Bürgern und Unternehmen kostenfrei zur Verfügung.

Der Atlas kann im Internet unter www.solarstrom-fuer-stuttgart.de aufgerufen werden. Informationen auch unter Telefon 34650-2650 oder E-Mail sonne@stadtwerke-stuttgart.de


Donnerstag, 05.07.2018