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Netzwerk Vielfalt feiert Abschluss der Aktionstage mit Vortrag von Friedenpreisträgerin Aleida Assmann - OB Kuhn: "Für Menschenrechte zusammenstehen"

Stimmungsvoll, nachdenklich und mahnend sind am 10. Dezember im Stadtpalais die Aktionstage der Initiative "Vielfalt - 0711 für Menschenrechte" zu Ende gegangen, Über 250 Stuttgarter Institutionen haben sich ihr angeschlossen. Oberbürgermeister Fritz Kuhn freute sich über diesen Erfolg: "Es ist toll, dass die ganze Stadt sagt: 0711 steht für Menschenrechte."

Kuhn dankte der überparteilichen Initiative für ihr großes Engagement. "Für Menschenrechte muss man zusammenstehen und darf sich nicht auseinanderdividieren lassen." Vor 70 Jahren, nach dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs sei die klare Formulierung der Menschenrechte 1948 "ein extrem wichtiger Schritt" gewesen. "Und es ist schön, dass dieses Jubiläum in Stuttgart so würdevoll und engagiert gefeiert wird", betonte der OB. Allerdings seien die Menschenrechte in Gefahr. "Wir müssen alles tun, damit die Schriftform im Alltag bestätigt wird", sagte Kuhn, auch in Anspielung auf den folgenden Vortrag der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann unter dem Titel "Menschenrechte - Menschenpflichten".

Netzwerk Vielfalt feiert Abschluss der Aktionstage mit Vortrag von Friedenpreisträgerin Aleida AssmannVergrößernZahlreiche Bürger aus Kultur und Politik hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn am Montag, 10. Dezember, im Stadtpalais zum festlichen Abschluss der Aktionstage für die Menschenrechte begrüßt. Foto: Lichtgut/Leif PiechowskiZahlreiche Bürger aus Kultur und Politik hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn am Montag, 10. Dezember, im Stadtpalais zum festlichen Abschluss der Aktionstage für die Menschenrechte begrüßt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
In diesem Zusammenhang riet der Oberbürgermeister, bei der Kritik an Menschenrechtsverletzungen nicht immer auf andere Länder zu verweisen: "Es ist viel glaubwürdiger, den Kampf im eigenen Bereich aufzunehmen." Dabei gehe es auch um den Kampf für die Demokratie, gerade wenn diese von rechten Populisten angegriffen werde.

Netzwerk Vielfalt feiert Abschluss der Aktionstage mit Vortrag von Friedenpreisträgerin Aleida AssmannVergrößernIm Gespräch: Michael Kienzle von der Initiative Vielfalt, Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Festrednerin Aleida Assmann und Hermann Bausinger aus Tübingen. Foto: Lichtgut/Leif PiechowskiIm Gespräch: Michael Kienzle von der Initiative Vielfalt, Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Festrednerin Aleida Assmann und Hermann Bausinger aus Tübingen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die zahlreichen Besucher im dicht besetzten Foyer des Stadtpalais hatte zuvor Michael Kienzle im Namen der Initiative begrüßt. Für die musikalische Umrahmung sorgten der One-World-Chor und der Freie Chor Stuttgart. Landtagspräsidentin Muhterem Aras sagte in ihrem Grußwort, in Zeiten, in denen schrille Töne die Debatte beherrschten, sei es nötig, auch die leiseren, differenzierteren - wie die von Aleida Assmann - zu hören. Diese erinnere immer wieder daran, dass das "kulturelle Gedächtnis" aktiv gestaltet werde, während das Vergessen lautlos geschehe.

Netzwerk Vielfalt feiert Abschluss der Aktionstage mit Vortrag von Friedenpreisträgerin Aleida AssmannVergrößernInternational besetzt sorgten der One-World-Chor und der Freie Chor Stuttgart für die musikalische Umrahmung von Grußworten und Festvortrag. Foto: Lichtgut/Leif PiechowskiInternational besetzt sorgten der One-World-Chor und der Freie Chor Stuttgart für die musikalische Umrahmung von Grußworten und Festvortrag. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Aleida Assmann ist gemeinsam mit ihrem Mann, dem Ägyptologen Jan Assmann, am 14. Oktober in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. In ihrem Vortrag widmete sich die Wissenschaftlerin der historischen Entwicklung der Menschenrechte seit 1948. Sie schlägt auch in ihrem neuesten Buch vor, den Begriff durch den der "Menschenpflichten" zu ergänzen, um für die wichtige "soziale Einbettung" zu sorgen.

Hintergrund: Vor 70 Jahren

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte in Paris verabschiedet. Daran hat die Initiative "Vielfalt - 0711 für Menschenrechte" seit 10. November mit über 150 Veranstaltungen unterschiedlichster Art erinnert. Wegen des großen Interesses soll die Aktion im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Die Projektkoordination liegt bei der Stiftung Geißstraße und dem Verein Die Anstifter.

Weitere Infos unter 0711menschenrechte.de oder per E-Mail an 0711menschenrechte@gmail.com.

Mittwoch, 12.12.2018