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Vom Recht auf sauberes Wasser

Das diesjährige Motto des Weltwassertags am 22. März lautet "Niemand zurücklassen - Wasser und Sanitärversorgung für alle". Sowohl das "Recht auf Wasser" als auch das "Recht auf Sanitärversorgung" wurden 2015 in zwei eigenen Menschenrechten festgelegt. Dennoch haben knapp zehn Prozent aller Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und 32 Prozent leben ohne angemessene und gerechte Sanitärversorgung.
Mehr als 80 Prozent der Abwässer weltweit fließen ungeklärt in die Umwelt. Die Zahlen verdeutlichen die zwingende Notwendigkeit, die uns noch zur Verfügung stehenden Wasserressourcen und Ökosysteme durch eine angemessene Reinigung der Abwässer vor weiteren negativen Einflüssen zu schützen. Die Vereinten Nationen verabschiedeten 2015 mit der "Agenda 2030" Ziele zur verbesserten Verfügbarkeit und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser.

Spiegelblank und frisch gereinigt: Blick über ein Nachklärbecken im Hauptklärwerk Mühlhausen, die größte Kläranlage Baden-WürttembergsVergrößernSpiegelblank und frisch gereinigt: Blick über ein Nachklärbecken im Hauptklärwerk Mühlhausen, der größten Kläranlage Baden-Württembergs. Foto: SES/FuchsSpiegelblank und frisch gereinigt: Blick über ein Nachklärbecken im Hauptklärwerk Mühlhausen, der größten Kläranlage Baden-Württembergs. Foto: SES/Fuchs
Auf einem gutem Weg

In Deutschland bildet die Nachhaltigkeitsstrategie des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) einen wesentlichen Rahmen für die Umsetzung der Agenda auf nationaler Ebene. Das Strategiepapier dient auch als Grundlage für Maßnahmen der internationalen Entwicklungsarbeit des Staates.

Deutschland ist auf einem guten Weg. Hier reinigen Kläranlagen über 96 Prozent des Abwassers so, dass es ohne weitere Probleme in die Gewässer eingeleitet werden kann. Bundesweit gibt es knapp 10 000 Kläranlagen, die jährlich etwa zehn Milliarden Kubikmeter Abwasser behandeln, wovon wiederum 98 Prozent einer biologischen Reinigung mit gezielter Nährstoffentfernung zugeführt wird. Somit liegt Deutschland europaweit an der Spitze, was die Abwasseraufbereitung angeht. Hier dürfen Abwassereinleitungen in die Gewässer nur erfolgen, wenn die Schadstofffracht soweit reduziert wurde, wie es nach dem Stand der Technik möglich ist.

Vier Klärwerke

Das Tiefbauamt und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) plant, baut, betreibt und unterhält die Kanalisation, die Regenbecken sowie die Abwasserpumpwerke. Vier Klärwerke reinigen in den Stadtbezirken Mühlhausen, Möhringen und Plieningen sowie in Ditzingen das Abwasser von Stuttgart und neun Nachbarstädten. Ein eigenes SES-Zentrallabor übernimmt die kontinuierliche chemische Analyse des Abwassers. Die SES ist der erste gemeinwohl­bilanzierte Entwässerungsbetrieb weltweit.

Am Ende des umfangreichen und anlagenintensiven Reinigungsprozesses wird das gereinigte Abwasser in die Flüsse Neckar, Körsch und Glems eingeleitet. Aufgrund der guten Reinigungsleistung haben sich die Flüsse mittlerweile soweit erholt, dass hier wieder Tierarten leben, deren Lebensraum noch bis vor ein paar Jahren bedroht war.

Leistung weiter erhöhen


Das Hauptklärwerk Mühlhausen ist das landesweit größte Klärwerk und behandelt jährlich eine Abwassermenge von rund 60 Millionen Kubikmetern. Um dabei den stetig wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden und die Reinigungsleistung noch weiter zu erhöhen, ist ein stetiger Ausbau der Klärwerke notwendig. So wird das Hauptklärwerk mit einer weiteren Reinigungsstufe ausgestattet, um neben Phosphaten auch Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände besser aus dem Abwasser entnehmen zu können. Ziel ist es, die Wasserqualität im Neckar weiter zu verbessern.

Um die Bevölkerung für das Thema Abwasserreinigung und dessen dringende Notwendigkeit weiter zu sensibilisieren, bietet die SES Besichtigungen der Klärwerke und Einblicke in das Stuttgarter Kanalnetz an. Informationen hierzu und rund um das Abwasser bietet die SES auf ihrer Homepage. Anlässlich der grundlegenden Modernisierung wird am 12. Oktober im Gruppenklärwerk Ditzingen ein Tag der offenen Tür mit zahlreichen Informationen und Aktionen für Jung und Alt veranstaltet.

Weitere Informationen, Termine von Führungen und Veranstaltungen, Öffnungszeiten und Downloads gibt es unter www.stuttgart-stadtentwaesserung.de.


Donnerstag, 21.03.2019