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Erfolgreich durch fachliches Know-how

Bei zwei Ortsterminen unter der Leitung von Erstem Bürgermeister Michael Föll informierten sich Stadträte und Stadträtinnen des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen über die aktuellen Herausforderungen in der Arbeitswelt des Behindertenzentrums Stuttgart (bhz) und des Unternehmens ­Trelleborg Sealing Solutions.
Erster Bürgermeister Michael Föll (links) und Mitglileder des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen lassen sich von Carola Meyer (rechts) die Arbeit am Behindertenzentrum erklären.VergrößernErster Bürgermeister Michael Föll (links) und Mitglileder des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen lassen sich von Carola Meyer (rechts) die Arbeit am Behindertenzentrum erklären. Foto: Hermann SchuhErster Bürgermeister Michael Föll (links) und Mitglileder des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen lassen sich von Carola Meyer (rechts) die Arbeit am Behindertenzentrum erklären. Foto: Hermann Schuh
Behindertenzentrum Stuttgart (bhz)

"Die Regeln des Arbeitsmarktes gelten auch für uns, erwartet werden anständige Preise und hohe Flexibilität", erklärte Carola Meyer, Technische Leiterin beim bhz während des Rundgangs durch die Elektromontageabteilung am Fasanenhof. 25 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen fertigen dort unter fachlicher Anleitung Kabelkanäle und Klemmleisten oder bauen Netzteile und Motoren für behindertengerechte Fahrzeuge zusammen. "Das sind sehr anspruchsvolle Tätigkeiten", betonte Meyer. In der Montage stellen rund 40 Mitarbeiter Querträger her. Die Auftrag­geber sind Unternehmen wie Bosch, Daimler oder Roto.

Für Bosch kalibriert das bhz in klimatisierten Messräumen verschiedene Prüfmittel. In der Mechanik werden auf konventionellen und CNC-gesteuerten Fräs- und Drehmaschinen Teile für viele Industriebereiche hergestellt. Zur weiteren Produktpalette zählen Seifen, ­Kerzen, Yogamatten und vieles mehr. Insgesamt 160 Mitarbeiter sind am Fasanenhof beschäftigt.

Herausforderungen stehen an

"In den Werkstätten wird produziert, wie in denen vieler anderer Betriebe", sagte Föll anerkennend, "es ist ein Unternehmen, wie viele in der Stadt." Doch das bhz sieht sich auch mit Herausforderungen konfrontiert: weniger Aufträge, Fachkräftemangel, Preiskonkurrenz. "Ein großes Problem sind zudem fehlende Wohnungen", berichtete bhz-Leiterin Irene Kolb-Specht. Sowohl für junge als auch ältere Menschen mit Behinderungen gebe es lange Wartelisten. "Wir hoffen hier auf Unterstützung durch die Stadt, schon wenn es um die Vergabe eigener Grundstücke geht."

Das bhz beschäftigt an 13 Standorten 430 Menschen mit Handicap. Die diakonische Einrichtung der Behindertenhilfe hat Angebote in den Bereichen Berufliche Bildung mit anerkannten Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM). Es gibt integrative ­Arbeitsplätze in Unternehmen und Organisationen, Tages­förderstätten und Förder- und Betreuungsgruppen für Menschen mit höherem Unterstützungs- und Hilfebedarf, stationäre und ambulante Wohnangebote, einen familienentlastenden Service (FELS) sowie Seniorenbetreuung.

Neues Innovationszentrum in Vaihingen

Im vergangenen Jahr hat Trelleborg Sealing Solutions (TSS) in Vaihingen ein neues Innovationszentrum errichtet. Das Gebäude vereinigt alle Bereiche des Unternehmens unter einem Dach: Entwicklungsabteilung, den Hauptsitz in Deutschland und den Vertrieb. Trelleborg ist ein schwedischer, weltweit agierender Kunststoff-Konzern und entwickelt Dämpfungs-, Schutz- und Dichtungssysteme sowie Reifen für Nutzfahrzeuge. Die Trelleborg-Geschäftsführer Carsten Stehle und Thomas Uhlig begleiteten Bürgermeister Föll und die Ausschussmitglieder beim Hausbesuch.

"Es gibt kaum ein Produkt, in dem nicht ein von uns entwickeltes Bauteil verarbeitet ist", sagte Stehle. Ob in Hausfassaden, Gleis­lagern, Schiffsanlegestellen, Flugzeugen, Handys oder Kaffeemaschinen, überall stecke Trelleborg-Know-how mit drin. "Natürlich produzieren wir auch Dichtungsringe für nahezu jeden Zweck", so Stehle.

Offene und flexible Arbeitsumgebung

An ihren Arbeitsplätzen haben die Beschäftigten weder stationäre Computer noch Festnetz wie in herkömmlichen Büros. Stattdessen arbeiten sie mit Notebooks und kommunizieren mobil in verschiedenen Arbeitsumgebungen, die offen und flexibel sind. Im "Family Room" gibt es neben dem Arbeits- einen Kinderbereich mit Spielecke, so dass Eltern auch mal ihr Kind mitbringen können. Für seine Mitarbeiter hat TSS ein eigenes Mobilitätskonzept entwickelt. Wer zu Fuß, mit Fahrrad, E-Bike oder E-Roller zur Arbeit kommt, erhält ­einen Mobilitätsbonus oder ­einen Zuschuss zu eventuellen Leasing-Kosten. VVS-Monats­tickets werden bis zu 100 Prozent erstattet. Pkw-, Motorrad- und Rollerfahrer bekommen einen Parkgebührenzuschuss. "Die Zahl der Pkw-Nutzer konnte so deutlich verringert werden", sagte Stehle.

Derzeit arbeiten 500 Mitarbeiter am Standort Vaihingen. "Wir werden noch in diesem Jahr weitere 100 einstellen", ­erklärte Uhlig. Die Trelleborg-Gruppe erzielt mit rund 23 000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 3,26 Milliarden Euro und ist an 100 Produktionsstätten in 50 Ländern vertreten.
Donnerstag, 21.02.2019