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OB: "Oper macht Stuttgart berühmt"

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat zusammen mit Vertretern aus Verwaltung, Finanzministerium und Staatstheater im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am 12. November die Kostenschätzungen für die Sanierung und Erweiterung der Oper sowie für den Interimsstandort erläutert. Damit hat die Diskussion in den Gremien des Gemeinderats begonnen.
Das Stuttgarter Opernhaus muss dringend saniert werden.Das Stuttgarter Opernhaus muss dringend saniert werden. Foto: Martin Sigmund
OB Kuhn sagte: "Unser sensationell starkes Theater und Ballett sowie die Oper machen Stuttgart berühmt und zeichnen unsere Stadt aus. Das wollen wir erhalten. Erhalten heißt in diesem Kontext 'neu aufbauen', denn sonst zerfällt es." In der Entwicklung eines Interimsstandorts habe man das Thema Nachhaltigkeit immer stärker gestalten können. "Bei der jetzigen Lösung haben wir Kernelemente, die dauerhaft stehen bleiben können. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Kosten aus, sondern hat auch ökologische Vorteile", so der OB weiter.

Interimsstandort an den Wagenhallen

Der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold, skizzierte die vorausgegangene Standortsuche für ein Operninterim. Insgesamt 19 Standorte hat die Stadt untersucht und anhand von verschiedenen Bewertungskriterien geprüft, wie etwa Größe des Areals, Erreichbarkeit und Anbindung, bauliche Rahmenbedingung und zeitliche Verfügbarkeit. Drei Standorte wurden daraufhin näher untersucht. Im November 2018 hat sich der Verwaltungsrat der Staatstheater auf die Weiterentwicklung des Baufelds C1 an den Wagenhallen als prioritären Standort verständigt.

Für die Württembergischen Staatstheater sprach der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks. Er sagte: "Wir sind sehr dankbar für die Ernsthaftigkeit und klare Sachorientierung der Diskussion. Wir haben in den letzten Jahren viel über Varianten und Alternativen nachgedacht, wir haben sehr viele Perspektiven eingenommen und unterschiedliche Optionen beleuchtet. Das war wichtig und richtig. Es versetzt uns heute in die Lage, das vorliegende Ergebnis plausibel zu erklären."

Preisgekrönte Sparten

Mit dem Bericht im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat nun die Diskussion in den Gremien des Gemeinderats begonnen. OB Kuhn strebt im zweiten Quartal des nächsten Jahres einen Zielbeschluss im Gemeinderat an. Mit ihm sollen die Sanierung des Opernhauses und die Interimsoper grundsätzlich beschlossen werden.

Das Staatstheater Stuttgart gilt als das größte Drei-Sparten-Haus Deutschlands. Zu ihm gehören die Oper Stuttgart, das Stuttgarter Ballett und das Schauspiel Stuttgart. Die Sparten sind immer wieder preisgekrönt. Die Oper wurde bereits mehrfach zum "Opernhaus des Jahres" gewählt. Der Staatsopernchor zählt zu den besten Chören Europas und wurde mehrfach mit dem Titel "Opernchor des Jahres" ausgezeichnet. Das Ballett genießt Weltruf.

Wichtige kulturelle Bildungseinrichtung

Erster Bürgermeister Fabian Mayer sagte: "Oper, Ballett und Schauspiel sind kein exklusives Vergnügen für wenige privilegierte Menschen. Mit der heutigen Tarifstruktur kann man ab neun Euro eine Opernvorstellung besuchen. Das schafft einen niederschwelligen Zugang und macht die Oper zu einer wichtigen kulturellen Bildungseinrichtung in Stuttgart. Von einer Sanierung profitieren außerdem auch all diejenigen, die nicht ins Staatstheater gehen. Denn: Kultur ist ein maßgeblicher Standortfaktor, der eine Anziehungskraft auf Kreative und Hochqualifizierte hat. Die Sanierung der Staatstheater trägt so maßgeblich zur Attraktivität unserer Stadt als Lebens- und Arbeitsort bei." In jeder Spielzeit besuchen mehr als 400.000 Menschen die Staatstheater. Die Oper lädt zu unterschiedlichen Formaten ein: von kostenlosen Konzerten zur Mittagszeit bis zur großen Oper im historischen Zuschauerraum. Die Junge Oper Stuttgart richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche. Dafür kooperiert sie mit Schulen im Land. Auch das Ballett präsentiert ein breitgefächertes Repertoire. Es reicht von traditionellen Balletten bis hin zu zeitgenössischem Tanz.
 
Grundstück an der Zuckerfabrik könnte entlasten

Im finalen Raumprogramm hat sich der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater auf eine zusätzliche Nutzungsfläche von 10.450 Quadratmetern für das Drei-Sparten-Haus verständigt. An der Zuckerfabrik in Bad Cannstatt hat die Stadt ein Grundstück identifiziert, durch dessen Bebauung der enorme Raumdruck am Hauptstandort der Oper reduziert werden könnte. Auf der Fläche ließen sich nach Berechnungen des Hochbauamts rund 10.000 Quadratmeter Nutzfläche schaffen, die die Staatstheater unter anderem für Werkstätten und Teile der Verwaltung nutzen könnten.

Die Option würde gleich an zwei Orten neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen: Einerseits würde sie das neu zu errichtende Kulissengebäude an der Konrad-Adenauer-Straße verkleinern und so eine neue städtebauliche Perspektive an diesem herausragenden Platz schaffen. Andererseits würde sie Spielräume für die "Maker-City" an den Wagenhallen eröffnen. Die neuen Nutzungen an der Zuckerfabrik würden dann an der vorgesehenen Interimsstätte neben den Wagenhallen entfallen, was gleichzeitig ein Kostenvorteil für den Interimsstandort an den Wagenhallen wäre. Auf dem Gelände der Zuckerfabrik nutzen die Staatstheater bereits heute ein Gebäude als Kulissenlager. Hier könnten Synergieeffekte entstehen. Das anvisierte Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt.

Donnerstag, 14.11.2019