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S21: Pilotprojekt für die digitale Schiene - Projektpartner wollen Beteiligung des Bundes

Die Partner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich am Montag, 11. November, zur 23. Lenkungskreissitzung getroffen. Themen waren der Baufortschritt, die künftige Anbindung des Flughafens und vor allem das digitale Zugbeeinflussungssystem ETCS, das in Stuttgart als bundesweites Pilotprojekt erprobt und hier den Schienenverkehr ab 2025 regulär steuern soll.
S21 Lenkungskreis - 11. November 2019Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte auf der Sitzung unter anderem: 'Wir wollen, dass der Zugverkehr nicht konventionell, sondern digital gesteuert wird.' Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart
Jens Bergmann, Vorstand Netzplanung und Großprojekte der Deutschen Bahn, berichtete: "Der Bau von S21 schreitet gut voran, sowohl auf der Schwäbischen Alb wie auch im Stuttgarter Talkessel. Rund 90 Prozent der 120 Kilometer Tunnel sind vorgetrieben, der Fildertunnel ist durchbrochen. Ende nächsten Jahres wird der Tunnel in Bad Cannstatt fertig. Beim Hauptbahnhof sind fünf Kelchstützen betoniert." Die vorläufig ermittelten Gesamtkosten für das Projekt lägen weiter bei 8,2 Milliarden Euro. Vom vorgesehenen Leitsystem ETCS verspricht er sich mehr Pünktlichkeit und Sicherheit.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "In Stuttgart sind die Arbeiten im Anhydrit weitgehend gut ausgegangen, Probleme wie im Kernerviertel wurden angegangen. Schwierig ist die Lage im Moment beim Abstellbahnhof in Untertürkheim, hier sind artenschutzrechtliche Fragen zu klären." Bei ETCS müsse der Bund das Pilotprojekt "Digitaler Knoten Stuttgart" konkret fördern. "Wir haben heute einen Weckruf erlebt. Wir wollen, dass der Zugverkehr nicht konventionell, sondern digital gesteuert wird. Die Berliner Ministerien und die Bahn haben sich ja der Digitalisierung verschrieben, also muss hier auch das Nötige getan werden."

Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl vom Verkehrsministerium sagte: "Der neue Bahnhof soll auch den neusten Stand der Technik bieten. Dazu braucht es die richtige Infrastruktur, deswegen müssen natürlich auch die Züge entsprechend ausgestattet werden. Wenn der Bahnhof digital und nicht konventionell ausgestattet sein soll, muss der Bund sich bis zum kommenden Frühjahr bekennen."

Walter Schoefer, Geschäftsführer des Flughafens Stuttgart, zeigte sich zufrieden damit, dass der Bau zur Anbindung des Flughafens nach rechtlichen Auseinandersetzung nun im kommenden Jahr wieder aufgenommen werde: "Die Anbindung an den Fernverkehr ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Gut ist, dass die U6 bereits Ende 2021 den Flughafen anfahren wird."

Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, verwies darauf, dass die "Regionalversammlung Anfang 2019 einstimmig beschlossen hat, dass wir 58 neue S-Bahn-Fahrzeugen anschaffen werden, um ein zuverlässigeres Angebot zu erreichen. Diese Züge mit der ETCS-Technologie auszustatten ist Teil der Infrastruktur und daher aus unserer Sicht förderfähig durch den Bund."

Der Lenkungskreis kommt Mitte April wieder zusammen.