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OB Kuhn: "Wachsam sein gegen rassistische Umtriebe"

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat bei einer Kundgebung am Freitag, 14. September, Vielfalt als "Stuttgarts Stärke" bezeichnet. "Unsere Bürgerinnen und Bürger haben unterschiedliche Herkünfte und Orientierungen. Diese Internationalität und Modernität zeichnet uns aus. Vielfalt ist für uns keine Bedrohung, sie ist eine Ermutigung." Er reagierte damit auf Ereignisse in den letzten Wochen, bei denen Demonstranten in Chemnitz oder Köthen sich offen rassistisch und nationalistisch zeigten.
OB Kuhn weiter: "Niemand darf aufgrund seiner Hautfarbe, Herkunft oder sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Aber Diskriminierung und Rassismus sind im Bundestag, den Landtagen und im Gemeinderat angekommen. Das verlangt eine klare eindeutige Reaktion." Diese Kundgebung sende ein starkes Zeichen. "Stuttgart setzt sich zur Wehr. Wir lassen uns nicht abschrecken, sondern treten gegen Rassismus auf und setzen uns für Vielfalt ein", so Kuhn.

OB Kuhn: 'Wachsam sein gegen rassistische Umtriebe'Vergrößern'Wir müssen wachsam sein, uns umeinander kümmern und gegen den Mob kämpfen', sagte OB Friitz Kuhn bei der Kundgebung 'Gemeinsam Vielfalt leben' am Freitag, 14. September. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski'Wir müssen wachsam sein, uns umeinander kümmern und gegen den Mob kämpfen', sagte OB Friitz Kuhn bei der Kundgebung 'Gemeinsam Vielfalt leben' am Freitag, 14. September. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Zur Kundgebung hat das "Projekt 100% MENSCH" eingeladen, getragen wurde die Veranstaltung unter anderem von Bündnis90/GRÜNE BW, SPD BW, FDP BW, Die Freien Wähler, DIE LINKE BW, Staatsoper Stuttgart und zahlreichen Verbänden und Initiativen.

Stuttgart habe die Integration der Geflüchteten erfolgreich angepackt, sagte der OB. "Wir beschreiten den Stuttgarter Weg, indem wir Menschen, die sich zu uns flüchten, in allen Stadtbezirken gut unterbringen." Dank der Unterstützung zahlreicher Freundeskreise gelinge die Integration recht gut. "Ich sage aber auch: Integration ist nicht einfach, es gibt oft auch Rückschläge. Wir können es aber nicht einfach sein lassen. Denn: Wenn etwas schwierig wird, strengen wir uns an und suchen im Gespräch nach Lösungen."

Man müsse im demokratischen Streit auf die "Kraft der Gewaltfreiheit" setzen. Kuhn wörtlich: "Lösungen findet man im Austausch von Argumenten. Es geht jetzt um nicht weniger als die Verteidigung der Werte des Grundgesetzes." Wozu nationalsozialistisches Denken führe, zeige ab Herbst die neue Gedenkstätte "Hotel Silber". Das Gebäude in der Dorotheenstraße - erbaut im 19. Jahrhundert als Hotel - war Hauptquartier des Terrors: Die Gestapo beschloss hier Verhaftungen und Deportationen. Die Dauerausstellung erinnere - "mit freiem Eintritt", so Kuhn - an die Opfer der Gräueltaten.

"Ich mache mir Sorgen, dass wir gegen rassistische Umtriebe aufstehen müssen. Wir müssen wachsam sein, uns umeinander kümmern und gegen den Mob kämpfen" appellierte Kuhn abschließend.
Freitag, 14.09.2018