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Ausschuss besichtigt AEB und Lapp

Der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen hat die Unternehmen AEB und Lapp besucht. Beide sind global vernetzt und hochinnovativ. Bei den Betriebsbesichtigungen am 6. Juli konnten sich die Stadträtinnen und Stadträte, der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, Michael Föll, sowie die Möhringer Bezirksvorsteherin Evelyn Weis ein Bild von den Firmen machen und erfuhren, in welchen Bereichen kommunale Unterstützung erwünscht ist.
AEB ist seit 40 Jahren Spezialist für IT-Lösungen und führender Anbieter für globale Services im Supply Chain Management mit den Schwerpunkten Beschaffungs-, Lager- und Distributionslogistik, Außenwirtschaft und Risikomanagement.

Erster Bürgermeister Michael Föll und Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen beim Betrieb AEBVergrößernErster Bürgermeister Michael Föll und Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen im Gespräch mit AEB-Geschäftsführer Matthias Kieß (r.) und Jochen Günzel, Mitglied der Geschäftsführung (2.v.r.). Foto: Hermann SchuhErster Bürgermeister Michael Föll und Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen im Gespräch mit AEB-Geschäftsführer Matthias Kieß (r.) und Jochen Günzel, Mitglied der Geschäftsführung (2.v.r.). Foto: Hermann Schuh
AEB: Weltweit mehr als 5000 Kunden

"Der Außenhandel spielt bei uns eine große Rolle, wir bedienen weltweit mehr als 5000 Kunden", erklärte AEB-Geschäftsführer Matthias Kieß. Darunter seien nicht nur die großen Firmen wie Siemens, sondern auch viele mittlere und kleine aus unterschiedlichen Branchen, so Medizintechnik, Industrie und Handel. Das Unternehmen hat 15 Standorte in acht Ländern, mehr als 400 Mitarbeiter sind in dem neu errichteten Gebäude auf dem ehemaligen Hansa-Areal in der Sigmaringer Straße beschäftigt.

Bis zum vergangenen Jahr hatte AEB sein Domizil in Degerloch, verteilt auf fünf Gebäude. Die Entscheidung für Möhringen begründete Jochen Günzel, Mitglied der Geschäftsleitung, so: "Wir sehen uns als Teil von Stuttgart, und es ist ein Statement in den Markt." Er lobte die gute Verkehrsinfrastruktur mit Flughafen, Autobahn und Bahn: "Eine Luxuslage." Der neue Firmensitz in Möhringen verfügt über ein ausgeklügeltes Energiekonzept. Auf vier Etagen befinden sich offene Räume, Sitzgelegenheiten in sogenannten Think Tanks und Rückzugsräume für bestimmte Projektarbeiten. Günzel verwies darauf, dass die Firma flache Hierarchien habe und sich sozial engagiere.

Er bemängelte allerdings die unzureichende digitale Infrastruktur. "Es fehlen Glasfaserverbindungen, das Mobilfunknetz ist schlecht", sagte er. Bürgermeister Föll griff die Kritik auf: "Wir werden die Chance, Rückstände aufzuholen, nutzen. Dieses Ziel können wir erreichen, spät, aber hoffentlich nicht zu spät."

Lapp: Größter Umsatz mit Produkten für Windenergie

Die Lapp Gruppe mit Sitz in Vaihingen ist einer der führenden Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie. Zum Portfolio der Gruppe gehören Kabel und hochflexible Leitungen, Industriesteckverbinder und Verschraubungstechnik, kundenindividuelle Konfektionslösungen, Automatisierungstechnik und Robotiklösungen für die intelligente Fabrik von morgen und technisches Zubehör. Der Kernmarkt der Lapp Gruppe ist der Maschinen- und Anlagenbau. Weitere wichtige Absatzmärkte sind die Lebensmittelindustrie, der Energiesektor und Mobilität. Dachgesellschaft ist die Lapp Holding AG mit Sitz in Stuttgart.

Die Lapp Gruppe ist weltweit tätig mit 40 eigenen Vertriebsgesellschaften, 18 Fertigungsstandorten und über 100 Auslandsvertretungen. Es sind rund 3800 Mitarbeiter beschäftigt. Andreas Lapp, Aufsichtsratsvorsitzender der U.I. Lapp GmbH und Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding, sagte: "Wir sind besonders aktiv im Bereich der erneuerbaren Energien, unseren größten Umsatz erzielen wir mit unseren Produkten für die Windenergie."

Lapp hob hervor, dass die im vergangenen Jahr fertiggestellte Europazentrale in der Schulze-Delitzsch-Straße den aktuellen ökologischen Anforderungen entspricht. Für Heizung und Kühlung des Gebäudes wird Erdwärme genutzt, auf dem Dach befindet sich eine der größten Photovoltaikanlagen Stuttgarts. Doch auch das Bürokonzept setze Maßstäbe, so Lapp. Die neue Arbeitswelt entspricht dem Open Space-Konzept. Rund 120 Mitarbeiter sind im Haus beschäftigt. Andreas Lapp wünscht sich für seine Belegschaft bessere Einkaufs- und Aufenthaltsmöglichkeiten, mehr Parkraum, vor allem jedoch eine Verbesserung der Verkehrssituation. "Vor Arbeitsbeginn stehen manche erstmal eine Stunde im Stau", sagte er. "Deswegen haben auch schon einige bei uns gekündigt."

Bürgermeister Föll erklärte, dass es für den Ausbau der Nord-Süd-Straße als wichtigem Zubringer in das Gewerbegebiet bereits eine politische Mehrheit im Gemeinderat gebe. "Das werden wir auch schrittweise umsetzen", sagte er.
Donnerstag, 12.07.2018