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Oberbürgermeister Fritz Kuhn verabschiedet den ehemaligen Gesamtpersonalratsvorsitzenden Markus Freitag

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am Dienstag, 14. Januar, Markus Freitag, ehemaliger Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Landeshauptstadt, im Großen Sitzungssaal des Rathauses verabschiedet. Freitag war am 8. Januar 65 Jahre alt geworden und geht Ende des Monats in den Ruhestand.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn verabschiedet den ehemaligen Gesamtpersonalratsvorsitzenden Markus FreitagMarkus Freitag, ehemaliger Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, wurde von Oberbürgermeister Fritz Kuhn in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart
OB Kuhn dankte Freitag für seine Arbeit: "Zu sagen, es war immer nett mit Ihnen, würde Ihnen nicht gerecht. Deshalb: Sie haben genervt ohne Ende, Sie waren stressig." Freitag habe unermüdlich darauf aufmerksam gemacht, dass Personal fehle. Kuhn weiter: "Dieser GPR-Vorsitzende hatte seine eigene Strategie des Frontalangriffs, mit der er für das Personal und damit auch für die Stadt viele Erfolge erzielt hat. Ich hoffe, dass wir die Stellen besetzen, unterbringen und langfristig bezahlen können."

Kuhn erinnerte sich daran, dass Freitag in einem Weihnachtsgruß das Gedicht "Wacht auf" von Günter Eich verschickt hatte. Es endet mit den bekannten Worten: "Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt". Kuhn: "Ich habe den Eindruck, dass das Gedicht Programm ist für Ihre innere Haltung." Der OB hob auch eine andere Seite hervor: "Sie haben in vielen Sitzungen Humor gezeigt, was den Weg geebnet hat, dass man verständigt bleibt."

Markus Freitag sagte: "Ich fand Ihre Rede super. Ich fühle mich geehrt und positiv getroffen." Seine zehn Jahre als Streetworker hätten ihm viel gebracht für den Umgang mit konfliktträchtigen Themen als GPR-Vorsitzender.

Im Blick auf Stellenschaffungen und Finanzen verwies er darauf, dass seit 2003 die Prognosen für das Haushaltsergebnis immer sehr viel schlechter als das jeweilige Ergebnis waren. "Wenn Sie keine gute Verwaltung haben, sind politische Beschlüsse mediale Seifenblasen, weil ohne Personal niemand da ist, der sie umsetzt."

Freitag weiter: "Die Vernachlässigung der Infrastruktur inklusive Personal ist vielmehr eine Versündigung an nachfolgenden Generationen als ein hoher Schuldenstand. Ein Konto können Sie einfacher ausgleichen, als eine Infrastruktur wieder auf Vordermann bringen." Freitag bedankte sich unter anderem bei seinen GPR-Kollegen und bei Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer, "für die Offenheit, die Vertraulichkeit, die Zugewandtheit", die zum Gelingen vieler Dinge beigetragen hat.

Bei der Verabschiedung sprachen auch der Landesbezirksleiter von ver.di, Martin Gross, sowie Kollegen vom GPR und seine Nachfolgerin Claudia Häussler. Freitag war bis 2019 Vorsitzender des Bezirksfachbereichs Gemeinden bei ver.di. Zum Schluss setzte sich Freitag an den Flügel und spielte und sang mit der Steve Cathedral Group den "Stormy Monday Blues".

Markus Freitag hatte 1979 bei der Landeshauptstadt angefangen. Zunächst arbeitete der ausgebildete Jugend- und Heimerzieher bis 1981 in der Notaufnahmeeinrichtung des Jugendamts. Nach seinem Sozialarbeitsstudium kehrte er 1986 dorthin zurück. Im Jahr 1992 wechselte Freitag zur Jugend- und Drogenberatung, wo er sich maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung neuer Hilfsangebote wie zum Beispiel Streetwork und der Einrichtung des Kontaktcafés "High Noon" für Substituierte und Drogenabhängige beteiligte.

Im Sommer 1988 wurde Markus Freitag erstmals in den Personalrat des Jugendamts gewählt. Seit 2001 ist er zudem Mitglied des Gesamtpersonalrats der Stadt. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, übernahm er im September 2013 das Amt des Gesamtpersonalratsvorsitzenden von seinem Vorgänger Uwe Theilen, der Ende Februar 2014 in den Ruhestand trat. Zu Freitags Nachfolgerin wurde im Juli vergangenen Jahres Claudia Häußler gewählt.

Zentrales Anliegen von Markus Freitag war, die großen Herausforderungen im Personalbereich gemeinsam mit der Verwaltungsspitze konstruktiv zu bewältigen und angesichts des demographischen Wandels, der hohen Arbeitsbelastung vieler Beschäftigten, einer steigenden Bedeutung des Gesundheitsschutzes sowie zunehmender fachlicher Anforderungen an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tragfähige Antworten für die Zukunft zu finden. Besonders lag ihm die Gewinnung und Erhaltung von Personal am Herzen sowie damit in Zusammenhang die entsprechende Zurverfügungstellung und Gestaltung von Arbeitsplätzen. Dafür setzte er sich auch intensiv mit städtischen Haushaltsfragen auseinander.