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SSB plant 2019 Investitonen von 105 Millionen Euro

Die Erneuerung der teilweise 30 Jahre alten Infrastruktur stellt das Nahverkehrsunternehmen vor große Herausforderungen, wie ein aktueller Rechenschaftsbericht zeigt.
Für die Zacke hat die SSB vor kurzem bei der Stadler Rail AG drei neue Bahnen inklusive Vorstellwagen für 20 Räder bestellt.VergrößernFür die Zacke hat die SSB vor kurzem bei der Stadler Rail AG drei neue Bahnen inklusive Vorstellwagen für 20 Räder bestellt. Visualisierung: StadlerFür die Zacke hat die SSB vor kurzem bei der Stadler Rail AG drei neue Bahnen inklusive Vorstellwagen für 20 Räder bestellt. Visualisierung: Stadler
Die Wirtschaftsplanung der Stuttgarter Straßenbahnen AG für 2019 sagt im Ergebnis ein Minus von 28,6 Millionen Euro voraus. Das Wirtschaftsjahr 2017 hingegen hatte die SSB noch mit rund minus 19 Millionen Euro abgeschlossen. Gründe für diese Entwicklung sind die allgemein steigenden Kosten sowie höhere Personalkosten und eine Ausweitung der Leistungen des Nahverkehrsunternehmens.

Wechsel im Vorstand

Auch personell stehen der SSB Veränderungen ins Haus. Zum 31. Dezember tritt der langjährige Technische Vorstand Wolfgang Arnold in den Ruhestand. Sein Nachfolger ab 1. Januar 2019 ist Thomas ­Moser, bisher Unternehmensbereichsleiter Schienenfahrzeuge. Zudem wird die Kaufmännische Vorständin Stefanie Haaks die SSB Anfang 2019 verlassen und zu den Kölner Verkehrsbetrieben als Vorstandsvorsitzende wechseln.

Im kommenden Jahr plant die SSB Investitionen von 105 Millionen Euro. Der weitaus größte Teil fließt in den Stadtbahnausbau (rund 60,5 Millionen Euro), die Betriebs- und Geschäftsausstattung (zirka 21,6 Millionen Euro) sowie den Kauf von Fahrzeugen (etwa 14,4 Millionen Euro).

Halbe Milliarde Euro für Grunderneuerung

Eine beträchtliche Herausforderung stellt in den nächsten Jahren die Grunderneuerung der teilweise 30 Jahre alten Infrastruktur dar. Im Mehrjahresplan bis 2022 sieht die SSB dafür knapp eine halbe Milliarde Euro vor. Etwa 348 Millionen Euro davon muss das Unternehmen selber aufbringen. Dies soll sowohl durch konzerninterne Finanzierung über die Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH als auch durch eine externe Finanzierung von rund 83 Millionen Euro ermöglicht werden.

Aktuelle Projekte

Zu ihren aktuellen Projekten zählt die SSB die Verlängerung der U6 zum Flughafen und zur Messe. Im Sommer haben dafür die ersten Arbeiten im Bereich von Messe und Flughafen begonnen. Dort soll ein Tunnel in offener Bauweise entstehen. Auch erste Vorarbeiten für die Brückenrampe neben der A8 sind bereits im Gange. Nicht mehr, wie eigentlich geplant, im laufenden Jahr, sondern erst Ende Februar 2019 kann in Grenoble der neue Fahrsimulator für den Ausbildungsbetrieb der SSB abgenommen werden. Die Lieferung nach Stuttgart ist daran anschließend für April vorgesehen. Die Folgebaumaßnahme Staatsgalerie samt Tunneln zwischen Stöckach und Hauptbahnhof kommt trotz der engen räumlichen Verhältnisse im Baufeld und des komplexen Abstimmungsbedarfs mit der dort ebenfalls bauenden Deutschen Bahn voran.

Für das laufende Planfeststellungsverfahren zur S2 wird der Erörterungstermin im Frühjahr 2019 erwartet. Kürzlich bereits hat die SSB drei neue Bahnen für die Zahnradbahn zwischen dem Marienplatz in Stuttgart-Süd und Degerloch bei der Schweizer Stadler Rail AG bestellt. Die barrierefreien Fahrzeuge sollen voraussichtlich im Jahr 2021 in Betrieb gehen. Ihre Vorstellwagen können dann pro Fahrt 20 Fahrräder transportieren und haben damit die doppelte Kapazität wie die derzeit im Einsatz befindlichen. Die Erneuerung der Zacke kostet rund 18 Millionen Euro.

Ausbau des Stadtbahnnetzes

Für den benötigten vierten Stadtbahnbetriebshof ist inzwischen ein Standort in Weilimdorf an der Ditzinger Gemarkungsgrenze gefunden worden. Der Ausbau des Stadtbahnnetzes sieht mittelfristig die Verlängerung der U19 und die Verlängerung der Hochbahnsteige entlang der U1 auf 80 Meter vor.

Derzeit arbeiten 3199 Menschen bei der SSB, 1500 davon im Fahrdienst. Um alle Aufgaben erledigen zu können, muss das Personal auch künftig weiter aufgestockt werden. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf qualifizierten Mitarbeitern für die Werkstätten.    

Donnerstag, 13.12.2018