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"Ein guter Umgang miteinander"

Vielfältige Fragen, Themen und Anregungen der Besucher prägten die Einwohnerversammlung in Möhringen

Ganz unterschiedliche Themen haben die Besucher der Einwohnerversammlung in Möhringen am Montag, 8. Juli, bewegt. Deutliche Schwerpunkte bildeten sich aber im Verlauf der Veranstaltung bei den Themenkomplexen Verkehr, Lärmbelastung und der Nachverdichtung beim Wohnungsbau im Fasanenhof heraus. Aber auch die Einführung des 5G-?Mobilfunks oder der Ausbau des Naturschutzes waren leidenschaftlich diskutierte Punkte.

Einwohnerversammlung Möhringen - 08.07.2019VergrößernIm Dialog mit den Bürgern: OB Fritz Kuhn, die Bürgermeisterin und die Bürgermeister beantworteten zahlreiche Fragen. Foto: Horst RudelIm Dialog mit den Bürgern: OB Fritz Kuhn, die Bürgermeisterin und die Bürgermeister beantworteten zahlreiche Fragen. Foto: Horst Rudel
In seiner Eingangsrede vor rund 550 Zuhörern lobte Oberbürgermeiste Fritz Kuhn das große bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Möhringen und stellte die gute Verkehrsanbindung und die Sicherheit im Bezirk heraus. Auch den Wert einer intakten Landwirtschaft und der Sicherung und Ausweitung von Grünflächen für die Stadtgesellschaft betonte der OB.

Angesprochen auf die Verkehrsprobleme im Bezirk, erneuerte Kuhn sein uneingeschränktes Bekenntnis zu den Alternativen des motorisierten Individualverkehrs: dem zügigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Fahrrad- und der Gehweginfrastruktur. Auch die E-Mobilität sei eine gute Verkehrsvariante bei der Luft- und der Lärmbelastung, sofern der Strom aus regenerativen Quellen stamme.

Bei der anschließenden Aussprache und dem Thema Lärmbelastung durch die Stadtbahnen der SSB bot OB Kuhn ein Gespräch mit Unternehmensverantwortlichen an. Auch werde die SSB die Schienen zukünftig häufiger schleifen und dadurch etwa das Kurvenquietschen mindern.

Zu den Lärmemissionen schnellfahrender Autos sagte der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Martin Schairer, das Tempolimit auf der B27 sei nachts auf 80 Stundenkilometer festgesetzt, auch tagsüber prüfe man, diesen Wert einzuführen. Er sagte verstärkte Kontrollen zu. Um den Schleichverkehr durch den Bezirk besser reduzieren zu können, sei die Integrierte Verkehrsleitzentrale mit einer Verkehrsüberwachung für Möhringen nachgerüstet worden. Die daraufhin verbesserten Ampelschaltungen hätten bereits erste Verbesserungen gebracht.

Auch die Verträglichkeit einer Nachverdichtung im Bezirk und vor allem im Fasanenhof, wo fünf Baugenossenschaften ihren Bestand ausbauen wollen, trieb die Fragesteller um. Der OB hob hier die Wichtigkeit eines schnellen Wohnungsbaus und bezahlbarer Wohnungen im gesamten Stadtgebiet hervor. Der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold, sicherte den Bewohnern beim kommenden Bebauungsplanverfahren ausführliche Informationen und Diskussionen zu. Er bekräftigte aber auch den hohen Stellenwert der Nachverdichtung für den Wohnungsbau.

Dem geforderten Ausbau der Radinfrastruktur sagte OB Kuhn seine ganze Unterstützung zu. Der Etat hierfür sei deutlich erhöht worden, allerdings dürfe der Ausbau des Radverkehrs nicht zu Lasten der Fußgänger gehen. Im Verkehr sei eine Rücksichtnahme auf den jeweils Schwächeren nötig, sagte Kuhn und wurde mit Applaus belohnt.

Mit der beschlossenen Einführung des G5-Mobilfunks befürchten Einwohner eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Bürgermeister Pätzold stellte klar, dass die Strahlungsgrenzwerte eingehalten werden müssen. Der Ausbau sei für Firmen eine wichtige Standortfrage. Daneben werde aber auch ein Pilotprojekt und Kleinzellentechnik mit einer reduzierten Strahlung erprobt.

In seinem Schlusswort betonte der Oberbürgermeister, dass der Autoverkehr zurückgedrängt werden müsse. Dabei dürfe man das Kraftfahrzeug nicht generell abwerten, immerhin lebe Stuttgart ja auch von der Automobilindustrie. Es brauche aber umweltfreundlichere Autos.