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Hauptklärwerk wird weiter ertüchtigt

Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen soll das Hauptklärwerk Mühlhausen für den weiteren Betrieb in der Zukunft saniert, ertüchtigt und modernisiert werden. Denn teilweise sind vorhandene Anlagen im größten Stuttgarter Klärwerk überaltert oder durch den langen, erfolgreichen Betrieb abgewirtschaftet, teilweise müssen aber auch neue Vor­schriften und Grenzwerte bei der Behandlung von Abwäs­sern umgesetzt werden.
Klärbecken im Klärwerk Stuttgart-MühlhausenDas Hauptklärwerk Mühlhausen macht sich mit großen Investitionen fit für die Zukunft. Foto: SES/FuchsDer Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat ­daher in seiner Sitzung am 19. Mai eine Ertüchtigung der Ölversorgung bei der Klärschlammverbrennung, eine Verbesserung der Stromver­sorgung sowie den Bau eines provisorischen Blockheizkraftwerks zur Klärgasverwertung beschlossen.

Darüber hinaus wurde über eine verstärkte Reinigung von Phosphor und von Spurenstoffen, wie Arzneimittelrückständen und Industriechemikalien, ­sowie die Ertüchtigung eines Wirbelschichtofens beraten. Die beiden letzten Punkte kommen noch in den Gemeinderat am 28. Mai.

Der bisherige Reserve-Wirbelschichtofen 2 des Hauptklärwerks, der für die Beseitigung anfallender Klärschlämme eingerichtet wurde, stammt aus dem Jahr 1990. Er soll bis 2025 soweit ertüchtigt werden, dass er den bisher im Dauerbetrieb laufenden Wirbelschichtofen 3 ersetzen kann, der dann seinerseits als Reserve dient. Dafür werden weitere Planungen mit einem Gesamtbudget von 4,42 Millionen Euro be­willigt. Für den weiteren Verbrennungsbetrieb muss auch die bisherige Ölversorgung der Öfen neu auf- und ausgebaut werden. Beide Öfen sollen künftig auch parallel betrieben werden können. Baubeginn der 770.000 Euro teuren Baumaßnahmen soll noch Mitte des Jahres sein, die Fertigstellung 2021.

Des Weiteren ist die Stromversorgung im Klärwerk im Bereich der Niederspannungsverteilung veraltet und stör­anfällig. Ab dem Spätsommer ist daher ein Austausch und die Neuinstallation neuer Verteilersysteme mit einem Kostenaufwand von 1,5 Millionen Euro bis Mitte 2021 geplant.

Ein weiteres, jedoch proviso­risches Blockheizkraftwerk (BHKW) in Containerbauweise soll für 1,5 Millionen Euro die zwei vorhanden großen Kraftwerke ergänzen. Durch Optimierung der Klärschlammverbrennung wird seit einiger Zeit weniger - in den eigenen Faultürmen produziertes - Klärgas benötigt. Mit dem zusätzlichen BHKW soll jetzt auch dieser Überschuss für den Eigenbedarf genutzt werden. Über ein Nahwärmenetz wird die Wärme im Klärwerk verteilt, Hauptabnehmer sind jedoch die beiden Faultürme des Klärwerks. Das provisorische BHKW soll bereits Mitte 2021 in Betrieb genommen werden.

Die größte Investition in ­Höhe von rund 24 Millionen Euro benötigt jedoch der Bau des ersten Funktionsabschnitts bei der verschärften Phosphor-Elimination sowie der Neubau der A-Stufe bei der Spurenstoff-Elimination. Für die erweiterten Aufgaben wird die bestehende Sandfilteranlage mit einem Flockungsfilter umgerüstet und mit einer Aktivkohle-Direktdosierung versehen. Baubeginn soll noch im Herbst sein, ein erster Abschnitt 2023 fertiggestellt und die ­gesamte Maßnahme 2028 abgeschlossen werden.
Freitag, 22.05.2020