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Fazit nach dem ersten Jahr: Großes Interesse am "Hotel Silber"

Der Zuspruch und die Zahlen im ersten Jahr "Hotel Silber" zeigen: Der aufwendige und aufreibende Prozess der Bürgerbeteiligung hat sich gelohnt. Die einstige Stuttgarter Gestapo-Zentrale war als bundesweit beachtetes Beteiligungsprojekt zum Ort der historisch-politischen Bildung umgebaut und am 4. Dezember 2018 als Außenstelle des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg eröffnet worden. Die Zusammenarbeit von Fachleuten mit Bürgerinnen und Bürgern bleibt auch künftig die Basis des "Hotel Silber". Zum einjährigen Bestehen wird dort ein vielfältiges Programm geboten.
"Auf diesen Ort hat Stuttgart lange gewartet", sagten unisono Paula Lutum-Lenger, die Direktorin des Hauses der Geschichte, und Harald Stingele, Vorsitzender der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber, bei einem Mediengespräch im "Hotel Silber" am Mittwoch, 27. November. "Entsprechend groß war das Interesse", zog Paula Lutum-Lenger ein erstes Resümee: "Mehr als 40.000 Besucherinnen und Besucher kamen im ersten Jahr. Die Reaktionen auf die Ausstellung und die stets gut besuchten Veranstaltungen waren und sind äußerst positiv."
 
Für Harald Stingele ist das "Hotel Silber" ein "Ort gegen Geschichtsvergessenheit". Er betonte: "Die institutionell verankerte Bürgerbeteiligung erweist sich als Erfolgsmodell. Die Zusammenarbeit zwischen Initiative und Haus der Geschichte trägt ihre Früchte. Durch Kooperationen mit ganz unterschiedlichen Akteuren der Zivilgesellschaft erweitert sich der Wirkungskreis des Hauses."
 
Die Vielfalt an Themen und Beteiligten sorgte bei rund 40 Veranstaltungen - von der Theateraktion zum Thema Deportation bis zum Zeitzeugengespräch mit Elser-Neffe Franz Hirth - für ein gefülltes Foyer. Das "Hotel Silber" wird dabei nicht nur in Stuttgart angenommen: Ein Drittel der Buchungen für Führungen und andere Formate kommen von außerhalb der Landeshauptstadt. Das Angebot für Schulklassen wächst und wird immer häufiger in Anspruch genommen.
 
Nach dem Programm zum einjährigen Bestehen im Dezember 2019 u.a. mit Führungen und Veranstaltungen wie Gesprächen, Vorträgen, einer Ausstellung und einem Swingfest haben sich das Haus der Geschichte und die Initiative für 2020 viel vorgenommen. Eine Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit "75 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs". Die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber möchte mit Formaten wie "Das Offene Fenster" die Einrichtung "zu einem Forum der Stadtgesellschaft entwickeln, in dem geschichtsbewusst Fragen der Gegenwart diskutiert werden", so Elke Banabak von der Initiative. Das Haus der Geschichte arbeitet an einem Katalog und einer weiteren Publikation für Schulen und trifft im kommenden Jahr die Vorbereitungen für die erste Sonderausstellung im "Hotel Silber".
 

Mittwoch, 27.11.2019