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SSB will Nahverkehr weiter ausbauen

Die SSB plant im nächsten Jahr Investitionen in Höhe von 122,7 Millionen Euro. Für Material- und Fremdleistungsaufwand sind 117,8 Millionen vorgesehen, für Personal 212 Millionen Euro. Als Ausgleich benötigt das Unternehmen 46,6 Millionen Euro. Und die Kosten werden weiter steigen: Die mittelfristige Finanzplanung der SSB sieht einen Anstieg des Ausgleichs auf rund 60 Millionen Euro im Jahr 2023 vor, bei einem Material- und Fremdleistungsaufwand von 123,9 Millionen und Personalkosten in Höhe von 225,8 Millionen Euro.
Denn das Unternehmen muss in den nächsten Jahren drei Herausforderungen gleichzeitig und parallel bewältigen: Den weiteren Ausbau des Stutt­garter Nahverkehrs, die Grunderneuerung des Stadtbahnnetzes nach 30 bis 40 Jahren des Betriebs sowie das eigentliche Kerngeschäft, den alltäglichen Massenbetrieb.
Die Stadtbahnen der Serie DT-8, hier die Reihe 8.12 ab 2013, wurden speziell für die Stuttgarter Topographie entwickelt.Die Stadtbahnen der Serie DT-8, hier die Reihe 8.12 ab 2013, wurden speziell für die Stuttgarter Topographie entwickelt. Foto: SSB
"Grunderneuerung und Weiterentwicklung"

"Grunderneuerung ist ebenso Teil der Mobilität von morgen wie die Weiterentwicklung. Wir können den Nahverkehr in Stuttgart nur mit einem intakten und leistungsfähigen SSB-Netz ausbauen", betont dazu der Aufsichtsratsvorsitzende der SSB, Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Bis 2023 sieht die mittelfristige Finanzplanung der SSB Investitionen von rund einer halben Milliarde Euro vor. 281,3 Millionen Euro davon müssen selbst finanziert werden. Dazu werden zusätzliche externe Darlehen von etwa 250,9 Millionen Euro benötigt.

Aufstockung des Personals

Für einen weiterhin verlässlichen, finanzierbaren und komfortablen Nahverkehr müsse jetzt die Grunderneuerung angegangen werden, sagt Thomas Moser, Vorstandssprecher der SSB. Mit den Investitionen in die Zukunft des Nahverkehrs werde auch in die Lebensqualität der Stadt investiert, ergänzte der Kaufmännische Vorstand, Mario Laube. Eine Aufstockung des Personals meldete die Arbeitsdirektorin Sabine Groner-Weber für 2020 an, um die gestiegenen Aufgaben er­ledigen zu können.

Nahverkehrsplan, Nahverkehrsentwicklungsplan und Regionalverkehrsplan sehen einen weiteren Ausbau des ÖPNV in der Region Stuttgart vor. 2016 hat der SSB-Aufsichtsrat ein Ausbauprogramm festgelegt. Aktuell baut die SSB als Folgebaumaßnahme zu Stuttgart 21 an den Stadtbahntunneln zwischen Hauptbahnhof und Staatsgalerie und an der Haltestelle Staatsgalerie. Diese soll im September 2020 in Betrieb genommen werden.

U6 wird 2021 fertig

Die U6 zum Flughafen und zur Messe, ebenfalls eine aktuelle Baustelle, liegt im Zeitplan und wird 2021 fertig. Die Verlängerung der U5 zum Neuen Markt in Leinfelden-Echterdingen soll in den Jahren 2020 und 2021 erfolgen. Weitere Projekte sind die Verlängerung der U19, die Verlängerung der S2, die Übereckverbindung Möhringen, die Verbindung an der Pflugmühle, der Ausbau der U1 mit 80-Meter-Bahnsteigen, die Stadtbahnstrecke nach Hausen und Ditzingen und der Bau eines vierten Stadtbahnbetriebshofs in Weilimdorf. Die Landeshauptstadt Stuttgart unterstützt den Betriebshofneubau mit 25 Millionen Euro.

Neue Bahnen für den Fuhrpark

Aktuell umfasst der Fuhrpark der SSB 204 Stadtbahnen, 2023 werden es bereits 224 sein. Bis dahin werden auch 20 bereits bestellte, ganz neue Stadtbahnfahrzeuge DT 8.15 geliefert. Diese bezuschusst die Stadt mit jeweils rund zwei Millionen Euro etwa zur Hälfte. Die ebenfalls bereits bestellten neuen Zahnradbahnfahrzeuge werden in den Jahren 2021 und 2022 erwartet. Die Stadt bezuschusst die Fahrzeuge mit jeweils 2,5 Millionen Euro, und das Land fördert sie in einem Sonderprogramm mit jeweils einer Million Euro. Ab 2020 werden neue Fahrzeuge voraussichtlich zu 30 Prozent durch das Land gefördert.
Donnerstag, 05.12.2019