Aktuelles
  •  

Stuttgart 21 - Filderebene jetzt ganz angeschlossen

Die Deutsche Bahn hat beim Projekt Stuttgart 21 ein weiteres Etappenziel erreicht: Mit dem Durchschlag der Oströhre des 9,5 Kilometer langen Fildertunnels ist die letzte von vier Tunnelröhren am künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen. Letztendlich wird damit die Fahrtzeit zwischen dem Stuttgarter Talkessel und dem Flughafen nach der endgültigen Fertigstellung um rund 20 Minuten verkürzt.
Filderebene jetzt ganz angeschlossenDer letzte Durchschlag am Südkopf des neuen Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 konnte trotz der erschwerten Bedingungen durch die Coronakrise planmäßig durchgeführt werden. Foto: Deutsche Bahn
DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla bezeichnete den Durchschlag als einen Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Bahnknoten Stuttgart und ein starkes Symbol für ­eine starke Schiene. "Alle Tunnelröhren zum Stuttgarter Hauptbahnhof sind jetzt vollständig aufgefahren. Stuttgart schafft damit eine wichtige ­Voraussetzung für schnellere, bessere Verbindungen in der Region und in ganz Deutschland, für einen attraktiven Deutschland-Takt." Er dankte allen Beteiligten, die dafür gesorgt hatten, den Tunneldurchschlag trotz der erschwerten Bedingungen durch die Coronakrise plan­mäßig durchzuführen. Günter Osthoff, verantwortlicher Projektleiter der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH für den Fildertunnel, fügte ­hinzu: "Beim innerstädtischen Tunnelvortrieb stehen die Mineure und Ingenieure stets vor besonderen Herausforderungen, die sich nur gemeinsam und mit viel Herzblut für die Arbeit unter Tage meistern lassen. Das war hier in hervorragender Weise gegeben."

Der Fildertunnel ist mit seinen 9,5 Kilometern der drittlängste Eisenbahntunnel Deutschlands und der längste Tunnel im Bahnprojekt Stuttgart-Ulm. Er verbindet den künftigen Hauptbahnhof mit dem Flughafen Stuttgart und der Neubaustrecke nach Ulm auf der 153 Meter höher gelegenen Filderebene. Damit ist er ein entscheidender Baustein des ganzen Projekts. Die beiden jeweils 230 Meter langen, zweigleisigen Röhren im sogenannten Anfahrbereich Süd des künftigen Hauptbahnhofs bilden den letzten Abschnitt des Fildertunnels im Stuttgarter Talkessel. Der überwiegende Teil des zweiröhrigen Fildertunnels wurde maschinell, also mit einer Tunnelvortriebsmaschine, aufgefahren. Die ­gewaltige Maschine mit dem Namen "Suse" musste für die letzte von insgesamt vier Schildfahrten 2018 unter Tage demontiert und in einer eigens hergestellten Kaverne gewendet werden.

Der Anfahrbereich Süd selbst wurde dann konventionell aufgefahren: Aufgrund der Gesteinsbeschaffenheit kam für den Ausbruch ein Bagger zum Einsatz. Der Ausbruchquerschnitt als sogenanntes Maulprofil beträgt in der Höhe etwa 18 Meter sowie in der Breite knapp 20 Meter und wurde im Vollausbruch hergestellt. Die Überdeckung zwischen Tunnelfirste und dem Gründungsniveau der Bebauung im Kernerviertel nimmt dabei von 47 Meter auf etwa acht Meter ab. Der Einbau der Tunnelinnenschale im Anfahrbereich Süd dauert voraussichtlich noch bis Mitte 2021.Die Deutsche Bahn hat beim Projekt Stuttgart 21 ein weiteres Etappenziel erreicht: Mit dem Durchschlag der Oströhre des 9,5 Kilometer langen Fildertunnels ist die letzte von vier Tunnelröhren am künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen. Letztendlich wird damit die Fahrtzeit zwischen dem Stuttgarter Talkessel und dem Flughafen nach der endgültigen Fertigstellung um rund 20 Minuten verkürzt.
Donnerstag, 14.05.2020