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Mineral-Bad Berg soll 2020 öffnen

Die Generalsanierung des Mineral-Bad Berg, die im September 2016 begonnen hat, wird sich verzögern und auch verteuern. Die Gesamtkosten, einschließlich der notwendig gewordenen Sanierungsmaßnahmen an der West- und der Südquelle, werden jetzt auf 33,9 Millionen Euro geschätzt.
Mit dem Baubeschluss 2016 waren die Kosten für das Projekt noch mit 29,4 Millionen Euro veranschlagt worden. Durch Vergabeverluste und längere Zeitverzögerungen bei den erforderlichen Genehmigungsabstimmungen mit dem Eisenbahnbundesamt und der Bahn muss mit einer Kostensteigerung von 4,5 Prozent ­gerechnet werden.

Der neue Eingangsbereich des Mineral-Bad Berg wird nach der Sanierung modern und großzügig wirken.VergrößernDer neue Eingangsbereich des Mineral-Bad Berg wird nach der Sanierung modern und großzügig wirken. Visualisierung: 4a ArchitektenDer neue Eingangsbereich des Mineral-Bad Berg wird nach der Sanierung modern und großzügig wirken. Visualisierung: 4a Architekten
Dazu kommen noch die Ausgaben für die Sanierung der Quellen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro - um einen sicheren Quellbetrieb zu garantieren - und die aus dieser Verzögerung resultierenden Folgekosten.

Zusammen erhöht sich damit der Mittelbedarf für die laufende Generalsanierung um insgesamt 4,5 Millionen Euro auf netto zirka 33,9 Millionen Euro.

Die Wiedereröffnung des Mineral-Bads wird sich ebenfalls verzögern. Sie ist jetzt für Frühjahr oder Mitte 2020 vorgesehen. Der Bäderausschuss hat der Quellensanierung und den Mehrkosten in seiner Sitzung vom 5. Oktober zugestimmt.

Sanierung der Quellen

Die sechs Heilwasserquellen des Mineralbads wurden zwischen 1831 und 1832 erstmals gebohrt und reichen bis in eine maximale Tiefe von 67 Metern. Der letzte Umbau fand in den 1960er-Jahren statt.

Von 2015 bis 2018 wurden die Quellen im Rahmen der Generalsanierung geophysikalisch näher untersucht. Bei der anfangs unter die Lupe genommenen Ost- und der Nordquelle gab es keine Beanstandungen. Sie befinden sich in einem ordentlichen Ausbauzustand. Bei der Mittelquelle, die das Außenbecken speist, konnte trotz eines minimalen Wasseraustritts ebenfalls ein bautechnisch ordnungsgemäßer Zustand festgestellt werden. In der Wahl der Baustoffe muss hier jedoch wegen des aggressiven Mineralwassers auf eine höhere Beständigkeit geachtet werden.

Urquelle ist die Berger Quelle

Bei der Urquelle handelt es sich um die schüttungsreichste Berger Quelle mit zirka 32 Litern Austritt pro Sekunde. Die Fassung, die den Horizont des Oberen Muschelkalks bis in eine Tiefe von 61 Metern erschließt, wurde als standsicher und funktionstüchtig beurteilt. Eine vorhandene Dichtungslücke unterhalb des Abschlussschachtes wird verpresst und damit beseitigt. Anders als bei den genannten vier Quellen, deren längerfristiger Weiterbetrieb ohne Probleme möglich ist, muss jedoch bei der Süd- und der Westquelle aufwendig saniert werden.

Bei der Südquelle handelt es sich um eine kleine Fassung mit einer Schüttung von lediglich 1,5 Litern pro Sekunde. Sie reicht im Horizont des ­Unterkeupers bis in eine Tiefe von 25 Metern. Aufgrund einer Undichtigkeit der Fassung und einer seit 2017 rückläufigen Schüttung wurde sie als sanierungsbedürftig eingestuft. Sie soll verschlossen, an anderer Stelle gebohrt und mit einer neuen Fassung wiederhergestellt werden. An der West­quelle ist der Rohrstrang in Teilen geknickt und gerissen, es droht langfristig ein Kollaps und ­damit ein Verschluss der Quelle. Auch hier muss eine neue Fassung gebaut werden. Die Planungs- und Bauzeiten der Sanierungsmaßnahmen werden zwischen 12 und 15 Monaten betragen.


Donnerstag, 11.10.2018