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Impulsgeber des Stils der Moderne: Werkbundsiedlungen haben nach turbulenten Zeiten eine bedeutende Stellung und sind für die Öffentlichkeit erlebbar

Das Netzwerk der Werkbundsiedlungen 1927-1932 richtet sich mit seiner Arbeit insbesondere an die junge Generation und schafft Orte, die länderübergreifendes Kulturerbe er­lebbar machen. Zudem fördert das Netzwerk den internationalen Erfahrungsaustausch zum Denkmalschutz und dem baulichen Erhalt der Siedlungen.

Die Siedlungen haben turbulente Zeiten überdauert und wurden maßgeblich durch die verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im Europa des 20. Jahrhunderts geprägt. Ursprünglich wurden die Siedlungen gebaut, um neue Wege zur Beseitigung der Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg zu beschreiten. Nicht immer hatten es die Siedlungen einfach, die progressiven Ideen einer neuen Architektur der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, und wurden ab dem Zweiten Weltkrieg stark vernachlässigt.

Impulsgeber der Moderne

Erst nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wurde der Wert der Siedlungen als Impulsgeber zum Stil der Moderne wiedererkannt. Heute stehen die Werkbundsiedlungen als Beispiel für die Entstehung der modernen Architektur mit sozialen, emanzipatorischen, ästhetischen und technologischen Ansprüchen. Über kulturelle und touristische Institutionen sowie die Hochschulen der Städte werden die Werkbundsiedlungen in Europa für die Öffentlichkeit erlebbar.

Mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel werden Stätten ausgezeichnet, die einen bedeutenden europäischen symbolischen Wert haben und die gemeinsame Geschichte Europas hervorheben. Im aktuellen Bewerbungsverfahren haben sich 19 Stätten um das Siegel beworben. Mit den zehn neuen für das Siegel ausgewählten Stätten steigt die Zahl europaweit auf insgesamt 48. Im Jahr 2018 haben bereits die Gedenkstätten an Standorten des ehemaligen KZ-Komplexes Natzweiler in Baden-Württemberg und im Elsass das Siegel erhalten.

Das Weissenhofmuseum befindet sich im 1927 gebauten Doppelhaus der Architekten Le Corbusier und Pierre Jeanneret.Das Weissenhofmuseum befindet sich im 1927 gebauten Doppelhaus der Architekten Le Corbusier und Pierre Jeanneret. Es ist als einziges Haus der Weissenhofsiedlung für Besucher zugänglich. Foto: González/Weissenhofmuseum