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Oberbürgermeister Fritz Kuhn wird 65

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn wird am Montag, 29. Juni, 65 Jahre alt. Kuhn ist seit dem 7. Januar 2013 Oberbürgermeister. Politische Stationen waren zuvor der Landtag von Baden-Württemberg und der Deutsche Bundestag sowie der Bundesvorsitz von Bündnis 90/Die Grünen.

Fritz Kuhn wurde 1955 in Bad Mergentheim geboren, aufgewachsen ist er in Memmingen im Allgäu. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Foto: Max KovalenkoFritz Kuhn wurde 1955 in Bad Mergentheim geboren, aufgewachsen ist er in Memmingen im Allgäu. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Foto: Max Kovalenko

OB Kuhns Vision für Stuttgart ist die einer nachhaltigen und weltoffenen Stadt, in der die Bürgerinnen und Bürger gerne leben. Er sagt: "Ich will den Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger wie ihre Identifikation mit der Stadt stärken. Ziel ist eine nachhaltige Stadtentwicklung. Stuttgart soll eine sozial gerechte, ökonomisch erfolgreiche und ökologisch orientierte Stadt sein."

Zuletzt war wegen der Corona-Pandemie Kuhns Krisenmanagement gefragt. In einer Zwischenbilanz hatte er den Bürgerinnen und Bürgern für ihren insgesamt besonnenen Umgang mit dem Virus und den Einschränkungen gedankt, aber auch gewarnt: "Leichtsinn ist der größte Gegner, denn das Virus ist noch nicht weg."

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen vom vorigen Wochenende hatte der OB erklärt: "Stuttgart ist eine liberale Stadt, aber hier ist eine Grenze überschritten worden." Er berief umgehend eine Lenkungsgruppe ein, in der Stadt und Polizei gemeinsam über Sicherheitskonzepte und Fragen der begleitenden Sozialarbeit beraten. Kuhn: "In der Innenstadt sollen die Menschen auch in Zukunft sicher und friedlich feiern können."

Schwerpunkte für Stuttgart

Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters hat der Gemeinderat 200 Millionen Euro für zusätzliche Maßnahmen beim Klimaschutz beschlossen. Das Aktionsprogramm Klimaschutz ist einmalig in Deutschland. Über eine Laufzeit von vier Jahren wird zum Beispiel in den Ausbau der Solarenergie auf städtischen Gebäuden und die energetische Sanierung von privaten Gebäuden investiert.

Mehr Grün in der Stadt reduziert die Auswirkungen des Klimawandels. Daher wurden erheblich mehr finanzielle Mittel für die Pflege bestehender Parkanlagen, die ökologische Aufwertung von Grünflächen sowie neue Bäume und Sträucher zur Verfügung gestellt. Ebenfalls wird das urbane Gärtnern und der Erhalt der Stuttgarter Weinbausteillagen gefördert.

"Einfach, günstig, umweltfreundlich" - unter diesem Motto wurde die historische VVS-Tarifzonenreform gewürdigt. Seit 1. April 2019 sind Fahrgäste deutlich günstiger mit dem VVS in der Region unterwegs. Die Reform, von OB Kuhn als VVS-Aufsichtsratschef ausgehandelt, erfordert große finanzielle Leistungen von Stadt, Landkreisen und Land. Überdies wird seit Jahren das Angebot im öffentlichen Nahverkehr stark ausgebaut.

So umstritten die Einführung des Feinstaubalarms für Stuttgart war, so erfolgreich wurde damit die Bevölkerung für das Thema Luftreinheit sensibilisiert. Inzwischen ist Feinstaub kein Problem mehr in der Stadt und die Stickstoffdioxidwerte gehen deutlich zurück. Kuhns Devise: Probleme lösen sich nicht, wenn man sie unter den Teppich kehrt. Stuttgart sauberer machen, damit man sich gerne draußen aufhält - diese Idee steht hinter seiner Initiative für mehr Sauberkeit in Stuttgart. Für die Abfallwirtschaft Stuttgart bedeutete dies 100 zusätzliche Mitarbeitende und Investitionen in Fahrzeuge und Abfallbehälter. Auch ein kommunales Mehrweg-Becher-System wurde aufgesetzt.

Weitere Themen waren oder sind für OB Kuhn Herausforderungen wie die Bewältigung der Flüchtlingskrise, der Wohnungsbau nach Stuttgarter Maß oder auch die Neuausrichtung des Klinikums Stuttgart sowie die kritisch-konstruktive Begleitung von Stuttgart 21 und die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Stuttgart.

Die Stärkung der kulturellen Infrastruktur ist für ihn ein bedeutender Schwerpunkt seiner Arbeit. So wird aktuell der Neubau der John Cranko Schule fertiggestellt, das Rückgrat des Stuttgarter Balletts. Auch die Wagenhallen wurden erfolgreich saniert. Mit Nachdruck setzt er sich für die grundlegende Sanierung und Erweiterung des Littmann-Baus ein, der Spielstätte von Oper und Ballett.

Im Januar hat Fritz Kuhn angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.

Donnerstag, 25.06.2020