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Erste Jahresbilanz der IBA'27: Themen und Orte der Internationalen Bauausstellung werden sichtbar

Vor einem Jahr hat die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA'27) ihren Projektaufruf gestartet. Rund 80 Vorhaben sind inzwischen eingereicht worden. Aus den vielfältigen Ideen zeichnen sich Themenschwerpunkte ab, die weit in die Zukunft des Städtebaus und der Architektur weisen.

"Ich bin positiv erstaunt bis begeistert, welche Resonanz die IBA'27 in der Region hat", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn zur ersten Jahresbilanz der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA'27), die er am Dienstag, 5. November, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Regionalverbands, Thomas Bopp, IBA'27-Intendant Andreas Hofer und Geschäftsführer Holger Haas vorgestellt hat.

Von zentraler Bedeutung ist für Kuhn die Nachhaltigkeit der Projekte, die gesellschaftspolitische Frage, wie künftig auf engstem Raum so gebaut wird, dass die Menschen gut damit leben können. "Die spannende Frage" sei angesichts der Verschiedenheit der Projekte, "eine Art Familienähnlichkeit" zu finden.

Stuttgart werde die Weißenhofsiedlung zum Gegenstand der IBA'27 machen, so der OB. Wie vor 100 Jahren gehe es nicht nur um die Weiterentwicklung des Baulichen, sondern auch des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Von den übrigen Projekten der Stadt hob er das Zusammenwachsen von Leonhards- und Bohnenviertel auf dem Areal des Züblin-Parkauses hervor und die sogenannte "Maker City" des künftigen Rosenstein-Quartiers.

Erste Jahresbilanz der IBA27: Themen und Orte der Internationalen Bauausstellung werden sichtbarVergrößernIBA'27-Intendant Andreas Hofer, OB Fritz Kuhn, Thomas Bopp (Vorsitzender des Regionalverbands) und IBA'27-Geschäftsführer Holger Haas (v.l.) sind zufrieden mit der ersten Jahresbilanz zur Internationalen Bauausstellung 2027. Foto: Lichtgut/Leif PiechowskiIBA'27-Intendant Andreas Hofer, OB Fritz Kuhn, Thomas Bopp (Vorsitzender des Regionalverbands) und IBA'27-Geschäftsführer Holger Haas (v.l.) sind zufrieden mit der ersten Jahresbilanz zur Internationalen Bauausstellung 2027. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Besonders lobte der Oberbürgermeister die Zusammenarbeit in der Region. Habe es anfangs noch Debatten gegeben, ob eine regionale IBA überhaupt sinnvoll sei, "bin ich jetzt sehr zuversichtlich, dass die Region durch diesen Prozess noch stärker zusammenwachsen wird. Das stärkt ihre Identität und wird einen richtigen Pusch geben."

Kuhn hat im Oktober den Vorsitz des Aufsichtsrats der IBA'27 übernommen, er wechselt sich darin mit Thomas Bopp ab, der nun sein Stellvertreter ist. Bopp zog ebenfalls eine überaus positive Bilanz und betonte die "fantastische Zusammenarbeit" mit den Kammern der Architekten und der Ingenieure, mit der Universität Stuttgart und den Hochschulen. Die IBA'27 solle auch internationale Bedeutung erreichen. Auch die Bundesregierung sei bereits interessiert. Dies könne finanzielle Förderungen ermöglichen.

Auch Bopp hielt ein sichtbares gemeinsames "Band" der IBA-Projekte für wichtig. Vor allem aber wünschte sich der Regionalpräsident, von Beruf Architekt, "mutige Gemeinderäte", um die nötigen Freiräume zu schaffen, "sonst werden wir die Avantgarde, die wir wollen, nicht bekommen."

IBA'27-Intendant Andreas Hofer wies darauf hin, dass es sich bei der IBA nicht um einen Architektenwettbewerb handle, sondern um einen Prozess der Zukunftsfähigkeit. Angesichts der bisher eingereichten Projekte zeigen sich für ihn fünf Themenschwerpunkte:
1. Transformation von Industrie
2. Zukunft der Zentren
3. Mobilität, Umsteigepunkte als Orte der Begegnung
4. Die Moderne mit der Weißenhofsiedlung als Ausgangspunkt
5. Das kuratorische Konzept

Holger Haas, der als Gründungsgeschäftsführer der IBA'27 GmbH Ende des Jahres aufhört und wieder ganz zur Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) zurückkehrt, wies auf die rege Bürgerbeteiligung in den Fachforen hin: Rund 400 Menschen engagieren sich in 21 Arbeitsgruppen. Diese gelte es nun direkt an den IBA'27-Prozess anzubinden. Das nächste Plenum wird am 21. November in Nürtingen veranstaltet.

Neues Buch dokumentiert bisherigen Weg zur IBA'27

Unter dem Titel "Auf dem Weg zur IBA 2027 StadtRegion Stuttgart" hat die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) ein neues Buch herausgegeben, das die Vorbereitungsphase dokumentiert. WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg: "Unser Buch macht deutlich, wie viele verschiedene Perspektiven in den IBA-Prozess eingeflossen sind und was für unterschiedliche Menschen daran beteiligt waren. Diese Vielfalt ist die große Stärke der IBA: Sie wird vielseitige Ideen, Impulse und Kontroversen in die Region Stuttgart bringen und zukunftsweisende Antworten auf die Herausforderungen des Lebens, Wohnens und Arbeitens in unserer Zeit geben." Das beim Stuttgarter Fachverlag av edition erschienene Buch ist im Handel erhältlich (244 Seiten, rund 150 Fotos und Grafiken, 34 Euro, ISBN 978-3-89986-322-2).

Weitere Informationen auf www.iba27.de

Dienstag, 05.11.2019