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Ein Smart City Award für Stuttgart: Auszeichnung in Berlin entgegengenommen

Wie digital sind Deutschlands Städte? Dieser Frage ist der Digitalverband Bitkom in einer deutschlandweiten Untersuchung nachgegangen. Die Landeshauptstadt erzielt unter 81 untersuchten Großstädten den dritten Platz und wird dafür vom Verband mit dem Smart City Award ausgezeichnet. Das hat der Verband am 15. Oktober bekanntgegeben.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "Heute ist es selbstverständlich, mit dem Handy das Ticket für Bus und Stadtbahn zu buchen, sich über das kulturelle Abendprogramm zu informieren oder per App die beste Radroute auszuwählen. Stadt und Verwaltung müssen entsprechende Informationen bereitstellen und den Weg in die Zukunft mit innovativen Ideen mitgestalten. Der Smart City Award bestätigt: Auf dem Weg zur digitalen Stadtverwaltung setzen wir die richtigen Schritte."

Fundamentaler Wandel der Arbeits- und Lebenswelt

Ein Smart City Award für StuttgartVergrößernErster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte bei der Preisverleihung in Berlin: 'Den Stuttgarterinnen und Stuttgartern wollen wir zukünftig Dienstleistungen anbieten, die zeit- und ortsunabhängig sind und sich stärker an ihren Bedürfnissen orientieren.' Foto: Landeshauptstadt StuttgartErster Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte bei der Preisverleihung in Berlin: 'Den Stuttgarterinnen und Stuttgartern wollen wir zukünftig Dienstleistungen anbieten, die zeit- und ortsunabhängig sind und sich stärker an ihren Bedürfnissen orientieren.' Foto: Landeshauptstadt StuttgartDer Begriff "Smart City" steht in seinen Grundzügen für die intelligente Vernetzung von ­Lebens- und Wirtschaftsbereichen in einer Kommune. Dabei spielen neue, digitale Technologien eine entscheidende Rolle: Durch sie können bestehende Infrastrukturen vernetzt werden. Folglich reicht es nicht aus, bisher analoge Prozesse einfach nur zu digitalisieren. Ausschlaggebend ist es, den Datenaustausch zwischen bisher getrennten Systemen herzustellen.

Um sich der Herausforderung der Digitalisierung anzunehmen und deren Chancen konsequent zu nutzen, hat Erster Bürgermeister Fabian Mayer dem Gemeinderat im Sommer 2019 eine Strategie für eine digitale Stadtverwaltung vorgestellt: "Digital MoveS - Stuttgart.Gestaltet.Zukunft".

Er sagte: "Mit der Digitalisierung geht ein fundamentaler Wandel der Arbeits- und Lebenswelten einher. Als Stadtverwaltung begleiten wir diesen Prozess aktiv und im Bewusstsein 'nicht der Mensch dient der Technik, sondern die Technik dient dem Menschen'. Den Stuttgarterinnen und Stuttgartern wollen wir zukünftig Dienstleistungen anbieten, die zeit- und ortsunabhängig sind und sich stärker an ihren Bedürfnissen orientieren."

Am Dienstag, 22. Oktober, hat Mayer den Smart City Award auf der Messe Smart Country Convention in Berlin entgegengenommen. Stuttgart konnte beim Smart City Wettbewerb mit intelligenten, digitalen Angeboten in verschiedenen Bereichen überzeugen, die schon heute den Alltag erleichtern - sie ersetzen den Gang in die Amtsstuben, ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, sparen Ressourcen und schonen die Umwelt.

Wer nach Stuttgart zieht, kann das Handyticket für Neubürgerinnen und Neubürger nutzen. Das Schnupperticket gilt zwei Wochen lang für den gesamten VVS-Raum und kann kostenlos heruntergeladen werden. Am Parkhaus Österfeld gilt nicht nur "Parkschein=Fahrschein", sondern der Kassenautomat erkennt auch, ob die Person über ein ÖPNV-Abo verfügt und berechnet dann einen günstigeren Preis. Das gibt es deutschlandweit nur in Stuttgart.

"Smart" bedeutet im Bereich Mobilität aber auch eine neue und enge Form der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Nur mit vielen Partnern wie dem VVS und der DB AG ist es möglich, dass es mit der polygoCard ein einzigartiges Zugangsmedium für das Teilen von Autos, Fahrrädern und E-⁠Rollern gibt. Eine App soll diese Möglichkeit im kommenden Jahr noch kundenfreundlicher machen.

In der Abfallwirtschaft vorne mit dabei

Rund ums Thema Entsorgung bietet die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) Dienstleistungen online und in der AWS-App an. Bürgerinnen und Bürger können hier etwa Abfall- und Wertstoffbehälter oder eine Sperrmüllabholung bestellen und im selben Zug bezahlen.

Mit dem "Solar-Presshai" besitzt Stuttgart einen digitalen Mülleimer. Er fasst 700 Liter Müll, der direkt nach dem Einwerfen gepresst wird. Überlaufen kann der Behälter nicht: Die Klappe verschließt sich, sobald der Behälter voll ist. Dann wird die zuständige Behörde automatisch digital informiert und kommt zur Leerung.

Das Portal MeinServiceStuttgart bündelt alle Online-Dienstleistungen und Produkte der Landeshauptstadt. Das Angebot wird stetig ausgebaut und ist an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr erreichbar. Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen, Non-Profit-Organisationen und Vereine können hier Amtsgänge digital erledigen.

Interessierte können sich informieren und beteiligen

Im Portal lassen sich Termine in den Bürgerbüros buchen, es können Anträge eingereicht und bezahlt werden, außerdem sind Informationen von Partnerorganisationen zu finden. Über die e-Vergabe-Plattform der Landeshauptstadt können Bau-, Liefer- und Dienstleistungen durch elektronische Vergabeverfahren medienbruchfrei und vollständig abgewickelt werden.

Im Portal Stuttgart - meine Stadt finden Bürgerinnen und Bürger kommende, aktuelle und abgeschlossene Vorhaben und Projekte der Stadt. Interessierte können sich hier informieren, was die Verwaltung gerade plant, welche Termine anstehen und sich über Umfragen und Diskussionsforen einbringen.

Über den Bürgerhaushalt können sich Stuttgarterinnen und Stuttgarter an der Planung des städtischen Haushalts beteiligen. Die bestbewerteten Vorschläge werden von den Fachämtern geprüft. Der Gemeinderat entscheidet schließlich, welche Vorschläge umgesetzt werden. Zum Bürgerhaushalt 2019 wurden 2901 Vorschläge eingereicht und mit 1.441.617 Stimmen bewertet.

Mittwoch, 23.10.2019